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Greifswald Landratswahl: Michael Sack geht als Favorit ins Rennen
Vorpommern Greifswald Landratswahl: Michael Sack geht als Favorit ins Rennen
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00:00 11.12.2017
Ducherow

Knapp sechs Monate vor der Landratswahl in Vorpommern-Greifswald gilt er als Favorit: Michael Sack (44) wurde am Sonnabend zum CDU-Kandidaten für die Landratswahl in Vorpommern-Greifswald gewählt. 97 der 99 anwesenden Mitglieder beim CDU-Kreisparteitag in Ducherow sprachen sich für den Loitzer Bürgermeister und Kreistagspräsidenten aus. Es gab keinen Gegenkandidaten.

Sack genießt großes Ansehen in seiner Partei und weit darüber hinaus. Er gilt als kompetent, ist im Kreis bekannt und wegen seiner kumpelhaften Art beliebt. Deswegen ist für die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Schlupp die Wahl schon so gut wie gewonnen. Mehrfach nannte sie Michael Sack während des Parteitages in Ducherow Landrat und wies Parteimitglieder in die Schranken, die versuchten, sie zu korrigieren. Dabei ist durchaus Vorsicht angesagt. Denn bisher ist es der CDU in Ostvorpommern und Vorpommern-Greifswald noch nicht gelungen, eine Landratswahl zu gewinnen. 2001 wurde der Posten erstmals in einer Direktwahl vergeben. Damals unterlag der CDU-Amtsinhaber Herbert Kautz gegen die Linken-Politikerin Barbara Syrbe. Sie gewann auch die Wahlen 2009 und 2011. 2018 tritt sie aus Altersgründen nicht mehr an. Sehr gute Chancen werden Sack derzeit auch deswegen eingeräumt, weil es bislang keinen gewichtigen Gegenkandidaten gibt.

Überlegungen von Linke, SPD und Grünen, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen, scheinen in weite Ferne gerückt zu sein. Dabei könnte genau ein solches Bündnis Sack gefährlich werden. Bei der Oberbürgermeisterwahl 2015 in Greifswald galt der CDU-Mann Jörg Hochheim als absoluter Favorit. Doch dann stellte ein Vier-Parteien-Bündnis Stefan Fassbinder (Grüne) auf, der die Wahl schließlich knapp gewann. Doch nach dem ersten Treffen der Parteispitzen von Linke, SPD und Grünen ist die Stimmung gedrückt.

Problem: Die SPD war bereits vorgeprescht und hat mit der Greifswalderin Monique Wölk eine eigene SPD-Kandidatin an den Start geschickt hat. Deswegen stehen nun Grüne und Linke bedröppelt da. Die Chance, einen gemeinsamen Kandidaten zu präsentieren, ist verpatzt. Sie können noch auf den Wölk-Zug aufspringen, einen eigenen Kandidaten suchen oder darauf hoffen, dass die Nominierung scheitert.

Auch das scheint denkbar. Weil Monique Wölk als weitgehend unerfahren gilt, fehlt ihr offenbar ein Stück weit Rückendeckung. „Da gibt es aus der SPD heraus sehr unterschiedliche Stimmen“, sagt Jeannine Rösler, die Kreisvorsitzende der Linkspartei. Deswegen werde ihre Partei zunächst abwarten. „Wir schließen derzeit nichts aus“, so Rösler. Die Partei hält sich die Option offen, den CDU-Kandidaten Sack oder Monique Wölk zu unterstützen oder einen eigenen Kandidaten aufzustellen. „Das ist aber unwahrscheinlich“, sagt Rösler.

Auch die Grünen wollen abwarten, wen die SPD bei ihrer Mitgliederversammlung im Januar tatsächlich nominiert. „Wir entscheiden wegen der etwas komplizierten Situation erst nach der SPD“, sagt Ulrike Berger vom Kreisvorstand der Grünen.

Während im linken Lager also bis Mitte Januar Stillstand herrscht, startet Sack direkt in den Wahlkampf. Während seiner Rede vor den CDU-Mitgliedern wirbt er für mehr Selbstbewusstsein und ein positiveres Auftreten nach außen. „Der Pommer neigt nicht dazu, sein Glück auf der Zunge zu tragen. Wir müssen nach außen tragen, dass es hier schön ist, dass man hier gut leben und arbeiten kann.“

Er spricht sich für mehr Investitionen in die Infrastruktur aus, eine Stärkung des Kreiskrankenhauses Wolgast und wirksame Maßnahmen gegen das Verkehrschaos auf der Insel Usedom. Sack stellt außerdem Gemeindefusionen in Frage. „Die Straßen sind danach immer noch gleich lang, die Anzahl der Kinder gleich. Lediglich bei den Kosten für politische Gremien kann gespart werden“, sagt Sack. „Wir müssen uns fragen, was uns die Demokratie wert ist. Wenn sie uns wichtig ist, muss sie uns auch etwas kosten dürfen.“

Sack wurde in Demmin geboren. Er ist verheiratet, hat drei Kinder, ist seit 2010 Bürgermeister in Loitz und seit 2011 Kreistagspräsident.

Katharina Degrassi

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