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Mozart für die pommersche Scheune

Griebenow Mozart für die pommersche Scheune

„De Zauberfläut“ in Griebenow bringt lebendiges Spiel und qualitätsvolles Singen zusammen

Griebenow. Alle Achtung! Da hat der Verein zur Förderung der Darstellenden Künste in Mecklenburg-Vorpommern, der Opernale e. V., ein gewaltiges Ding gestemmt – und sich dabei nicht verhoben. Mit „De Zauberfläut“ geht es im neuen Jahrgang um Mozart, allerdings – siehe Titel – auf ganz gemäße Art, die die „Großkunst“ dezidiert auf regionale Bedingungen und Bedürfnisse ausrichten möchte. Nun also ein Mozart speziell für die pommersche Scheune. Da hier Profis am Werk sind, ist das Ganze ernstzunehmen. Zudem zeigte die Premiere in Griebenows Turmscheune, dass der Veranstalter mit seinem einfallsreich ungewöhnlichen Unternehmen Erfolg hat. Musikalisch wird an Mozart nicht gerüttelt: Ouvertüre, Arien, Ensembles – alles ist da, wenngleich arrangiert für lediglich sechs Instrumente. Dafür fehlen alle Dialoge. Sie ersetzt man originell und wirkungsvoll durch eine handelnd einbezogene, virtuos platt snakende, alles Geschehen mit viel Witz erzählende sowie kommentierende Reinigungskraft: Fieken Dunnerwedder mit der grandiosen Petra Schwaan-Nandke. Kaum zu glauben, aber da keine Spur albern oder aufgesetzt, passt das in ein Stück von ohnehin ambivalentem Charakter. Ansonsten dominiert die Musik. Erstaunlich dabei, dass die für Violine, Klarinette, Flöte, Cello, Trompete und Klavier geschickt arrangierte instrumentale Minibesetzung klanglich wie akustisch als Basis fürs Vokale ausreicht. Mit Letzterem kann die von Bühne (Tom Hornig) und vor allem Kostüm (Stefanie Gruber) optisch wirkungsvoll unterstützte Inszenierung Henriette Sehmsdorfs besonders punkten. Sänger aus Südkorea, Deutschland, vor allem aber in großer Zahl von Stettins Musikhochschule prägen einen Abend. Der wird bestimmt von lebendigem Spiel und inspiriertem wie qualitätsvollem Singen. Herausragend – und hier nur stellvertretend – seien Sujin Bae (Königin der Nacht), Ferdinand Keller (Tamino), Claudia Roick (Pamina) und Lars Grünwoldt (Papageno) genannt.

 

OZ-Bild

Pamina und Papageno in der Plattdeutsch-Version von „De Zauberfläut“.

Quelle: Vincent Leifer

GMD Georg Christoph Sandmann (auch Arrangements) hatte am Pult alles fest im Griff. Ob Einsteiger-Oper „fürs Land“ oder lediglich originell inszeniertes und stärker geerdetes „elitäres“ Kunstwerk – das mag jeder selbst entscheiden. Hingehen lohnt unbedingt!Nächste Aufführungen: 3., 4., 9., 10., und 11. September (unterschiedliche Anfangszeiten beachten)

Ekkehard Ochs

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