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Eine Liebesgeschichte mit magischer Kraft

„Faust. Ein Fragment“ Eine Liebesgeschichte mit magischer Kraft

Zum Spielzeitauftakt offeriert das Theater Vorpommern an diesem Wochenende gleich zwei Schauspielpremieren / Nach „Kruso“ am Freitag folgt „Faust“ am Sonnabend

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Blick in die Probebn von „Faust. Ein Fragment.“

Quelle: Vincent Leifer

„Faust. Ein Fragment“. Große Literatur lechzt nach großem Ehrgeiz und Talent, sofern sie auch auf den Bühnen dieser Welt das Publikum anrühren soll. Die Schauspielsparte des Theaters Vorpommern hat dafür reichlich Ambitionen. Denn mit „Kruso“ steht am Freitagabend nicht nur ein beachtenswertes Werk zu Beginn der neuen Spielzeit im Fokus des Ensembles (die OZ berichtete). Die Premiere ist bereits ausverkauft. Tags darauf wollen die Mimen mit „Faust. Ein Fragment“ gleich für den nächsten Paukenschlag sorgen – wenn auch in anderer Besetzung.

 

OZ-Bild

Das Tolle an Goethe ist diese lange Seelenwande- rung mit dem Faust-Stoff, das waren über 60 Jahre.“Reinhard Göber, Regisseur

Quelle:

Das Drama

feiert am

1. Oktober um 19.30 Uhr in Greifswald Premiere. Die nächste Vorstellung steht am 9. Oktober, 16 Uhr, im Spielplan. Eine Einführung zum Stück erhalten Interessenten um 15.15 Uhr. Nach der Vorstellung können Zuschauer

ihren „Senf dazugeben“ – Regisseur Reinhard Göber und Chefdramaturg Sascha Löschner freuen sich auf Gäste.

Die Wahl des Stückes ist alles andere als beliebig. Denn Regisseur Reinhard Göber gibt damit seinen Einstand als neuer Oberspielleiter des Schauspiels. Und: Was würde besser zum neuen Spielzeitmotto „MACHT Theater!“ passen als das urdeutsche Drama vom alten Geheimrat Goethe?! „Faust“ hat das Denken von Generationen beeinflusst – und tut es noch heute. Ein Stoff, der zur Schullektüre gehört. Kein Wunder, dass die Idee einer Bühnenfassung bei hiesigen Pädagogen gut ankommt. Und das, obwohl das „Faustfragment“ nicht direkt im Unterricht behandelt wird. „Trotzdem haben wir von den Lehrern bei der Vorbesprechung des Spielplans bereits ein sehr positives Echo erhalten“, verrät Chefdramaturg Sascha Löschner.

Was aber ist es, was den Zuschauer oder Leser auch knapp 250 Jahre nach der Niederschrift immer noch an Goethes Dichtung fasziniert? Diese Frage muss sich wohl ein jeder selbst beantworten. Fakt ist:

Das „Faustfragment“ steht entstehungsgeschichtlich zwischen dem „Urfaust“ und „Faust. Eine Tragödie“ und stellt die Liebestragödie um Gretchen – gespielt von Anne Greis – in den Vordergrund.

Für den Schauspieler Alexander Frank Zieglarski ist der Faust „eine Rolle, die man sich wünscht. Einfach cool“, sagt er. Dabei hatte der 39-Jährige bereits das Glück, in seiner Detmolder Zeit den Mephisto im „Urfaust“ gegeben zu haben. Nun also eine „astreine Liebesgeschichte von einem wissensbeladenen Typen, der seine erste Liebe kennenlernt und völlig geflasht ist“, formuliert der Darsteller.

Ein altmodisches Thema, das in der heutigen, ach so aufgeklärten Welt eher etwas fremd wirkt, oder? Mitnichten! Die Liebe ist kein alter Zopf. Ganz im Gegenteil. „Wer nimmt sich heute die Zeit, jemanden noch richtig kennenzulernen“, fragt Zieglarski. Und wenn doch: „Sobald es Probleme gibt, ist der Ofen aus. Alles muss immer perfekt sein. Jeder fühlt sich getrieben und glaubt, es geht noch besser“, sagt der Schauspieler.

Regisseur Reinhard Göber ist überzeugt davon, dass das Faustfragment ein Stück ist, das jung und alt in den Bann ziehen kann. Sowieso halte er nichts davon, Theater nur für junges oder nur für altes Publikum zu machen. Theater habe das Zeug dazu, „die individuellen und gesellschaftlichen Katastrophen einer Gesellschaft in Echtzeit fiktiv“ durchzuspielen. Theater könne Spannung und Irritation erzeugen – und natürlich auch Kommunikation.

Göbers hat seinen Anspruch als neuer Oberspielleiter klar definiert. Als Regisseur, der schon auf über 20 Bühnen inszenierte und übrigens in Vorpommern mit „Hedda Gabler“ Erfolge feierte, sagt er:

„Es ist nicht besonders schwierig, in München Theater zu machen. Aber hier ist es eine große Herausforderung.“ Mal sehen, wozu ihn die Provinz inspiriert.

Petra Hase

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