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Landesmeisterschaften von Erfolg gekrönt

Greifswald Landesmeisterschaften von Erfolg gekrönt

Greifswalder und Neuenkirchener Judokas erkämpfen Top-Platzierungen

Greifswald. Video-Beweis? Allgemein, wenn auch ziemlich neu, kennt man das unter anderem beim Fußball oder auch beim Fechten. Doch was vor allem bei den Fußballern noch umstritten ist, ist bei großen Judo-Veranstaltungen/Meisterschaften schon lange Usus. Erstmals eingesetzt wurde das Care-System, so die Bezeichnung, bei den Olympischen Spielen 2012 in London.

Und so saßen dann auch bei den in Greifswald durchgeführten Judo-Landesmeisterschaften der Altersklassen U 15, U 18 und U 21 neben jeder Matte zwei Kampfrichter, die im Bedarfsfall strittige Entscheidungen per Video-Kontrolle korrigiert haben.

„Ich finde das gut“, sagt Ralf Wilke, der Vereinschef des Budoclubs Greifswald, der für die Ausrichtung der Landesmeisterschaften verantwortlich war. „Es bringt immer Gerechtigkeit mit sich, wenn der Mattenrichter eventuell bei der Beurteilung einer Kampfsituation daneben liegt.“ Aus Wilkes Sicht habe es bei Korrukturen auch nie lange gedauert, bis die „Jungs und Mädels wussten, wie ihr Kampf ausgegangen war.“

Weniger gut findet der Greifswalder Judoka dagegen die ständigen Neuregelungen oder gar deren kurzfristige Korrekturen in seinem Sport. „Das verwirrt vor allem die Judokas, egal, ob es Kampf- oder Punkteregeln sind.“ Und solche Entscheidungen hatte es einen Tag zuvor gegeben. Die Kampfrichter hatten alle Mannschaften darüber informiert. „Doch das ewige Hin und Her nervt“, sagt Wilke.

Auswirkungen habe es auf die Kämpfer seines Vereins aber keine gegeben. Der Vereinschef ist stolz darauf, dass es 15 Judokas geschafft haben, sich für die Nordostdeutschen Meisterschaften, „die wir im Februar ausrichten“, so Wilke, qualifiziert haben.

Es gab für die Greifswalder fünf Goldmedaillen. Franziska Zanker (U 18), Johanna Nagel, Linus Redlich (beide U 21), Tokessa Klietz und Anne Mikolasch (beide U 15) haben dabei die Erwartungen des Vereinschefs voll erfüllt. „Franziska hat sehr souverän gekämpft. Nach zwei Verletzungen ist sie nun auf dem Weg der Besserung“, lobt Wilke. Aber auch die Leistung von Anne Mikolasch hat ihn gefreut: „Anne hat ihren Titel verteidigt und dabei eine klasse Leistung abgeliefert.“

Der gesamte Verein hat sich über Silbermedaillen für Franziska Mikolasch, Emily Rassudow, Linus Redlich (alle U 18) und Franziska Zanker (U 21) gefreut, genauso wie über die dritten Plätze von Fatima Gutierrez (U 15), Ainhoa Gutierrez, Erko Klietz und Wahe Baghdasaryan (alle U 18). Letzterer holte sich auch Bronze in der AK U 21, ebenso wie Erik Tevosyan.

Nicht ganz zufrieden ist Jens Küchner, der Trainer des JSV Neuenkirchen. „Unsere Jungs und Mädels haben sich zwar gut auf die Veränderungen, die unmittelbar vor den Wettkämpfen bekanntgegeben wurden, eingestellt, doch wir hatten auch großes Pech.“ Lysann Nieschalk musste verletzt den Wettkampf beenden. „Ich bin sehr traurig“, sagt die 16-Jährige. „Ich hatte bei zwei Siegen und einer Niederlage, die Chance, ins Halbfinale zu kommen. Die Fußverletzung hat mir dann alles verdorben.“

Besser lief es für Nadine Pietschmann. Die Kämpferin der AK U 21 beendete die Meisterschaft als Dritte ihrer Gewichtsklasse. „Sie hat wieder Freude am Kämpfen“, sagt Küchner. „Immerhin hatte sie eine Wettkampfpause von eineinhalb Jahre eingelegt.“ Nun ist sie, wie auch ihr Vereinskamerad Adrian Marten (Dritter in der U 15), bei der Nordostdeutschen Meisterschaft am Start. Lob hat Küchner auch für den „Rest“ der Mannschaft übrig. „Unsere Jungs hatten noch keine Meisterschaftserfahrung. Sie haben dennoch ordentliche Leistungen abgeliefert und werden mit Sicherheit nicht das letzte Mal bei einer Meisterschaft dabei gewesen sein.“

Ralf Edelstein

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