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Greifswald Kultursommer in der Klosterruine
Vorpommern Greifswald Kultursommer in der Klosterruine
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07:48 13.06.2017
Die Mitglieder der IG Greifenschlag werden während der Klostermarktes Schauwettkämpfe vorführen. FOTOS (2): PETRA HASE
Greifswald

Die alten Mauerreste des Zisterzienserklosters ziehen Einheimische wie Touristen seit vielen Jahren nach Eldena. Doch wohl noch nie erfreute sich das idyllisch gelegene Fleckchen Erde mit den uralten Bäumen bei Veranstaltern so großer Beliebtheit wie in diesem Sommer. Ein Ereignis löst das andere ab. Und den Auftakt macht am kommenden Wochenende der 4.

Der romantische Park mausert sich zur Top-Veranstaltungsadresse / Klostermarkt am 17./18. Juni

Greifswalder Klostermarkt.

Klostermarkt

„Handwerker, Krämer und Ritter ziehen wieder aufs Gelände oder in die Klosterscheune. Es gibt ganztägig mittelalterliche Livemusik und viele Mitmachangebote“, kündigt Marc Werth vom Kulturamt der Stadt an. Was vor vier Jahren noch klein und beschaulich begann, mausert sich nun zum großen Markt: „An 80 Ständen werden alte Zünfte und Künste präsentiert, das sind etwa 30 Akteure mehr als im vorigen Jahr“, berichtet Mitorganisator Marcus Müller. Bei der Erstauflage 2014 mischten lediglich 30 Händler mit.

Ob Kräuter oder Blumen, Filz oder Holz, Leder oder Keramik, feine Seifen, Korbwaren, Kerzen oder edles Papier ... zum Schauen und Kaufen gebe es reichlich, versichert Müller. Der mittelalterliche Klostermarkt in Eldena – er spreche sich mittlerweile deutschlandweit unter den Kunsthandwerkern herum. Einige lassen sich auch gern über die Schultern schauen: Schmied, Weber, Münzer, Drechsler und andere produzieren am Wochenende vor Ort. Auch die kulinarischen Genüsse sollen thematisch zum Ambiente passen: Es gibt lecker Käse, frisches Brot, gegrilltes Schwein...

„Daneben bringen sich viele einheimische Kunstschaffende in die Veranstaltung ein“, freut sich Marc Werth. Bärbel Steinberg etwa werde Interessenten im Scriptorium das Schreiben mit Feder und Tinte lehren. Farina de Waard liest am Sonnabend aus ihrer Fantasy-Trilogie. „Und im Märchenzelt erzählen Beate Last und Ulrike Haprich Märchen aus alten Tagen“, berichtet der Kulturamtsmitarbeiter.

Außerdem freut er sich, dass Schauspieler des Theaters Vorpommern Ausschnitte aus dem Abenteuerstück „Robin Hood“ zeigen, das am 8. Juli in der Klosterruine Premiere feiert.

Selbst baugeschichtlich interessierte Gäste kommen auf ihre Kosten: André Lutze lädt zu Führungen übers Gelände ein. Die Kunstgeschichte mit Informationen zu Caspar David Friedrich steht bei einem weiteren Rundgang im Fokus.

Derweil können kleine Besucher im Park auf dem Holzriesenrad in luftige Höhen gelangen. „Das wird noch richtig von Hand betrieben, also ganz ohne Strom“, macht Marcus Müller aufmerksam. Außerdem könne man sich am Armbrust- oder Bogenschießen versuchen, den Umgang mit der Sense üben und Wikingerboote angeln.

Indes werden Mitglieder der „Interessengemeinschaft Greifenschlag“ im Park die hohe Kunst des Schwertkampfs präsentieren. Zu der 14-köpfigen Truppe gehört auch Thea Weidermann, die das ungewöhnliche Hobby vor zweieinhalb Jahren für sich entdeckt hat. Die 28-Jährige beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte des Schwertkampfes, wie auch ihr historisches Gewand verrät. Mittelalterlich kommen auch die Musiker daher: Mit dabei sind Erdmuth & Bran, hierzulande auch als „Rabengesang“ bekannt. In ihrem Gepäck befindet sich so ziemlich alles, womit die Spielleute schon früher ihr Publikum begeisterten: „Drehleier, Harfe, Laute, Dudelsäcke und Trommeln“, zählt Bran alias Sebastian Sack auf. Als zweite Band unterhält „Gryffenhain“ die Klostermarktbesucher.

Erstmals Fete de la Musique

Doch dieses bunte Programm ist nur der Auftakt zu einem Kultursommer voller Höhepunkte. Die Klosterruine wird in diesem Jahr erstmals zum Veranstaltungsort der Fete de la Musique. Weltweit wird am 21. Juni der Tag der Musik gefeiert. Alle Veranstaltungen sind kostenlos. Auch in Greifswald gibt es viele Bühnen im Stadtgebiet. Die Klosterruine Eldena verwandelt sich dann unter dem Motto „Techno trifft Kultur“ in eine Tanzbühne der elektronischen Musik. „Beim Open Air treten verschiedene Künstler auf. Besonders stolz sind wir darauf, dass der international bekannte DJ Oliver Koletzki auflegt“, sagt Veranstalter Ingo Herbst von Twinkle Events. In der Stadt ist er seit Jahren bekannt, unter anderem weil er die Veranstaltung Hafenliebe am Museumshafen organisiert. Herbst hofft auf 800 bis 1000 Gäste, die an diesem Tag von 16 bis 22 Uhr tanzen, die Musik genießen, es sich auf Decken im Park gemütlich machen.

Bugenhagenfest

Nur vier Tage später, am 25. Juni, beschließt die Kirchengemeinde Wieck/Eldena ihr Bugenhagenfest mit einem Gottesdienst in der Klosterruine. Das Festprogramm hält bereits am 24. Juni mehrere Veranstaltungen bereit.

Jazz Evening und Theater

Und schließlich treten wieder international gefeierte Musiker am ersten Juliwochenende bei den Eldenaer Jazz Evenings auf. Sechs Konzerte – unter anderem mit der NDR Bigband, mit dem namhaften Omer Klein Trios und Natalia Mateos – bilden die Vielfalt der aktuellen Jazzmusik ebenso ab wie das israelische Trio Shalosh, die Kepler-Bigband Freudenstadt und die Brigade Futur III &

Spielvereinigung Sued. „Musikstile verschmelzen bei einem der entspanntesten Festivals seiner Art inmitten des Sinnbilds norddeutscher Romantik“, schwärmt Marc Werth.

Im Juli schließlich zeigt das Theater Vorpommern mit „Robin Hood – König von Sherwood Forest“ ein Abenteuerstück für die ganze Familie in der Klosterruine, bevor im August das Theater Phoebus den Kultursommer mit der Lesung „Sibylla Schwarz. Meiner Feder edles Safft“ und den Aufführungen der „Sage vom Greif“ beschließt.

Programmausschnitte

Klostermarkt: Sonnabend 10-18 Uhr, Sonntag 11-18 Uhr, Eintritt ist für alle Besucher frei

Sa, 17.15 Uhr: Farina de Waard liest aus ihrer Fantasy-Trilogie (im Weidenflechtzelt)

Sa, 13.30 Uhr sowie Sonntag 11 und 13 Uhr: Theaterschauspieler zeigen Ausschnitte aus „Robin Hood“

Sa, So je 11.15 Uhr: baugeschichtliche Führung mit André Lutze, Treff am eisernen Lageplan der Ruine, nahe Eingang am Eiscafé

Sa, 14 Uhr: kunstgeschichtliche Führung, Treff am Stand des CDF-Zentrums, u.a. mit Informationen zum Maler Caspar David Friedrich

Petra Hase

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