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Waldorfschüler bringen Klassiker von Luigi Pirandello auf die Bühne

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Toi, Toi, Toi – ein letztes Mal proben die Waldorfschüler ihre Inszenierung vor der großen Premiere.

Greifswald. Heute ist es für die zwölfte Klasse der Freien Walddorfschule Greifswald endlich so weit. Nach vier Wochen intensiver Probenarbeit wird heute Abend das Theaterstück „Sechs Personen suchen einen Autor“ von Luigi Pirandello uraufgeführt. „Es war eine unglaublich intensive Arbeit, mit viel Freude und Lachen. Wir freuen uns nun nach all der Anstrengung auf die Premiere“, sagt Theaterlehrerin Frauke Kläiy.

Das Stück des italienischen Schriftstellers und Literaturnobelpreisträgers Pirandello beginnt mit einer Theaterprobe, die plötzlich durch das Auftreten einer sechsköpfigen Familie unterbrochen wird.

Diese verlangen vom Theaterdirektor, dass er „sie“ aufführt.

Während der Direktor die Fremden zunächst als Laienschaupieler oder einfach als Verrückte sieht, sind sie in Wirklichkeit Bühnenfiguren, die erschaffen, aber nie vollendet wurden. Nun suchen sie einen neuen Autor, der sie auf der Bühne zum Leben erweckt. Nach anfänglichem Zögern erklärt sich der Direktor tatsächlich bereit, die tragische Geschichte dieser Familie, bei der die zwei kleinen Kinder die Opfer sind, zu realisieren.

„Von Pirandellos Drama waren wir als Klasse sofort begeistert. Wir wollten unbedingt ein Stück, mit dem wir etwas wagen“, erzählt die 18-jährige Clara Mertens. „Es geht um das schöpferische Innenleben eines Künstlers und die Zerrissenheit zwischen eigener und künstlerischer Identität“, meint Jannis Weu. Der 18-Jährige war neben seiner Rolle – er spielt eines der beiden kleinen Kinder – maßgeblich an der Regiearbeit beteiligt. „Das Stück spielt mit der Vermischung von Wirklichkeit und Illusion. Wir sind bei der Inszenierung sehr experimentell herangegangen“, erklärt er.

Zugute kam der Klasse, dass viele bereits privat früher Theatererfahrung gesammelt hatten. Dies habe der Gruppe unglaublich geholfen, meint Lehrerin Frauke Kläiy. „Gerade, wenn es um Aufwärmübungen ging, haben die Erfahrenen sehr viele Aufgaben übernommen. Da hier aber eine komplette Klasse auftritt, sind auch Schüler auf der Bühne, die vorher nicht viel mit Theater zu tun hatten“, erzählt die 51-Jährige.

Nachdem die Schüler die Generalprobe hinter sich gebracht haben, heißt es nun abwarten. „Wir sind sehr aufgeregt und angespannt, aber wir freuen uns auch und fühlen uns sicher“, sagt Clara Mertens.

Hauke Engelhardt, der mit der Rolle des Vaters eine der Hauptrollen spielt, blickt zufrieden zurück: „Es ist eine unglaublich tolle Erfahrung und ich würde es immer wieder machen.“

Bei der Generalprobe schwang allerdings auch etwas Wehmut mit. Einen Monat lang hatten sich die Schüler fast ausschließlich mit den Proben beschäftigt, nach der Aufführung geht es für sie dann zurück in den ganz normalen Schulalltag.

Die Schüler hoffen, dass auch Greifswalder, die sonst nichts mit ihrer Schule zu tun haben, an diesem Wochenende den Weg zu ihnen finden. „Wer einen Einblick in verschiedene Realitäten haben möchte und am Ende eines Theaters auch gerne mal etwas verwirrt ist, der ist bei uns genau richtig“, verspricht Jannis Weu. Allein wegen der vielen Interpretationsmöglichkeiten rege das Stück zum Nachdenken an und mache einfach Spaß.

Sowohl Heute als auch Sonnabend ist das Stück jeweils um 19.30 in der Walddorfschule in der Hans-Beimler-Straße 79 zu sehen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

Maximilian Hübner

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