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Theater: So normal wie Fußball!

Greifswald Theater: So normal wie Fußball!

Karina-Paula Kescek kämpft als Theaterpädagogin auf vielen Feldern gegen Schwellenängste

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Jahrelang stand sie als Schauspielerin auf der Bühne, jetzt bringt sie ambitionierte Laien zum Spielen: Karina Kescek.

Quelle: Sybille Marx

Greifswald. Na schön, fürs Foto steht sie mal kurz still, diese quirlige Theaterpädagogin. Lächelt in die Kamera, umfasst ihre Handgelenke... dann dreht sie sich wieder um zur Probe ihres Erwachsenenspielclubs „Ensemble Fortschritt“ am Theater Vorpommern und sofort sind sie wieder da: Karina-Paula Kesceks große Gesten, ihre lustigen Grimassen, diese vielen lauten, etwas heiser klingenden Wörter, die ihr wie Flummis von der Zunge springen.

Stück im Klassenzimmer

Eines von vielen Angeboten der Theaterpädagogik: Ein Theaterteam kommt für eine Aufführung in die Schule.

45 Minuten wird gespielt, 45 Minuten debattiert. Derzeit stehen sechs Klassenzimmerstücke zur Auswahl. Das begehrteste: „Krieg: Stell Dir vor, er wäre hier“. Neu in dieser Spielzeit ist „Flasche leer“.

paedagogik@theater-vorpommern.de, ☎ 03834-5722214

Im Erwachsenenclub liebt man sie für diese Energie, für ihre Leidenschaft, ihre Ideen. „Sie ist kreativ und verrückt“, sagt Jens Kraf- czyk, einer der Teilnehmer. Aber ein bisschen verrückt, das muss man wohl auch sein, wenn man Karina Kesceks Pensum schaffen will.

Als Theaterpädagogin in Greifswald, zuständig für die Sparten Schauspiel und Ballett, tanzt sie inzwischen in der zweiten Spielzeit auf zig Hochzeiten jeden Tag: Sie leitet den Erwachsenenclub und den Jugendclub des Hauses, besucht mit Klassenzimmerstücken Schulen in ganz MV, bietet passend zu Lehr- und Spielplänen Unterrichtseinheiten an, Fortbildungen für Lehrer, Vor- und Nachbesprechungen zu allen Stücken, Improvisations- und andere Workshops für Gruppen...

Hinter diesen vielen Aktionen steht die eine Vision: „Theater muss so normal werden wie Fußball“, findet Karina Kescek. Wie Schule, Computerspielen oder essen. „In jedem Theaterstück kann man irgendeinen Bezug zu sich oder zur Gesellschaft finden“, meint sie. Darum gebe es auch niemanden, für den es nicht interessant sein könne. Viele fürchteten sich nur vor dieser „Hochkultur“, betrachteten sie als Elfenbeinturm, den man höchstens kurz betrete.

In dem Versuch, schon unter Schülern Schwellenängste abzubauen, hat die Theaterpädagogin in der vergangenen Spielzeit das neue Format des Kulturwandertags etabliert. Letztens lief er am Stralsunder Theater: Eine fünfte Klasse von der Insel Rügen reiste an ihrem offiziellen Wandertag an, Karina Kescek führte sie durchs Haus, machte mit den Schülern den gewünschten Workshop zu sozialer Kompetenz, brachte sie zum Improvisieren und nebenbei wohl auch zum Nachdenken über sich selbst. Ein Gespräch mit Schauspielern hätte sie auf Wunsch auch noch organisieren können oder einen Probenbesuch...alles in dem Versuch, Brücken zu bauen.

Dass Theater so normal ist wie Fußball — in ihrem eigenen Leben hat sich das übrigens ganz von selbst ergeben. Als Tochter eines Ballettdirektors und einer Ballettmeisterin wuchs Karina-Paula Kescek quasi in verschiedenen deutschen Theatern auf. In Hamburg machte sie später eine Schauspielausbildung, trat dann auf Bühnen in Lüneburg, Hannover, Koblenz, Berlin und Genf auf, bis sie 2009/10 in Heidelberg noch eine Ausbildung zur Theaterpädagogin draufsetzte. Zuzusehen, wie unter ihrer Leitung nun etwas wächst, wie Stücke entstehen, Gruppen zusammenwachsen, Einzelne mutiger, freier oder einfach interessierter werden — „das ist etwas ganz anderes, als selbst auf der Bühne zu stehen“, sagt Karina Kescek. „Aber es ist genauso toll.“

Von Sybille Marx

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