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Spannender Krimi mit Charakterstudie

Greifswald Spannender Krimi mit Charakterstudie

Silke Zschäckel veröffentlicht Debütroman „Das Schlüsselloch“ — inspiriert von Erlebnissen in Greifswald

Greifswald. Eva Zimmermann ist tot. Diese Vermutung wird für den völlig verzweifelten Ehemann und Vater zweier Söhne zur Gewissheit, als in einem alten Brunnen eines verlassenen Forsthauses die Leiche einer Frau gefunden wird. Vier Wochen schon galt die 32-jährige Krankenschwester des Uniklinikums als vermisst. War es heimtückischer Mord?

 

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Silke Zschäckel lebt und arbeitet heute in Heilbronn.

Quelle: Vincent Leifer

Die Autorin Silke Zschäckel, die unter dem Pseudonym Silke van Ryck im Verlag Tredition ihren Debütroman „Das Schlüsselloch“ veröffentlichte, dürfte vielen Hansestädtern nicht unbekannt sein. Die Pressesprecherin am Theater Heilbronn ist gebürtige Greifswalderin und arbeitete von 1995 bis 2003 als Redakteurin bei der OSTSEE-ZEITUNG. In jener Zeit lernte sie auch die Arbeit der Gerichtsmedizin der Universität kennen und erfuhr von einem Tötungsdelikt, das sie all die Jahre nicht loslassen sollte. „Die Geschichte brannte mir auf den Nägeln“, sagt Silke Zschäckel, die für ihr Leben gern schreibt. Doch die Arbeit einer Pressesprecherin und die einer Redakteurin sind zwei paar Schuhe. Zschäckel suchte in der neuen Heimat nach Wegen, sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit kreativ zu betätigen. Geschichten als Ausgleich zu Premierenankündigungen — das liegt irgendwie nahe. Dabei ließ sie sich von ihren früheren Erfahrungen inspirieren: den Recherchen zur Gerichtsmedizin ebenso wie von Gesprächen mit dem Polizeiseelsorger oder mit einer Sozialarbeiterin im Greifswalder Umland.

Entstanden ist ein 264-seitiges Buch, das der Leser nach den ersten Kapiteln nur schwer aus der Hand legen mag und deshalb gebannt bis zum Ende weiterschmökert. Zwar lässt Zschäckel von Beginn an keinen Zweifel daran, wer die Krankenschwester auf dem Gewissen hat. Doch vermag die studierte Germanistin es auf berührende Art, tiefe Einblicke in die Seele des Täters zu gewähren und somit die Spannung zu halten. Emotionsgeladen lässt sie uns an der Gedankenwelt des unscheinbaren Alleingängers teilhaben, dessen ernsthafter Versuch, in dieser Welt einen Platz zu finden, von Kindesbeinen an zum Scheitern verurteilt war. Geschickt tummelt sich die Autorin wie ganz nebenbei auch auf anderen Spielwiesen zwischenmenschlicher Beziehungen. Freundschaft und Liebe, Kollegialität und Arroganz sowie Professionalität und Unvermögen handelnder Personen beschreibt sie mit Freude am Detail und gibt dem Roman damit weitere spannungsreiche Nuancen. Passionierte Greifswalder werden zudem den einen oder anderen Ort wiedererkennen, auch wenn die Bezeichnungen mit den tatsächlichen Namen nicht übereinstimmen. Da klingt ein wenig Wehmut mit. Der schlichte Norden ist eben doch reizvoller als der üppige Süden — wenn er denn Heimat ist.

Das Schlüsselloch, Preis: 10,99 Euro, ISBN 978-37345-1021-2

Von Petra Hase

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