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Karl Lappe: Vergessen und neu entdeckt

Wusterhusen Karl Lappe: Vergessen und neu entdeckt

In der Kirche von Wusterhusen erinnert eine Lesung heute an das Werk des pommerschen Dichters

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Die Wusterhusener Kirche: Hier liest der Greifswalder Rhetoriker Jan Holten heute Texte von Karl Lappe.

Quelle: Katrin Krüger

Wusterhusen. „Es wird grandios!“, verspricht Jan Holten, Theaterpädagoge aus Greifswald. Und meint damit seinen Auftritt heute Abend in Wusterhusen. In der mehr als 700 Jahre alten Kirche des Dorfes will Holten, ein ausgewiesener Rhetoriker, „ganz feine Texte“ eines Dichters lesen, der schon so gut wie vergessen war.

OZ-Bild

In der Kirche von Wusterhusen erinnert eine Lesung heute an das Werk des pommerschen Dichters

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Mit seinen Versen hatte Karl Gottlieb Lappe (1773-1843) dereinst ein großes Publikum erreicht. Neben Liebesreimen verfasste er vor allem Gedichte, in denen er die Schönheit seiner Heimat beschrieb.

Schiller veröffentlichte mehrere Arbeiten des Pommern in seinem berühmten „Musenalmanach“. Auch Goethe nahm Notiz von ihm. Lappes Texte wurden von so berühmten Komponisten wie Ludwig van Beethoven, Franz Schubert und Robert Schumann vertont. Trotz alledem verlor sich die Spur des Lyrikers mit den Jahren.

Ingo Gudusch hat sie wieder aufgenommen. Der Betreiber eines Kanuhofs in Spandowerhagen beschäftigt sich seit seiner Schulzeit mit Karl Lappe. „Mit einem Gedicht über den Schwedenkönig Gustav Adolf hat er seinerzeit mein Interesse geweckt“, erklärt er. „Dass Lappe viele Orte Pommerns in Gedichten verewigte“, beeindrucke ihn.

Gudusch und anderen ist es zu verdanken, dass der einst bekannte und später der Beutungslosigkeit anheim gefallene Dichter in unserer Region wieder ein Begriff ist. 2010 gründeten sie einen Verein, um das Erbe „des wohl bedeutendsten pommerschen Lyrikers seiner Zeit“ zu pflegen. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Wusterhusen/Lubmin beantragten sie schließlich Fördermittel, um das Wusterhusener Pfarrhaus – Lappes Geburtsstätte – instandzusetzen und umzubauen. Der Wunsch, hier mit einer dauerhaften Ausstellung an den Dichter zu erinnern, wurde wahr. Seit 2014 geben mehrere Tafeln und Vitrinen Auskunft über Leben und Werk des Mannes, der Zeitgenosse des Schriftstellers Ernst Moritz Arndt und der Maler Caspar David Friedrich und Philipp Otto Runge war.

„Wir haben es geschafft, Karl Lappe aus der Versenkung zu holen“, resümiert Ingo Gudusch inzwischen. Die kleine Ausstellung im Wusterhusener Pfarrhaus stoße auf Interesse. Damit Besucher auch Werke Lappes hören können, hatte der Rhetoriker Jan Holten einige für eine CD-Aufnahme vorgetragen. Demnächst werde auch eine Zusammenstellung von vertonten Lappetexten erscheinen, kündigt Ingo Gudusch an.

Größtes Projekt für den Verein sei derzeit die Umgestaltung des Wusterhusener Pfarrgartens. Die Stiftung des Umweltdienstleisters Veolia hatte im vergangenen Jahr 5000 Euro dafür übergeben. „Der Garten“, schildert Gudusch, „ist schon richtig schön. Im nächsten Jahr soll seine Gestaltung abgeschlossen werden.“ Dann könne er wohl auch vermehrt für Lesungen und Konzerte genutzt werden. Eine Gedenkplatte im Garten soll an den Sterbeort Lappes, die Heilgeiststraße 35 in Stralsund, erinnern. Das Haus wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt. Jahrer später fand man die Platte unter Schutt. Ingo Gudusch bewahrt sie auf seinem Kanuhof auf.

Eine gute Stunde sollte einplanen, wer die Karl-Lappe-Lesung heute Abend in der Wusterhusener Kirche besuchen möchte. Redner Jan Holten war bereits gestern Feuer und Flamme. „Lappes Lyrik – das ist die ganze Palette des menschlichen Seins.“ Liebe, Beziehung, Landschaft, Natur – romantisch, nüchtern, heiter. Ingo Gudusch ist überzeugt: „Aus Lappe lässt sich noch viel machen.“

Szenische Lesung, heute, 20 Uhr, Kirche in Wusterhusen

Sven Jeske

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