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Greifswald Labyrinth: Spiel, Sport und Probleme
Vorpommern Greifswald Labyrinth: Spiel, Sport und Probleme
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00:00 11.05.2016
Die Großen und die Kleinen spielen zusammen Fußball auf der Wiese vor dem 2010 modernisierten Haus. Quelle: Fotos: Kai Lachmann

Das passiere ihr immer wieder, meint Ricarda Beth und schaut auf ihr Handy. Ihre Bandkollegen seien schon im Proberaum und fragten nach, wann sie denn endlich ins Labyrinth käme. Dabei ist sie schon seit Stunden da. Allerdings ist der offene Kinder- und Jugendtreff im Stadtteilzentrum Schwalbe so groß, dass man sich dort nicht immer über den Weg läuft. Beth berichtet: „Einer der ersten Besucher soll gesagt haben: ,Das ist hier ja wie in einem Labyrinth.‘“ Der Name war gefunden.

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Kinder- und Jugendtreff feiert 25. Geburtstag / Finanzierung stets befristet / Viele kommen über Jahre immer wieder

Getragen durch Verein

2018 läuft die aktuelle Förderung aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds aus. Zu 50 Prozent finanziert sich das Labyrinth darüber. Die andere Hälfte teilen sich die Stadt und der Landkreis. Träger der Einrichtung ist der Verein „Initiative für sozialpädagogische und sozialkulturelle Arbeit“, kurz ISSA.

25 Jahre ist das nun her. 1991 wurde die soziale Einrichtung in den Räumen der ehemaligen Kinderkombination „Helene Kreft“ in der Maxim-Gorki-Straße in Schönwalde II eröffnet. Dieses Jubiläum feiert das Labyrinth derzeit mit einer Festwoche. Eine Ausstellung zeigt Schnappschüsse aus der Geschichte, vom Kochen in den Anfangstagen über Ausflüge nach Polen bis zum zweijährigen Umbau, der 2010 abgeschlossen wurde, und von der Zeit danach. Veranstaltungshöhepunkte sind morgen Nachmittag das Kinderfest und der Festempfang um 15.30 Uhr. Am Freitag steht noch die Vorführung des im Stadtteil gedrehten Films „Glutnester“ um 15 Uhr auf dem Programm. Danach spielen Bands, die im Labyrinth proben und aufnehmen.

Auch Semper Fidelis wird auftreten, die Gruppe, in der Ricarda Beth singt. „Der Name steht dafür, dass man einer Sache, der man sich verpflichtet hat, treu bleibt.“ Diese Maxime gilt auch für sie und das Labyrinth. Als Kind kam sie so oft es geht in den Treff. Heute ist sie Schatzmeisterin des Trägerverein ISSA (siehe Infokasten) und kommt immer noch ins Haus, wann immer sie es einrichten kann.

„Besonders schön ist es zu sehen, wie die Kinder im Laufe der Jahre heranwachsen und sie dabei zu begleiten“, sagt Beth und deutet auf einen Jugendlichen, den sie schon kannte, als er sechs Jahre alt war. So alt sollten die Besucher mindestens sein. Die Obergrenze liegt bei 27 Jahren.

Die Angebote, die den Besuchern gemacht werden, sind vielfältig, erklärt Katja Anke, die seit 2013 in dem Haus als Jugendsozialarbeiterin tätig ist. Fürs Tischlern, Musizieren, Tanzen, Malen, Basteln und für den Kraftsport gibt es extra Räume. Sie selbst leitet als Kunstpädagogin kreatives Arbeiten in einer bunten Werkstatt an. Zudem gibt es ein Internetcafé, eine Chill-Out-Ecke, einen Saal für Veranstaltungen, Räume für Hausaufgabenhilfe oder Vereinstreffen und draußen viel Platz für Spiel und Sport. Im Schnitt kommen täglich rund 50 Leute vorbei.

Schönwalde II gilt nicht gerade als prestigeträchtigster Stadtteil. In nicht wenigen Elternhäusern gibt es Probleme, auch Familienhelfer sind im Einsatz, mit denen die Betreuer im Labyrinth bei Bedarf zusammenarbeiten. Wenn zu Hause niemand ist oder dicke Luft herrsche, seien die Kinder ganz froh, dass sie herkommen könnten, erzählt die Sozialarbeiterin. Einige Probleme hätten sich auch im Laufe der Jahre nicht verändert. „Zum Beispiel kochen wir mit den Kindern und Jugendlichen, weil viele bis nach der Schule noch nichts gegessen haben“, sagt Katja Anke. Christina Bothe bietet das seit 1998 an.

Im Haus sind drei Sozialarbeiter und mehr als 20 Freiwillige tätig. „Wir leben von Fördergeldern“, sagt Anke. Man wisse nie so recht, wie es langfristig weitergeht. Das könne frustrierend sein. „Aber das muss man aushalten.“

Von Kai Lachmann

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