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Theater Vorpommern droht großes Haushaltsloch

Greifswald Theater Vorpommern droht großes Haushaltsloch

Bildungsminister Mathias Brodkorb beharrt darauf, dass es weitere Einsparungen nur mit seinem Segen geben darf — sonst gibt es keinen Defizitausgleich

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Ich bin dem Theater entge- gengekommen.“Mathias Brodkorb, Bildungsminister

Greifswald. Der Streit um die Finanzierung des Theaters Vorpommern mit der Landesregierung eskaliert weiter. Die Gesellschafter des Musentempels dürfen weitere Einsparungen nur in Abstimmung mit dem Land vornehmen. Sonst gibt es definitiv nicht die zugesagten bis zu 350000 Euro Defizitausgleich für 2016, bekräftigt Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG.

 

OZ-Bild

Die drei Gesellschafter sind sich einig.“Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister

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Das würde ein Haushaltsloch von rund 300000 Euro bedeuten, das die drei Gesellschafter des Theaters, Greifswald, Stralsund und Vorpommern-Rügen, stopfen müssten. Oder sie beauftragen das Theater, diese Summe einzusparen und entsprechende Mehreinnahmen zu erwirtschaften.

„Ich habe Freitag einen Brief der Gesellschafter bekommen“, bestätigt Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) auf OZ-Nachfrage. „Aber ich kann dem Schreiben nicht entnehmen, dass meine Bedingung, dass weitere Einsparungen nur in Abstimmung mit mir möglich sind, erfüllt wird.“ Mit anderen Worten: Die Forderungen eines am 11. April abgelaufenen Ultimatums sind bisher aus seiner Sicht nicht erfüllt. Aber Brodkorb verzichtet darauf, wie angedroht Montag den vom Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) als Vorsitzendem der Gesellschafterversammlung unterzeichneten Antrag auf Defizitausgleich abzulehnen.

Die bis zu 350000 Euro für das Theater Vorpommern hatte Brodkorb Anfang März unter bestimmten Voraussetzungen zugesagt (die OZ berichtete). Zumindest eine Voraussetzung sieht er nicht als erfüllt an. Denn die Theatergesellschafter hätten trotz der Zusage Intendant Dirk Löschner mit der Suche nach weiteren Sparmöglichkeiten beauftragt. Aber der Verzicht auf „Noch mehr sparen“ sei Teil der Übereinkunft gewesen.

Brodkorb erinnert: Das Defizit im Wirtschaftsplan beträgt 611000 Euro. Man sei sich einig, 250000 Euro aus der Rücklage zu nehmen und 60000 Euro zu sparen. Bleiben nur noch 301000 Euro Defizit. Dank 350000 Euro aus Schwerin entstünde ein Überschuss von 50000 Euro als Polster für Mindereinnahmen beispielsweise durch schlechtes Wetter im Theatersommer. „Dass Sie nunmehr dem Theater ohne Abstimmung mit dem Land eine zusätzliche Einsparung auferlegen wollen, obwohl das die Finanzsituation nicht erfordert, ist mir kulturpolitisch unerklärlich“, schreibt Brodkorb in seinem letzten Brief. Wenn das Theater sparen könne, ohne Qualität und Umfang des Spielbetriebs einzuschränken, dann dürfe Schwerin auch keinen Defizitausgleich leisten. Das verbiete die Landeshaushaltsordnung, bekräftigt Brodkorb. Dass er einen Defizitausgleich zugesagt habe, sei ein großes Entgegenkommen, betont er. Das Theater Vorpommern hat in den letzten Jahren immer mit einem Minus abgeschlossen.

Stefan Fassbinder steht im Zentrum der Kritik des Ministers. Denn die Zusage der Vorab-Defizitüberweisung entstand bei einem Dreiergespräch von Brodkorb, dem Intendanten Löschner und dem Greifswalder Oberbürgermeister. Sie wurde von der hinzugebetenen Finanzministerin Heike Polzin (SPD) und ihrem Staatssekretär abgesegnet.

„Es gab keine verbindliche Absprache“, sagt Stefan Fassbinder. Absprachen könne und würde er nicht ohne Stralsunds OB Alexander Badrow und Vorpommern-Rügens Landrat Ralf Drescher (beide CDU) treffen.

Die Gesellschafter seien sich bei ihrem Vorgehen einig, betont er. Sie hätten mit der parallel erfolgten Beauftragung Löschners, weitere Sparmöglichkeiten zu suchen, nur eins sicherstellen wollen:

Dass die Gesellschafter ein denkbares weiteres Defizit nicht ausgleichen müssten. Darum sehe er, Fassbinder, auch keinen Widerspruch zum Inhalt des Gesprächs mit dem Minister zum Defizitausgleich.

Löschners Sparvorschläge summieren sich übrigens auf rund 190000 Euro, darunter sind 87000 Euro beim Personal und 50000 Euro bei den Fahrtkosten. Da bliebe dann immer noch ein Minus von 110000 Euro, wenn es keine Einigung mit dem Bildungsministerium in letzter Minute gibt.

Von Eckhard Oberdörfer

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