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Silikon trifft auf Aquarell — große Bühne für junge Künstler

Buggenhagen Silikon trifft auf Aquarell — große Bühne für junge Künstler

Till Richter hat im Schloss Buggenhagen sein Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet.

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Museumsdirektor Till Richter vor den Arbeiten der Künstler — skulpturale Aquarelle und Khesins Bild aus Silikonschichten.

Quelle: Fotos: Henrik Nitzsche

Buggenhagen. „Ich kaufe ein Schloss, eröffne ein Museum und will, dass du ausstellst.“ Was ihr Till Richter damals an der Universität der Künste in Berlin sagte, hat Juliane Tübke nicht vergessen. Das war die erste Begegnung der beiden. Jetzt haben sie sich wieder getroffen — die junge Künstlerin und der Museumsdirektor. Till Richter hat es getan. Er kaufte das Schloss Buggenhagen und eröffnete gestern das „Till Richter Museum“. Und zu den ersten jungen aufstrebenden Künstlern, die in dem Herrenhaus ausstellen dürfen, zählt Juliane Tübke. Sie ist die Enkelin von Werner Tübke, der einer der bedeutendsten Maler der DDR war. Er wurde vor allem durch das Panorama in Bad Frankenhausen über die Bauernkriege im 16. Jahrhundert populär. Seine Enkelin widmet sich großformatigen Aquarellen. Ihre Arbeiten und die von Lev Khesin, er zeigt beeindruckende Bilder aus Silikonschichten, sind bis Anfang November in der Ausstellung „Aquacone“ zu besichtigen.

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Museumsdirektor Till Richter vor den Arbeiten der Künstler — skulpturale Aquarelle und Khesins Bild aus Silikonschichten.

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Vor Monaten war daran nicht zu denken. „Die Renovierungsarbeiten waren eine Herkulesarbeit. Die Schwammsanierung hat besonders viel Zeit gekostet“, sagt Richter, der in den vergangenen Monaten mehr Bauleiter als Direktor war. Zwischen Einzug und Eröffnung liegen gerademal acht Monate. Zumindest im Erdgeschoss ist das Schloss schon zum Haus für zeitgenössische Kunst geworden. Neun Ausstellungsräume sind fertig — hell und modern. Knapp 30 Räume sollen es später werden. „Dann haben wir eine Museumsfläche von rund 1000 Quadratmetern auf zwei Etagen. Dazu kommen noch Büro, Bibliothek, ein Studio und ein Videoraum“, schaut der Kunsthistoriker nach vorne. Er bezeichnet seinen Traum vom Museum als eine Mutter-Sohn-Initiative. „Sie hat mir sehr viel geholfen.“ Familie ist ihm wichtig. Deshalb wird im Winter sein Halbbruder Norman Richter, Regisseur an der Filmhochschule Potsdam, Ausschnitte aus seinen bislang gedrehten Kurzfilmen hier zeigen. „Er überschreitet Grenzen und geht vom Filmemachen zur Videokunst“, sagt Till Richter und kündigt für Anfang September eine Veranstaltung in seinem Schloss an. Besser gesagt im Schlossgarten. Denn dort heißt es am 7.

September ab 16 Uhr „Bach auf der Wiese“. Eigentümer von großen Anwesen in der Region sind Gastgeber für klassische Konzerte. „Ist doch klar, dass wir uns da einbringen.“

Einbringen will sich Richter auch in das geplante Auktionshaus für zeitgenössische Kunst in Berlin. „Bevor ich aber dieses Pferd reite, muss ich erst hier fest im Sattel sitzen.“ Und sitzen mag er besonders gern auf der Terrasse des Schlosses, um in den Garten zu schauen. „Es ist besser als ich es mir vorgestellt habe“, meint Richter, der ursprünglich das Wrangelsburger Schloss erwerben wollte. Nun ist es Buggenhagen geworden. Zwei junge Künstler finden hier eine Bühne. Und wenn Juliane Tübke Ende des Jahres für ein Semester nach New York geht, steht auf ihrer Referenzliste das „Till Richter Museum“.

Zur Person
Till Richter wuchs in Bremen auf. An der Sorbonne in Paris absolvierte er das klassische Studium der Kunstgeschichte. Mit 28 Jahren machte er seinen Professor für Kunstgeschichte und Kurator an der Concordia University in Austin (USA). Anschließend arbeitete er als Professor an der University of Texas at Austin. Richter ist auch als Kunstkritiker und Kurator tätig.

Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, mittwochs nach Vereinbarung ☎ 038374/551919

Die Renovierung war eine Herkules-

arbeit.“Till Richter, Direktor

 

Henrik Nitzsche

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