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Viel Zuspruch für Greifswald-Roman

Greifswald Viel Zuspruch für Greifswald-Roman

„Wohn-Haft“-Autor Manfred Haferburg las gleich zweimal im ausverkauften Koeppenhaus.

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Manfred Haferburg (li.) schreibt seinem ehemaligen Kollegen Hans-Joachim Jaskulski eine Widmung in sein Buch.

Quelle: ph

Greifswald. Der im Herbst im Kuuuk-Verlag erschienene Roman „Wohn-Haft“ von Manfred Haferburg sorgt in der Stadt für Gesprächsstoff. Kein Wunder. Der einst in Greifswald lebende Autor plaudert darin nicht nur ungeniert über den DDR-Alltag in unserer Stadt, sondern bietet auch tiefe Einblicke ins Kernkraftwerk (KKW) Lubmin. Dort war er jahrelang als Schichtleiter tätig, bevor er kurz vor der Wende als Republikflüchtling im Gefängnis landete.

Grund genug für rund 170 Greifswalder, die Lesungen des heute in Paris lebenden 65-Jährigen im Koeppenhaus zu besuchen. Beide Veranstaltungen waren ausverkauft. Allerdings blieben „die guten Feinde“

aus, sah sich Haferburg nicht ehemaligen Stasi-Spitzeln, sondern nur Wohlgesinnten gegenüber. „Was im Buch übers KKW geschrieben steht, ist weitgehend real“, urteilt Folker Eckhardt (71). Der Greifswalder arbeitete auch im Kraftwerk, war zeitweise Schichtleiter und hatte die 523 Seiten mit großem Interesse gelesen.

Karl-Dieter Lehrkamp pflichtete ihm bei: „Es ist ein ganz toller Roman und gehört im Bücherregal neben ,Nackt unter Wölfen‘, in dem die Gräueltaten der Nazis beschrieben werden“, erklärt der 62-jährige Anklamer, der bis 1990 im KKW arbeitete. Haferburgs Buch habe das Zeug dazu, Jugendliche sehr anschaulich über das Funktionieren einer Diktatur aufzuklären. „Denn leider werden die Gräueltaten der Kommunisten immer noch beschönigt“, so Lehrkamp. Die anrührende Geschichte des Manni Gerstenschloss, der sich weigerte, der SED beizutreten und Stasi-Spitzel zu werden, reiße dem menschenverachtenden System die Maske herunter.

Mehrfach musste Haferburg Fragen nach dem Wahrheitsgehalt von Passagen beantworten. Denn frühere Kollegen waren sich einig, die eine oder andere Person im Buch wiedererkannt zu haben, wollten deren Schicksal genauer erfahren. Doch der Autor stellte klar: „Es ist keine Dokumentation, Stasi-Akten kann jeder einsehen. Ich wollte die Herzen der Menschen anrühren.“ Das hat er sehr wohl, auch die junger Leute, die sich unters Publikum mischten. Zumal sich Manfred Haferburg nicht auf das Vorlesen einiger Textstellen beschränkte, sondern auch private Videosequenzen zeigte, in denen sein Freund und Liedermacher Wolf Biermann singt. Im Übrigen griff auch Manfred Haferburg zur Gitarre. Seine Wahl fiel auf das Karussell-Lied „Als ich fortging“. Treffender ging es kaum. Petra Hase

 



OZ

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