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Theaterstück soll Schülern Mut machen

Greifswald Theaterstück soll Schülern Mut machen

Bundesweite Initiative zur Vorbeugung sexuellen Missbrauchs von Kindern

Greifswald. Sexualität muss für Schüler grundsätzlich positiv besetzt sein, sagt Silke Schnabel. „Sie ist toll, die Körper der Schüler sind toll.“ Aber über ihre Körper müssten sie selbst bestimmen können. Schnabel arbeitet in der Fachberatungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt im Caritas Regionalzentrum Greifswald. Die Beratungsstelle existiert seit 2004.

 

OZ-Bild

Die deusch-schweizerische Theatergruppe Kompanie Kopfstand führte gestern im Kaisersaal der Stadthalle das interaktive Stück „Trau dich“ auf. FOTO: PETER BINDER

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Die kostenfreie „Nummer gegen Kummer“ (☎ 116111) bietet Hilfe für Kinder, Jugendliche und Eltern in Deutschland. Die Beratung ist anonym, auch eine Hilfe per E-Mail ist möglich. Die „Nummer gegen Kummer“ ist in das Online-Portal www.trau-dich.de eingebunden.

Hilfe und Beratung

„Wir werden noch mehr in Fortbildung der Lehrer investieren.Marit Schindler, Schulamt

Es gibt eben auch eine dunkle Seite, die in den letzten Jahren deutlich stärker ins Bewusstsein gerückt ist: Den sexuellen Missbrauch von Kindern. „Nach den Studien, die es gibt, sind etwa jedes siebte bis zehnte Mädchen und jeder achte bis zwölfte Junge betroffen“, informiert sie. Grundschüler seien häufiger Opfer als andere. Wobei der Begriff des sexuellen Missbrauchs weit gefasst sei.

Die Dunkelziffer sei sehr hoch, betont Schnabel. Aber durch eine stärkere Beachtung des Themas in der Öffentlichkeit sei die Zahl derjenigen gestiegen, die zur Beratungsstelle gehen. „Viele kommen wegen sehr weit zurückliegender Fälle“, ergänzt Christine Münstermann, ebenfalls Caritas Regionalzentrum. Häufig komme sexualisierter Missbrauch bei anderen Beratungen ans Licht. „Es fehlen Wissen und Achtsamkeit“, schätzt Münstermann ein. Im Erzbistum Berlin, zu dem der Kreis Vorpommern-Greifswald gehört, werde heute jeder Mitarbeiter geschult, bis hin zu Hausmeistern und Köchen. „Damit wollen wir vorbeugend wirken“, sagt Münstermann. Nach Angaben der Polizei wurden 2015 in MV insgesamt 306 Fälle registriert. Die Aufklärungsquote lag bei 94 Prozent.

Prävention wird im Landkreis schon groß geschrieben, die Zahl der Akteure vom Landratsamt, über das Schulamt, die Polizei, den Kinderschutzbund und den Präventionsrat bis hin zu Initiativen ist recht hoch. Das wurde beim Pressegespräch vor der Aufführung des Stücks „Trau dich“ gestern im Kaisersaal der Stadthalle deutlich. Es ist von der deutsch-schweizerischen Theatergruppe „Kompanie Kopfstand“

entwickelt worden. Es sei eine spielerische Entdeckungsreise, die das Thema sexueller Missbrauch mit den Themen Kinderrechte und Sexualaufklärung verknüpfe, sagt Manuel Oswald von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Rund 300 Kinder aus dem ganzen Kreis schauten sich die Aufführung an. Sie ist Teil der bundesweiten Initiative „Trau Dich“. Diese kläre Kinder über ihre Rechte auf, betont Oswald. Und sie solle Betroffene ermutigen, sich an Vertrauenspersonen zu wenden. Darum sei es ganz wichtig, die Eltern einzubeziehen, damit sie die Signale verstehen können, die ihre Kinder aussenden. In Vorpommern-Greifswald hätten sich 560 Schüler und 50 Lehrer an dem Projekt beteiligt. Zwei Elternabende in Greifswald und Ueckermünde fanden im Vorfeld statt. Gerade das Interesse der Mütter und Väter in Ueckermünde sei sehr groß gewesen, erzählt Silke Schnabel. Insgesamt sind in Mecklenburg-Vorpommern acht Theateraufführungen in vier Orten geplant. „,Trau dich’ ist eine sehr wertvolle Initiative“, sagt Marit Schindler vom Schulamt Greifswald. „Schüler sollen ja auch soziale und emotionale Kompetenzen erwerben.“ Das Schulamt sei schon sehr aktiv. Schindler erinnert beispielhaft an das Projekt „Mein Körper gehört mir“.Das Schulamt wolle künftig noch mehr in die Fortbildung der Pädagogen investieren, kündigt sie an.

Eckhard Oberdörfer

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