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Greifswald Lebensgefahr: Junge steht allein an offenem Fenster im 4. Stock
Vorpommern Greifswald Lebensgefahr: Junge steht allein an offenem Fenster im 4. Stock
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00:00 26.03.2014
In diesem Wohnhaus lebt die Familie im vierten Stockwerk. Quelle: pb
Greifswald

Dramatische Szene am helllichten Tag: Ein kleines Kind steht in zehn Metern Höhe am offenen Fenster eines Mehrfamilienhauses in der Heinrich-Hertz-Straße. Nur ein falscher Schritt, und es stürzt in den sicheren Tod. Die Eltern sind nicht zu sehen. Doch der 20 Monate alte Junge hatte am Montag Glück im Unglück. Aufmerksame Zeugen sahen das Kind und handelten sofort.

Sie riefen die Polizei und spannten dann eine Decke auf, um den Jungen auffangen zu können. Die Polizisten waren schnell zur Stelle und verschafften sich Zutritt zum Mehrfamilienhaus. Die 30-jährige Mutter des Kindes erfuhr erst durch die Beamten von der lebensgefährlichen Lage ihres Sohnes, weil sie nach eigenen Angaben in der Küche war. Sie ging ins Wohnzimmer und nahm den Jungen vom Fensterbrett. Er blieb unverletzt.

„Ich war geschockt als ich den Kleinen da oben stehen sah“, erinnert sich eine 18-jährige Helferin, die nicht namentlich genannt werden möchte. Die angehende Kinderkrankenschwester hatte ihr Auto hinter dem Wohnhaus geparkt und deswegen den Jungen gesehen. „Er befand sich mit beiden Füßen auf dem äußeren Fensterbrett. Einen Sturz hätte er nicht überlebt“, schildert die junge Frau. Sofort habe sie, wie weitere Zeugen, die Polizei alarmiert. Es dauerte etwa zehn Minuten, bis die Beamten eintrafen. „In dieser Zeit haben wir den Kleinen angeschrien, dass er wieder reingehen soll. Durch unseren Lärm wurden andere Nachbarn aufmerksam und warfen uns Decken herunter“, so die Helferin. Zur Sicherheit hätten sie damit den Sturz des Jungen abfangen wollen. Verwunderlich sei für die 18-Jährige, dass zwar einige Mieter, nicht aber die Eltern des Kindes auf den Krach vor dem Haus aufmerksam geworden seien. Die Polizisten verschafften sich Zugang zum Gebäude. „Sie mussten die Hintertür des Gebäudes aufbrechen, weil dort keine Klingel angebracht ist“, erläutert die Zeugin.

Die 30-jährige Mutter des Kindes wusste laut Polizei nichts von der gefährlichen Situation. Für die Polizisten bot sich in der Wohnung ein chaotisches Bild. „Es roch nach Urin, überall lag Müll“, schildert Axel Falkenberg von der Polizeiinspektion Anklam. Die Zimmer seien in einem unordentlichen Zustand gewesen. Nach Berichten von Anwohnern soll sich der Vater (26) des Jungen mehr für seinen Hund interessieren als für sein Kind. Seine Partnerin, die noch zwei weitere Kinder hat, wollte gestern nicht mit der OZ sprechen. Gegenüber den Beamten sagte sie, dass das Wohnzimmerfenster geschlossen war. Unklar ist, wie der etwa 92 Zentimeter große Junge allein auf das Fensterbrett geklettert und das Fenster geöffnet haben soll. Die Polizei erstattete Anzeige wegen Verletzung der Fürsorgepflicht und schaltete das Jugendamt ein. Auch Sozialdezernent Dirk Scheer (parteilos) ist einbezogen. „Das Jugendamt wird alle Maßnahmen ergreifen“, betont Kreissprecher Achim Froitzheim. Ob der Junge generell bei seiner Familie bleiben kann, wird geprüft. Im Moment ist er zu Hause.

Die Inobhutnahme
Bei der sogenannten Inobhutnahme kommt das betroffene Kind auf Initiative des Jugendamtes vorübergehend in eine Bereitschaftspflegefamilie.
Hilfe für ratlose Eltern: Ambulare Vita, Johann-Sebastian-Bach-Straße 25, ☎ 03834/50 86 34, info@ambulare-vita.de
• Internet:
www.fruehehilfen-vg.de



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