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Neue Gala, neuer Preis

Greifswald Neue Gala, neuer Preis

Die morgige Ballett-Benefiz-Vorstellung im Theater soll dem menschlichen Miteinander in Greifswald dienen

Greifswald. Ausverkauft! Und das seit Wochen. Wer die mehrstündige Ballett-Gala morgen Abend im Theater jetzt erst für sich entdeckt, hat keine Chance mehr dabei zu sein.

 

OZ-Bild

Gotaute Kalmataviciute, Tänzerin am Staatstheater Kassel. Zu sehen morgen in der Greifswalder Ballett-Gala.

Quelle: Nils Klinger

Greifswalds größte jährliche Benefizveranstaltung ist begehrt. So sehr, dass die mehr als 400 Zuschauerplätze auch 2016 ruckzuck an die Frau und den Mann gebracht waren.

Gut für die Veranstalter, gut auch für die Stadt. Denn der Erlös der Gala – die Ticketpreise betrugen 28 bis 43 Euro – soll Bürgern, Vereinen, Initiativen oder Einrichtungen dienen, die das menschliche Miteinander hochhalten. „Demokratisch und auf kultivierte Art und Weise“, wie Christine Dembski, Koordinatorin des Greifswalder Präventionsrats, betont.

Einen „Preis für Mitmenschlichkeit“ nennen Vertreter der Stadt und des Balletts Vorpommern ihre Initiative. Die wird laut Ines Gömer, Familien- und Gleichstellungsbeauftragte Greifswalds, maßgeblich vom verfügbaren Geld abhängen. Der Erlös der morgigen Ballettgala – Organisator Ralf Dörnen rechnet mit einem vierstelligen Betrag – sichert immerhin die Erstfinanzierung. Um den Preis auch künftig vergeben zu können, richtete die Stadt ein Spendenkonto ein. „Wir hoffen sehr, dass viele Firmen und Bürger Geld einzahlen und unsere Aktion so unterstützen“, macht Christine Dembski deutlich.

Empathie sei, was unserer Zivilgesellschaft am meisten fehle, findet Ralf Dörnen. Gemeint sind die Fähigkeit und die Bereitschaft, Empfindungen, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale eines anderen Menschen zu erkennen und zu verstehen.

Sich auszusprechen, einander zuzuhören und andere Auffassungen zur Kenntnis zu nehmen, ohne sie umgehend lautstark zurückzuweisen, darum gehe es, derlei Miteinander wolle man fördern, gibt Christine Dembski zu verstehen. Sie verweist beispielhaft auf eine freitägliche Runde im Greifswalder Café „Hermann“. Alle zwei, drei Wochen finden sich dort Menschen ein, um ungezwungen über aktuelle Themen zu diskutieren. Kontrovers, aber sachlich und vor allem ruhig (die OZ berichtete). Der neue Preis soll Unternehmungen wie diese stützen und ermöglichen. „Den Leuten fehlt oft Geld, um etwa Räume zu mieten oder Materialien zu bezahlen“, schildert Christine Dembski. „Uns geht es darum, ihnen unbürokratisch unter die Arme zu greifen.“ Jeder, der auf irgendeine Weise zum kultivierten Miteinander von Menschen in Greifswald beitrage, könne sich um den Preis und damit Geld bewerben (siehe Kasten). Schlussendlich entscheide eine Jury, wer Hilfe erhält. Die werde gewährt, solange Geld verfügbar sei.

Wieviel genau der morgige Tanzabend für den neuen Preis eingespielt hat, werde man erst nach entsprechendem Kassensturz sagen können, macht Ralf Dörnen deutlich. Die diesjährige Ballett-Benfiz-Gala ist bereits die 17. in Greifswald. Ihren Ursprung hat sie im Jahr 2000. Damals ersetzte sie kurzfristig eine geplante Operngala, nachdem diese wegen Absagen von Sängern verworfen werden musste. „Wir sind seinerzeit in die Bresche gesprungen und haben in nur sieben Wochen eine eigene Vorstellung auf die Beine gestellt“, erinnert sich Dörnen. Fortan habe er Jahr um Jahr eine neue Benefizigala organisiert. 2015 kam der Erlös krebskranken Kindern zugute, ein Jahr zuvor hatte man Demenzkranken helfen wollen. „Diesmal möchten wir etwas anschubsen, das weitergeht“, sagt Dörnen.

Die morgige Gala wird von neun deutschen Tanzcompagnien bestritten. Außer dem Ballett Vorpommern (Greifswald/Stralsund) treten das erst 2014 gegründete NRW-Juniorballett aus Dortmund, Tänzer des Staatstheaters Kassel (Hessen) und des Thüringer Staatsballetts (Gera) auf. Zu erleben sind auch Tänzer aus Gießen (Hessen), Ulm (Baden-Württemberg), aus Schwerin und Neustrelitz. Die Staatliche Ballettschule Berlin schickt elf Eleven an den Ryck. „Das Programm ist vielfältig: Vom zeitgenössischen bis zum klassischen Tanz ist alles dabei, es gibt das kleine Gruppenstück und Soli“, sagt Dramaturgin Franziska Lüdtke. Für Ballettdirektor Ralf Dörnen ist das künstlerische Engagement zugunsten von Mitmenschen eine Selbstverständlichkeit: „Es gibt so viele Menschen, die Hilfe brauchen!

Wir Theaterleute stehen in der Öffentlichkeit. Da gehört es dazu, dass wir da auch etwas machen.“

Die Stadt will das Miteinander fördern

Der Greifswalder Preis für Mitmenschlichkeit gilt Bürgern, Initiativen und Einrichtungen, die mit ihrem Tun das „demokratische, zivile und menschliche Miteinander“ fördern.

Mit dem Preis ist eine finanzielle Unterstützung verbunden. Diese können Bürger, Vereine, Initiativen, Schulen, ja auch Kindergärten bei der Stadt beantragen. Neben einer Beschreibung ihres Projekts bzw. Vorhabens wird ein Finanzierungs- und Kostenplan benötigt. Einzureichen ist das alles im Beauftragtenbüro der Stadt, Markt 15. Der Antrag kann auch per E-Mail gesandt werden: beauftragtenbuero@greifswald.de.

Die Stadt hat ein Spendenkonto für den Preis eingerichtet. Wer helfen möchte, den Preis finanziell zu unterfüttern, kann Geld auf folgende Bankverbindung überweisen: Sparkasse Vorpommern, Iban: DE 42 1505 0500 0102 0673 76, Bic: NOLADE21GRW

Sven Jeske

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