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Sie hatten außer Liebe nichts miteinander zu schaffen

Greifswald Sie hatten außer Liebe nichts miteinander zu schaffen

Monolog in fünf Akten: Die Schauspielerin Katja Klemt mimt Goethes Geliebte Charlotte von Stein

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Die Rolle der Charlotte von Stein scheint der Greifswalder Schauspielerin Katja Klemt auf den Leib geschrieben zu sein.

Quelle: Foto: Koeppenhaus

Greifswald. Sie liebt ihn, sie liebt ihn nicht. Er liebt sie, er liebt sie nicht. Ambivalent und leidenschaftlich scheint eine der berühmtesten Liebesgeschichten gewesen zu sein: die Liebe zwischen Johann Wolfgang von Goethe und der Hofdame Charlotte von Stein. „Nach einem zehnjährigen Verhältnis war Goethe auf einmal aus Weimar verschwunden und keiner wusste, wo er war“, erzählt Katja Klemt, freischaffende Schauspielerin.

In dem fünfaktigen Monolog „Ein Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe“ des Dramatikers Peter Hacks erklärt Stein ihre Liebesbeziehung und verteidigt sich gegen den Vorwurf der Weimarer Gesellschaft, sie sei Schuld am Verschwinden Goethes. Klemt spielt nun Charlotte von Stein in dem Ein-Personen-Schauspiel, das zu den weltweit erfolgreichsten deutschen Bühnenwerken des 20.

Jahrhunderts zählt.

„Das ist ein unglaublich kluger, ironisch-witziger Monolog“, findet Klemt. Doch es sei keineswegs einfach, die Figur der Stein zu spielen. „Die Rolle ist eine meiner größten Herausforderungen. Sie hat eine Identität mit vielen Masken.“ Laut Klemt propagiert Stein in jedem Akt eine andere Wahrheit. Mal liebte sie Goethe, mal nicht. Sogar die Goethe-Forschung ist sich uneins über das Verhältnis.

Die 1700 Briefe in Hacks Drama sind rein fiktiv, denn ihre wahren Briefe an den Literaten verbrannte Stein.

Das Stück hat keine wahre Handlung und doch ist es politisch, kritisierte Hacks doch darin die Weimarer Gesellschaft, in der Schein mehr als Sein zählte. Die Querverbindung zu heute, zum Populismus, so Klemt, mache das Stück für sie so spannend. „Ich wollte etwas Politisches machen, bei dem der Zuschauer permanent einer Lüge auf den Leim geht.“ Selbst der Autor Hacks soll von der Liebe der beiden gesagt haben: „Sie liebten, aber nicht einander. Sie hatten, außer dass sie liebten, nichts miteinander zu schaffen.“

Aber nicht nur schauspielerisch ist das Stück für Klemt eine Herausforderung. Auch finanziell sei es sehr schwierig, als freischaffende Künstlerin so ein Stück zu produzieren. „Erst durch die Einnahmen bei den Aufführungen verdiene ich etwas daran“, erklärt sie. Glücklicherweise helfen ihr Reiner Heise als Regisseur und die Bühne 602 aus Rostock.

Etwa eine Stunde und 40 Minuten dauert das Stück. Die Bühne ist das Café Koeppen. Am Ende des Monologs über die Liebesbeziehung zwischen dem weltberühmten Poeten und seiner neun Jahre älteren Lehrmeisterin wird es eine Überraschung geben, verrät Klemt. „Ich weiß nicht, ob es mir gelingen wird, diese wahnsinnig komplizierte Figur zu spielen. Aber das Stück macht mir Spaß und ich habe menschlich und schauspielerisch sehr viel dazu gelernt“, erzählt sie. Premiere: 24. Februar, 20 Uhr im Café Koeppen, Bahnhofstraße 4-5, weitere Aufführungen: 1. und 22. März.

Tickets: ☎ 03834 / 414189

OZ

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