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Kutter auf Werftgelände für Krimi abgefackelt

Barth Kutter auf Werftgelände für Krimi abgefackelt

Die Barther Feuerwehr sichert Dreharbeiten für den neuen Usedom-Krimi ab / In „Nebelwand“ kommt in einem Sportboothafen beinahe eine Obdachlose ums Leben

Barth. /Usedom. Nicht nur für Freunde des Usedom-Krimis, sondern auch für alle Barther dürfte es am kommenden Freitag, dem 23. September, ab 20.15 Uhr mit der Nordstory „Hollywood am Ostseestrand“ interessant und spannend werden.

Autorin Katrin Klein von Hanse-TV hatte im Frühjahr mit einem Kamerateam im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks die Dreharbeiten zum Usedom-Krimi Nummer 4 „Nebelwand“ begleitet und an drei Tagen auch in der Barther Werft Rammin gefilmt. Außerdem berichtet sie in ihrer einstündigen Nordstory über historische Filmaufnahmen in Vorpommern mit Hans Albers auf der Greifswalder Oie oder mit Pierce Brosnan bei Peenemünde.

„Die Barther müssen sich etwa 25 Minuten lang gedulden. Doch dann wird ausführlich über das Geschehen in der Werft Rammin berichtet. Wir haben dort sehr viel Material aufgenommen und davon eine Menge verwendet, weil es die spannendsten Drehtage des ganzen Krimis waren“, kündigte sie an.

Zum wiederholten Mal hatte die Werft mit einem ihrer außer Dienst gestellten Kutter Unterstützung für eine Filmproduktion geleistet. Dieses Mal wurde das Schiff jedoch nicht zum Aufnahmeort transportiert, wie zum Beispiel für „Ottos Eleven“ oder „Fünf Freunde“, sondern diente direkt auf dem Werftgelände als Kulisse.

Schon ein Jahr zuvor waren dort Szenen für die Fernsehkomödie „Küstennebel“ entstanden. Mussten damals die Hauptdarsteller Dietmar Bähr und Uwe Ochsenknecht den halben Abend lang im Starkregen (erzeugt von der FFW Barth) immer wieder eine Leiter zum Kutter erklimmen, hätte es dieses Mal der Filmcrew eher zu heiß werden können.

Die vorwiegend jugendlichen Darsteller mussten sich aber niemals wirklich in Gefahr begeben, denn die Brandszenen wurden aus der Distanz und unter Zuhilfenahme von Spiegeln gefilmt. Wenn es tatsächlich gefährlich wurde, wie zum Beispiel in der Szene, in der ein Mädchen eine brennende Obdachlose löscht, sprangen polnische Stuntleute ein.

Die Flammen und der Qualm auf dem Kutter, die sich nach den unzählige Male wiederholten Brandsatzwürfen durch einen jungen Hauptdarsteller ausbreiteten, stammten vorerst noch vom Gasbrenner und Nebelgenerator.

Am frühen Morgen wurde es dann ernst – gewollt stand der 35 Tonnen schwere Kutter gegen 2.30 Uhr tatsächlich in Flammen und brannte völlig nieder. Die Werft wurde durch einen Flutlichtmast vom einstigen Bossow-Gelände aus beinahe taghell erleuchtet. Vom Hafen aus machte die Szenerie einen fast gespenstischen Eindruck. Natürlich wurde das Geschehen durch die Kameraden der Barther Feuerwehr überwacht.

Am Morgen nach der Drehnacht waren vom ehemaligen Krabbenkutter, den der Werftchef der Filmcrew unter der Bedingung der Entsorgung zum Abfackeln überlassen hatte, nur noch ein großer Haufen Asche, verkohlte Balken und Metallschrott übrig.

Montag wurde noch einmal gedreht: Die (Film-)Brandermittler der (Film-)Kripo untersuchten die Reste auf Hinweise. Barther Feuerwehrleute, die in der Freitagnacht für Sicherheit gesorgt hatten, waren nun mit Statistenrollen betraut. „Ich kann mich noch gut an Frank Nehls erinnern. Der war schon am Freitagnachmittag mit seinen Feuerwehr-Bambinis zum Zuschauen hier, kam am Abend zum Einsatz wieder und spielte am Montag seine Statistenrolle“, so die Fernsehautorin. Sie selbst kam nicht ungeschoren davon. „Regisseur Andreas Herzog passte ein TV-Team, das den Brandschaden für die Nachrichten filmt, prächtig ins Drehbuch. Nachdem wir ihm tagelang auf den Senkel gegangen waren, konnten wir nicht ablehnen.“

Volker Stephan

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