Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Nächtliche Theaterführung lüftet Geheimnisse

Greifswald Nächtliche Theaterführung lüftet Geheimnisse

Mit einem neuen Format öffnet sich das Bühnenunternehmen seinem Publikum

Greifswald. Was hat es mit dem Matrosenring und den Hausknochen auf sich? Warum entstand der Bühnenturm? Was ist eigentlich das Archiv der Wünsche?

Mit wunderbaren Begebenheiten, erstaunlichen Geschichten und rätselhaften Gegenständen will das Theater Vorpommern nunmehr zu später Stunde Besucher in seinen Bann ziehen. Die erfahren dann, was dem geneigten Publikum mithin verborgen bleibt. „So ein Bühnenhaus hat seine Geheimnisse. Einem ausgewählten Kreis an Leuten zeigen wir Orte und Dinge, die vorher noch niemand gesehen hat“, erklärt Dramaturg Sascha Löschner.

Nach den Abendproben, 22 Uhr, sollen je 20 Interessierte in die Rätselhaftigkeit des Theaters eintauchen dürfen. Aufführungsort der knapp eineinhalbstündigen Begehung ist das gesamte Gebäude.

Schauspieler wie Jan Bernhardt und Lutz Jesse geleiten die Teilnehmer von der Pforte bis zur Oberbühne, vom Keller bis zum Dach.

Vorbild dieser exklusiven Aufführung ist das Berliner „Museum der unerhörten Dinge“. Dessen Gründungsvater Roland Albrecht sammelt Gegenstände, die ihre eigenen sonderbaren Geschichten erzählen und daher einen unerhörten Wert besitzen.

„Sein Konzept, so an die Dinge und an die Welt heranzugehen, hat mich fasziniert“, erzählt Arnim Beutel, der die Theaterführung in Greifswald inszeniert hat. Poetisch und informativ erhalte der Besucher die Möglichkeit, in die kulturgeschichtlichen, mystischen Tiefen des Theaters Vorpommern einzudringen. So erfahre er, was es mit dem Begriff „Schlitzohr“ auf sich hat oder inwieweit sich das schwedische Gen im Greifswalder Theater bemerkbar macht. Schließlich gehörte die Hansestadt noch bis 1815 zu Schweden.

Sogar einen geheimen Wunsch könnten Teilnehmer der nächtlichen Führung hinterlassen – im Archiv der Wünsche. In dem sollen Beutel zufolge noch Sehnsüchte aus dem Jahre 1762 existieren. Nicht zuletzt kann unerhörte Orte besichtigen, wer an der Führung teilnimmt. Orte, zu denen Nichttheaterleute ansonsten keinen Zutritt haben. Wie etwa die Hinterbühne oder der Maschinenraum des Theaters. „Bei einigen Räumen haben wir fast ein schlechtes Gewissen, sie zu zeigen“, verrät Arnim Beutel. „Sie verströmen eine ganz besondere Energie der Schauspielkunst, sodass ein Sichtbarmachen sich fast wie eine Entweihung anfühlt.“

Vor zwei Jahren schon hatten die Planungen für die außergewöhnliche Darbietung begonnen. Was herausgekommen ist, sprenge alle Genregrenzen, sagt Sascha Löschner. „Es ist zugleich wissenschaftliche Veranstaltung, touristische Attraktion und Theaterabend. Das Publikum kann mehr partizipieren als sonst.“ Er verdeutlicht, dass es bei dieser Art künstlerischen Schaffens auch darum gehe, die gesellschaftliche Bedeutung von Theater neu zu verhandeln und seinen Wert transparenter zu machen. Dementsprechend sei auch die Rolle der Schauspieler eine andere: „Man erzählt, man berichtet, man moderiert, aber viel spontaner und lebendiger als sonst“, schildert Lutz Jesse. Und sein Kollege Jan Bernhardt ergänzt: „Das ist eine Herausforderung, die ich als sehr abwechslungsreich und angenehm empfunden habe. Die Nähe zu dem Publikum, die wir in den Führungen herstellen, die entblößt uns als Schauspieler und als Theater.“

Dramaturg, Regisseur und Schauspieler sind gespannt auf die Uraufführung, bei der auch Roland Albrecht, Vater des Berliner „Museums der unerhörten Dinge“ dabei sein wird. „Für uns ist es ein Genuss, dieses Wissen mitzuteilen und wir hoffen, auf Besucher zu stoßen, die verantwortungs- und respektvoll mit den Geheimnissen umgehen“, bekennt Armin Beutel.

Premiere: 21. April, 22 Uhr, Greifswald, Bühneneingang Anklamer Str. 106;

13. Mai, 22 Uhr, Stralsund, Bühneneingang Olof-Palme-Platz

Annemarie Bierstedt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stralsund

Jugendkunstschule präsentiert Kurzstücke in der Eisengießerei

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Theater Vorpommern
Benjamin Barz ? Ostsee-Zeitung Hilfe Aktion Wohltaetigkeit Teaser der den User auf die Seite "Helfen bringt Freude" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Helfen bringt Freude“ 2015-11-30 de Aktion Helfen bringt Freude Seit 27 Jahren engagieren sich unsere Leser zusammen mit der OZ für sozial schwache Familien, Kinder sowie gemeinnützige Projekte in Mecklenburg-Vorpommern. Wie Sie in diesem Jahr helfen können, erfahren Sie hier.
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Beilagen
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.