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Greifswald Landkreis-Vorzeigeprojekt Sojus in der Kritik
Vorpommern Greifswald Landkreis-Vorzeigeprojekt Sojus in der Kritik
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16:05 19.04.2018
Landrätin Barbara Syrbe, Staatssekretär Nikolaus Voss und Sozialdezernent Dirk Scheer (v.l.) präsentierten im September 2015 das neue Serviceportal. Quelle: Anke Radlof
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Greifswald

Ärger um Sojus, ein mehrfach prämiertes Vorzeigeobjekt des Landkreises Vorpommern-Greifswald. Das Onlineserviceportal zur effizienten Arbeit im Bereich Jugend und Soziales steht in der Kritik, weil offenbar Verträge zur Finanzierung des Projektes fehlerhaft sind. Unterschriften sollen fehlen, Verwaltungsvorschriften nicht eingehalten worden sein. Am Donnerstagnachmittag befasst sich der Kreisausschuss auf einer außerordentlichen Sitzung damit.

Berliner Firma entwickelte Sojus zusammen mit Kreisverwaltung

Der Auftrag zur Entwicklung des Portals erging 2015 an die Berliner Internetfirma Veberas Consulting GmbH. Seit vergangenem Jahr ist das Portal für die Vermittlung von Jugendhilfen in Nutzung. Die Mitarbeiter sparen damit viel Zeit und Geld, weil die Angebote freier Träger digital gebündelt und schnell verfügbar sind. Die Unstimmigkeiten zum Projekt seien den Rechnungsprüfern bei der Prüfung des Jahresabschlusses für 2015 aufgefallen, sagt Landrätin Barbara Syrbe (Linke). Diese seien im Rechnungsprüfungsausschuss besprochen worden. Im Kreisausschuss soll nun das Fachamt erläutern, wie eine Korrektur erfolgen kann, damit ein gültiger Jahresabschluss zustande kommt.

Gehört Sojus trotz sechsstelliger Summe überhaupt dem Kreis?

Da Sojus ein teures Projekt ist, die Kosten sollen sechsstellig sein, hat die SPD-Kreistagsfraktion Fragen dazu an die Landrätin. „Wir fragen nach, mit welchen Beschlüssen des Kreistages bzw. der Landrätin das Sojus-Projekt umgesetzt wurde und möchten Auskunft zu den Kosten und zu möglichen Beraterverträgen für Sojus“, erklärt Fraktionschef Norbert Raulin. Zudem wolle die Fraktion wissen, wer die Rechte an dem IT-Programm halte. Im Internet sei überall nachzulesen, dass sich der Geschäftsführer der Veberas Consulting GmbH die Anwendung urheber- und markenrechtlich hat schützen lassen. 

Landratskandidat sieht sich massiv beschädigt

Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos) sieht seine Arbeit und seine Landratskandidatur durch dieses Vorgehen beschädigt, zumal ihn nach seinen Worten auch die CDU in dieser Angelegenheit massiv verunglimpfe. Aus diesem Grund wollte er noch am Mittwochnachmittag beim Innenministerium in Schwerin ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragen. „Ich gebe die Angelegenheit ans Land, damit von übergeordneter Stelle intensiv geprüft wird. Ich habe mir nichts vorzuwerfen“, so Scheer.

300 000 Euro Fördermittel vom Land

Landrätin Syrbe sagte, auf die Fehler angesprochen, „Fehler lassen sich korrigieren, wenn sie passiert sind“. In ihren Augen ist Sojus ein sehr gutes Projekt, mit dem nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld eingespart werde. Auch aus diesem Grund unterstütze das Land die Weiterführung von Sojus: Ende März überbrachte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) einen Förderbescheid übe 300 000 Euro an die Kreisverwaltung.

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