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Annäherung an ein rätselhaftes Idol

Greifswald Annäherung an ein rätselhaftes Idol

Das Theater Vorpommern widmet sich in seiner Monodramen-Reihe dem Sänger Bob Dylan

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Schauspieler und Autor Stefan Hufschmidt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Bob Dylan, „der immer für eine Enttäuschung gut ist“.

Quelle: Foto: Vincent Leifer

Greifswald. Bob Dylans Song „Blowin' In The Wind“ wurde bei „Youtube“ über 16 Millionen Mal aufgerufen. Nicht ganz so viele Klicks erreichte er auf dem Videoportal mit „Knockin' on Heaven's Door“, der Klassiker schlechthin. Doch wer ist dieser Typ eigentlich, der mit 76 Jahren immer noch 100 Konzerte pro Jahr spielt, 2016 mit dem Literaturnobelpreis geehrt wurde und sich einen feuchten Kehricht darum schert, was die Welt über ihn denkt?

Der Schauspieler und Autor Stefan Hufschmidt beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem erfolgreichen US-Amerikaner, „der immer für eine Enttäuschung gut ist“. Genug Stoff, um daraus ein Stück für die Bühne zu machen: Am 6. Oktober feiert seine „Dylan Passion“ in der Reihe Monodramen Premiere. Der Untertitel: „Musikalische Annäherung an ein Idol“. Hufschmidt gibt damit seinen Einstand am Theater Vorpommern.

Schauspieldramaturg Oliver Lisewski, ebenfalls neu am Haus, kann sich noch gut an ein Konzert in Berlin erinnern: „Es sollte auf der Waldbühne stattfinden, wurde dann aber in den Treptower Park verlegt.“ Riesenjubel bei den Ostberlinern, die sich am Ende bitter enttäuscht sahen: „Er hatte nicht ein einziges Wort für sie übrig“, so Lisewski. Ein Idol mit reichlich Ecken und Macken, die ihm wahre Fans nicht krumm nehmen. Hufschmidt geht noch einen Schritt weiter und überspitzt: „Sein Konzert ist die Versammlung einer Sekte, die ihn verehrt, um ihn zu ehren.“ Wobei: „Kein Konzert ist wie das andere. Es gibt auch schlechte“, sagt der gebürtige Mülheimer, der Dylan erst mit Mitte 30 für sich entdeckte. Dann aber gab es kein Halten mehr. „Ich war völlig geflasht. Es gab Zeiten, in denen ich nichts anderes hörte“, gibt Hufschmidt offen zu.

Deshalb – wie kann es anders sein – gebe das Stück auch sehr viel Persönliches frei: Hufschmidts Beziehung zur Person und zur Musik Dylans, seine subjektive Perspektive auf einen Mann, der als einflussreichster Musiker des 20. Jahrhunderts gilt. Während sich andere Stars von einst auch ohne neue Erfolge feiern lassen und sich an Geldgeber verkaufen, blieb sich Bob Dylan immer treu. „Er hat sich erfolgreich jeder Vereinnahmung widersetzt und sich trotzdem immer wieder neu erfunden“, sagt Dramaturg Oliver Lisewski. Ein rätselbehaftetes Genie, das mit seinen Folk-, Blues-, Rock- und Popsongs von Menschen und Liebe, Einsamkeit und Verzweiflung, Weggehen und Ankommen... Millionen Menschen berührt. Indes: Wovon singt er eigentlich?

Hufschmidt hat manche seiner Texte übersetzt, wird im Rubenowsaal deshalb nicht nur erzählen, sondern auch Gitarre spielen und singen. Die Monodramen, so Lisewski, seien dafür ein ideales Format.

„Die Reihe ist für mich neu“, offenbart der Theaterwissenschaftler, „doch ich finde sie absolut reizvoll und hochspannend.“

Und nicht nur er: In der vorigen Spielzeit neu ins Programm aufgenommen, erfreuten sich die insgesamt zehn Monodramen an fünf Abenden beim Publikum einer großen Beliebtheit. Dafür sprach am Ende auch das abschließende Festival. „Das haben wir auch in diesem Jahr wieder auf dem Plan“, sagt der Dramaturg. Freunde dieser Ein-Personen-Stücke sollten sich deshalb schon den 9. Juni 2018 vormerken. Dann allerdings sind nur neun statt zehn Stücke zu erleben, da der Dylan-Abend monothematisch inszeniert ist.

Premiere: 6. Oktober, 20 Uhr

Petra Hase

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