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Greifswald Tickets für den Bundeswettbewerb gelöst
Vorpommern Greifswald Tickets für den Bundeswettbewerb gelöst
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07:00 24.03.2014
Goldiges Saxophonquartett: Alexander Prill, Johannes Larisch, Philip Brügge und Anton Darbon beim Wettbewerb „Jugend musiziert“. Quelle: ur
Greifswald

Ursprünglich wollte Henning Gruschow Gitarre lernen, Schlagzeug ist es geworden. Für das Zupfinstrument waren seine Finger zu klein, für die Trommeln nicht. Seit der ersten Klasse schlägt der heute Zwölfjährige aufs Drum Set, wie es im Englischen heißt. Und zwar so gut, dass der Musikschüler aus Ribnitz-Damgarten am Wochenende neben 291 anderen Talenten am 23. Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ teilnehmen durfte. „Aufgeregt war ich nur am Anfang. Die Erfahrung aus den letzten Jahren kommt mir zugute“, erzählte Henning Gruschow. Zum vierten Mal war er beim Landeswettbewerb mit von der Partie.

Erfahrung hat auch der Schlagzeuger Shajan Akrami aus Greifswald. Nach dem Regionalwettbewerb Ende Januar in Stralsund und der dort erreichten Höchstpunktzahl konnte der Schüler der Montessori-Musikschule jetzt seinen Heimvorteil genießen. „Es ist eine große Chance“, urteilte der 15-Jährige. Vor drei Jahren kürte die Jury Shajan erstmals mit der Bestpunktzahl. Eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb war damals für ihn aufgrund seines Alters nicht möglich. Doch das war am Wochenende anders. Noch vor dem Auftritt meinte seine Mutter Sabine Franzus: „Wir lassen uns überraschen.“ Sie und ihr Mann drückten kräftig die Daumen. Mit Erfolg: Shajan Akrami erhielt 23 Punkte und darf zum Bundeswettbewerb fahren!

Ein alter Hase bei „Jugend musiziert“ ist Wiebke Reikowski. Die 19-jährige Stralsunderin wollte es vor ihrem Studienbeginn im Herbst an der Universität Greifswald noch einmal wissen. Seit einem guten Jahr nimmt die Sopranistin bei Ursula Szavai an der Stralsunder Musikschule Unterricht. „Sängerisch hat sie in dieser Zeit alles erreicht“, bestätigte die Lehrerin. Ein Volkslied, Kunstlieder von Max Reger, Franz Schubert und Hanns Eisler, Giovanni B. Pergolesis Arie „Se tu m´ami“ und Jocelyn Pooks Hochzeitsballade haben sie zusammen erarbeitet. Für die im Vorruhestand befindliche Gesangslehrerin war dies wieder spannend. In diesem Jahr ganz besonders. Wiebke Reikowski ist eine ihrer letzten Schülerinnen. Bereits beim Einsingen mit Wolfgang Spitz als Begleiter am Klavier war Wiebke von der Aula im Haus 2 des Jahngymnasiums angetan. „Die Akustik ist richtig gut und der Raum schön“, rühmte die Sängerin.

Schöne Orte, prima Akustik, super Atmosphäre. Volker Ahmels, Vorsitzender des Landesausschusses „Jugend musiziert“ in Mecklenburg-Vorpommern, fand für Greifswald als Gastgeber nur lobende Worte. Die Wertungsspiele im Saal der Musikschule, in der Barockaula der Uni, im Kaisersaal der Stadthalle, an der Arndtschule und am Jahngymnasium seien immer gut besucht gewesen. Verblüfft zeigte sich Volker Ahmels nach dem ersten Wertungstag über die Zwischenbilanz. 50 der knapp 300 Teilnehmer hatten da schon ihr Ticket für den Bundeswettbewerb zu Pfingsten in Wolfenbüttel und Braunschweig in der Tasche. Das sprachen ihnen die 52 Juroren aus MV, Brandenburg, Hamburg, Berlin und Schleswig-Holstein zu. „Es ist eine Freude“, kommentierte Volker Ahmels das Ergebnis.

Klavier, Harfe, Gesang, DrumSet und Gitarre standen in diesem Jahr auf dem Plan, während es sich bei den Ensemblewertungen um Streicher-, Holzbläser- und Blechbläsergruppen, Akkordeonkammermusik und Neue Musik handelte. Als sehr leistungsstark hätten sich die Pianisten und die Bläser herausgehoben. Soll heißen: Die musikalische Ausbildung in MV ist von hoher Qualität.

Über das wachsende Interesse im Bereich der Popularmusik ist Jörg-Uwe Andrees erfreut. „Der Wettbewerb wird dadurch auch zu einer guten Vorbereitung auf ein Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock“, sagte der Lehrbeauftragte für die Studiengänge Pop- und Weltmusik.

Alle Ergebnisse lesen Sie auf Kultur.



Uwe Roßner

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