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Romantisches Kalifornien im kleinen Greifswald

Greifswald Romantisches Kalifornien im kleinen Greifswald

Mit einer faszinierenden Fotoschau besticht zurzeit die Galerie STP im Westend der Stadt. Wer die Arbeiten von Marcus Hofschulz betrachtet, fühlt sich an Friedrich erinnert.

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„Ich hasse es, fotografiert zu werden“, gibt der Fotokünstler Marcus Felix Hofschulz unumwunden zu — und ließ den OZ-Fotografen Peter Binder dennoch nicht im Regen stehen. Mit einem seiner Lieblingsmotive, der „Einsamen Zypresse“, ließ er sich dann doch ganz gern ablichten.

Greifswald. Endlosstrände und blauer Himmel. Von Kalifornien hat wohl nahezu jeder dieses romantisch verklärte Klischeebild im Kopf. Die Realität sieht teilweise ganz anders aus. Davon kündet zurzeit eine wenn auch kleine, aber dafür sehr feine Ausstellung im Westend: Marcus Felix Hofschulz aus Köln zeigt in der Galerie STP Fotografien seiner Kalifornien-Reise. Die führte ihn gemeinsam mit dem in Hamburg lebenden Digitalkünstler Kori 4500 Kilometer quer durch das Land an der Westküste Amerikas. Von San Francisco nach Los Angeles und weiter bis zum Yosemite-Nationalpark, der gerade in diesen Tagen von gewaltigen Waldbränden bedroht wird. Seine Motive: steile Küsten, einsame Wüsten und wildes Meer.

„Es war ein Traum“, schwärmt der 1961 in Bonn geborene Hofschulz, der mit dieser Reise sein Fotografenleben komplett umkrempelte. Bisher auf Porträts sowie Mode und damit vorwiegend auf Studioarbeit und Schwarz-Weiß-Aufnahmen spezialisiert, wollte er noch einmal Neues wagen: Die Landschaftsfotografie hatte es ihm plötzlich angetan. Und das, obwohl er 2006 und 2008 mit seinen „60 Eyes“ und „Gesichter zum Lesen“ so erfolgreich auf der Photokina war, der weltweit bedeutendsten Messe für Fotografie. 2008 wurde er gar Semi-Finalist bei den renommierten Hasselblad Master Awards, in der Branche ein begehrter Preis.

Doch Hofschulz ist einer, der immer wieder die Herausforderung sucht und dabei gern Neues ausprobiert. Auf Kalifornien hatte er wohl auch deshalb ein Auge geworfen, weil er dort Jahre der Kindheit verbrachte. Mit dem jüngsten Projekt und seiner Leica im Gepäck wollte er „die Konfrontation von Wüste, Meer und Städten“ aufs Papier bannen. Schwarz-Weiß-Aufnahmen waren sein Ziel. „Aber in Kalifornien scheint nun mal die Sonne“, sagt Hofschulz und machte aus seiner Not eine Tugend: „Wir haben die Farbe aus den Bildern erst raus-, dann Blau reingezogen und danach auf einer Schwarz-Weiß- Ebene weitergearbeitet“, beschreibt er das Geheimnis der ungewöhnlichen Farbgebung aller zur Serie gehörenden Fotografien. „Intense reduced colour“ nennen er und der Digitalkünstler Kori ihr Produkt.

Und da ist es wieder: das Blau Kaliforniens. Allerdings auf einer ganz eigenwilligen, unwirklich anmutenden, ja sehr gefühlsbetonten Art. Und fast scheint es, als wollte Marcus Felix Hofschulz die Romantik wieder auferstehen lassen. Caspar David Friedrich lässt grüßen. Eine Ausstellung, wie für Greifswald gemacht. Oder doch zu weit hergeholt?

Fakt ist: Der Kölner pflegt seit Jahren eine Freundschaft zu Peter Konschake, dem Inhaber der Galerie STP und selbst leidenschaftlicher Fotograf. Die beiden lernten sich in Zingst kennen, wo das Fotofestival „Horizonte“ zu Hause ist. „Ich liebe die Ostsee, das Fischland-Darß, aber auch Rügen“, offenbart Hofschulz, der häufig im Norden ist. Doch im Januar 2014 geht es erst einmal wieder mit zwei Assistenten auf Tour: acht Wochen Argentinien und Chile. Das Ergebnis wird hoffentlich auch in Greifswald präsentiert.

Die Galerie STP
2010 eröffnete der Arzt und Fotokünstler Peter Konschake seine Galerie STP in der Langen Straße 21 — eine Gemeinschaft mit dem seit 20 Jahren in Greifswald agierenden Galeristen Hubert Schwarz.

Die Galerie STP legt ihren Schwerpunkt auf osteuropäische Kunst. Dafür stehen Ausstellungen mit dem litauischen Fotografen und Maler Algis Griškevicius, mit dem Letten Ulvis Alberts oder dem Polen Tomasz Myjak.

Genau so vertreten sind aber auch deutsche Fotografen wie Thomas Höpker, Walter Schels oder jetzt Marcus Felix Hofschulz. Seine Ausstellung „California“ (noch bis 27. September) wandert im Anschluss nach Warschau.

 

Petra Hase

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