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Greifswald Vergewaltigt! Und was dann?

Jugendliche widmen sich in einem Theaterstück Tabuthema / Heute Abend Premiere

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Die heutige Premiere des Stückes „Du weinst ja nicht mal“ im Rubenowsaal des Theaters Vorpommern ist ausverkauft.

Quelle: Foto: Petra Hase

Greifswald. Mit 16 hat man noch Träume. Verliebt sich, feiert Partys, schmiedet Zukunftspläne... Auch Maria schwebte drei Tage nach ihrem Geburtstag noch auf Wolke sieben. Bis sie vergewaltigt wurde. Und der Alptraum seinen Lauf nahm.

Eine finstere Geschichte, mit der sich eigentlich niemand beschäftigen will. Schon gar nicht im Theater. „Da geht es eher um lustige Stücke, weniger um Tabuthemen“, sagt Leonard Bühner. Doch da war dieser Gedanke, der ihn und seine Mitschüler Nele Spangenberg und Devansh Dhard Anfang dieses Jahres nicht mehr losließ. Diese Idee von einem Theaterstück über einen realen Fall – geschehen hier in der Umgebung von Greifswald. Ein Stück, präsentiert vom „Theater H2B“, das heute Abend unter dem Titel „Du weinst ja nicht mal“ im Rubenowsaal Premiere hat.

Wachrütteln wollten die drei 17-jährigen Gymnasiasten die Gesellschaft. „Endlich mal den Fokus auf das Opfer legen“, sagt Nele Spangenberg, „denn immer geht es bei solchen Fällen nur um die Täter.“

Wer sie sind, welche Strafe sie erwartet. „Keiner kümmert sich darum, wie es den Frauen geht“, klagt die Schülerin an. Im Gegenteil. Anstatt Beistand und Ermutigung zu erfahren, müssten sich die Opfer Schuldvorwürfe gefallen lassen, gibt Devansh Dhard zu bedenken. Ein zu kurzer Rock. Ein bisschen zu viel Alkohol. Ein zu langer Blick ... „Aber wenn Männer sich nicht kontrollieren können, sind die Männer schuld und nicht die Frauen“, sagt Nele Spangenberg. All diese Überlegungen und auch Fakten in ein Theaterstück einfließen zu lassen, sei nicht so einfach, mussten die drei Zwölftklässler in den vergangenen Monaten erfahren. Auch die Suche nach Mitspielern gestaltete sich zunächst sehr schwierig. „Deshalb sind wir Christian Holm und Eva-Maria Blumentrath total dankbar, dass sie sich so viel Zeit für uns und unsere Idee genommen haben“, betont Leonard Bühner.

Die beiden Profischauspieler, die gemeinsam mit Jan Holten in diesem Jahr das „Theater H2B“ in Greifswald gründeten, führen in dem Jugendstück Regie. Durch Zufall miteinander bekannt geworden, „fand ich das Thema von Anfang an spannend“, sagt Holm. Außerdem: „Wenn Schüler von sich aus Theater spielen wollen, ist das das Beste, was einem überhaupt passieren kann.“ Anders als in ähnlichen Projekten handelt es sich also nicht um ein Schultheaterstück. Die jungen Darsteller – acht an der Zahl aus den Klassenstufen 11 bis 13 – proben in ihrer Freizeit. Und nicht nur das. Nele, Leonard und Devansh haben auch maßgeblich an dem Stück mitgeschrieben. Dazu traf sich das Trio über Monate einmal wöchentlich mit Christian Holm, bevor der im Sommer die Endfassung fertigte und nach den Ferien schließlich die Proben starteten. „Das war schon eine Herausforderung“, offenbart der Regisseur. Das sieht Eva-Maria Blumentrath ganz ähnlich. Zumal beiden wichtig war, „bei diesem sensiblen Thema auch die jugendlichen Darsteller zu schützen“, sagt sie. Deshalb bedient sich das Stück beispielsweise auch Videoaufnahmen, „sodass am Ende ein dokumentarisches Theater mit Filmsequenzen und Fakten entstand“, macht Eva-Maria Blumentrath neugierig.

Das Theaterstück

Die heutige Premiere des Stückes ist ausverkauft. Weitere Vorstellungen finden statt am: 22./30. November, 7./12. Dezember und 29. Januar, immer 20 Uhr im Rubenowsaal (Stadthalle). Es spielen Leonard Bühner, Nele Spangenberg, Devansh Dhard, Enni Arden, Henning Jeschke, Elisa Jungnickel, Clara Martens und Klara Meissner. Die Inszenierung des Theaters H2B wird gefördert vom Kreisdiakonischen Werk Greifswald und der Aktion Mensch.

Petra Hase

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