Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Landgut Lüssow kämpft um seine Zukunft

Lüssow Landgut Lüssow kämpft um seine Zukunft

Arbeits- und Strukturförderverein löst sich auf / Mitstreiter für neuen Start gesucht /Staatssekretär heute vor Ort

Voriger Artikel
Vorpommern-Greifswald: Mehrere Testspiele am Wochenende
Nächster Artikel
Kultusministerium: Vier Beschwerden gegen Arndt-Beschluss

Andreas Klut (re.) und Hans-Jürgen Mausolf hoffen auf Mitstreiter, um das Landgut zu retten.

Quelle: Foto: Petra Hase

Lüssow. Lange gehofft, am Ende vergebens: Der Arbeits- und Strukturförderverein Vorpommern will sich laut seinem Vizevorsitzenden Frank Schröter auflösen. Da es kaum noch Zuwendungen vom Jobcenter gebe, der Verein demzufolge nur noch über wenige Arbeitskräfte verfüge, sehe der Vorstand keinen anderen Weg. „Ehrenamtlich ist das alles nicht mehr zu schaffen. Wir haben versucht, uns einem anderen Verein anzugliedern, doch die Gespräche waren ergebnislos“, bedauert Schröter.

Mit einer Auflösung des Arbeits- und Strukturfördervereins (ASF) ist die Existenz mehrerer Einrichtungen im Landkreis bedroht – darunter die des Landguts Lüssow. Ein Mitmachmuseum im besten Sinne des Wortes, in dem sich Schüler die Klinke in die Hand gaben. Über 80 Traktoren sind hier vereint, historische Landwirtschaftsmaschinen, traditionelle Haushaltsgeräte, Zeugnisse des ländlichen Wohnens, Arbeitens und Lebens ... Über Jahre wurde gesammelt, sortiert, ausgestellt. Bei Führungen und Projekten erfuhren die Kinder, wie die Großelterngeneration auf dem Feld und in der Viehwirtschaft arbeitete. „In die Gutsanlage flossen auch viele Fördermittel, sodass die Gebäude zum Teil instand gesetzt werden konnten“, weiß Andreas Klut, Lüssows ehemaliger Bürgermeister und seit der Eingemeindung Abgeordneter in der Gützkower Stadtvertretung. Auf diese Weise wurde das Landgut, seit 2004 schrittweise aufgebaut, zum Kleinod und Geheimtipp für Touristen. Eine Schließung, so Klut, wäre fatal. Deshalb ist er gemeinsam mit Hans-Jürgen Mausolf, der ein Großteil der Exponate sammelte, auf der Suche nach neuen Mitstreitern. Menschen jeden Alters, die sich für den Erhalt alter Landtechnik und das ländliche Leben interessieren. „Wer sich zutraut, Führungen zu machen, Gartenbau zu betreiben, einen Haustierhof zu bewirtschaften oder mit einem Holzbackofen umgehen kann, der ist bei uns willkommen“, ermuntert Andreas Klut zur Teilnahme an einer Infoveranstaltung am 24. Februar (10 Uhr, Landgut). Ziel sei es, einen neuen Verein zu gründen, um das Landgut langfristig zu halten. Mehr noch – das etwa 2,6 Hektar große Areal soll wieder mit Leben erfüllt werden. Mausolf ist guter Dinge: „Im Frühjahr wollen wir wieder eröffnen, im Sommer ein Fest veranstalten und auch ein Traktorentreffen soll erneut stattfinden“, sagt der Züssower.

Eine Hoffnung ruht dabei auch auf Patrick Dahlemann. Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern verschafft sich heute auf Einladung einen Eindruck vom Landgut in Lüssow. Ob Aussicht auf Hilfe besteht? „Erst mal möchte ich mir ein Bild vor Ort machen“, sagte er gestern am OZ-Telefon.

In Gützkow baut man derweil auf eine praktikable Lösung. „Als Stadtvertretung sind wir daran interessiert, das Landgut zu erhalten“, sagt Bürgermeisterin Jutta Dinse. Immerhin sei die Stadt nach Lüssows Eingemeindung Eigentümerin von Grund und Boden sowie der Gebäude. Mit dem Arbeits- und Strukturförderverein gebe es eine Nutzungsvereinbarung. Bislang gab es kein Kündigungsschreiben. „Doch nach dem letzten Gespräch mit dem Vorstand ist es so, dass der Verein das Landgut zum 31. März abgeben oder dichtmachen will“, sagt Dinse.

Lüssow ist indes nur eine von vielen Baustellen des ASF. Unklar ist bislang auch, wie es mit dem Reiterhof in Gribow weitergeht. „Mit dem Reitsportteam haben wir vereinbart, den Pferdehof bis Ende Juni aufrechtzuerhalten. Solange reichen Futter und Geld“, versichert Frank Schröter. Für das Sozialkaufhaus, das der ASF betreibt, sei er mit der ABS Greifswald im Gespräch. Die Zukunft des Gutshauses Gribow – fraglich. „Wir werden die Auflösung des Vereins wahrscheinlich einem Rechtsanwalt übergeben“, so Schröter. Der Vorstand fühle sich damit überfordert.

Interesse fürs Landgut:

☎ 0170-8571921 oder 038353-331

Petra Hase

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Stadtmitte
Andreas Röhl und Lennart Pentzek vom Stadtsportbund, Trainerin Ramona Portwich sowie Kay Müller, Anette Rixen und Henry Lehmann (v.l.) von den Kanufreunden „Greif“ wollen den Standort auf der Holzhalbinsel erhalten. FOTOS (3): OVE ARSCHOLL

Standort für Wohnungsbau im Gespräch / Bauantrag für Sanierung der Sportanlage gestellt

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Greifswald
Verlagshaus Greifswald

Johann-Sebastian-Bach-Str. 32
17489 Greifswald

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag
10.00 bis 17.00 Uhr
Freitag
10.00 bis 15.30

Leiterin Lokalredaktion: Katharina Degrassi
Telefon: 0 38 34 / 79 36 74
E-Mail: greifswald@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Physik,Kernphysik,Wendelstein,Plasmaphysik,Atome Teaser der den User auf die Themenseite führen soll image/svg+xml Image Teaser Wendelstein 7-X 2015-09-23 de Themenseite Wendelstein 7-X In der Fusionsanlage des Max-Planck-Instituts in Greifswald wird erforscht, ob sich die Kernfusion zur Energiegewinnung eignet. Hier finden Sie Artikel, Videos und viele weitere Informationen zum Thema.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.