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Greifswald „Legkoa“ - Ein positiver Kulturschock
Vorpommern Greifswald „Legkoa“ - Ein positiver Kulturschock
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00:01 14.11.2017
Anna-Lena Strübing (mitte, winkend) betreut in Südafrika Waisenkinder. Quelle: Foto: Privat
Greifswald

Anna-Lena Strübing ist in Potchefstroom, wenige Kilometer von ihrer Wohnsiedlung entfernt, als ihr ein Kind „Legkoa“ nachruft. „Weiße Person“ heißt das in Setswana, einer der elf Landessprachen Südafrikas. Manche Leute sind erstaunt über die Greifswalder Freiwillige, die sich dort seit zwei Monaten um Waisenkinder und deren Pflegeeltern kümmert.

Über 50 Waisenkinder leben in 26 Häusern, die das Projekt „Mosaic - Piecing Lives Together“ (zu deutsch: Mosaik – Leben zusammenbringen) gebaut hat. Laut eigenen Angaben ist das Ziel, ein nachhaltiges Pflegesystem für Waisenkinder zu schaffen. Freiwillige werden fest mit eingeplant. Für Anna-Lena Strübing bedeutet das die Organisation des Nachmittagsprogramms. „Der größte Bestandteil ist hierbei das A-Z-Reading-Programm, bei dem Kinder Bücher in ihrer Zweitsprache Englisch laut vorlesen und Aufgaben dazu bearbeiten“, sagt die 19-Jährige. Außerdem erledigt sie Einkäufe, bastelt und malt mit den Kindern, organisiert Ausflüge oder bereitet Essenspakete für die Kinder und Frauen aus der Wohnsiedlung vor. Eine Frauengruppe trifft sich einmal monatlich zum gemeinsamen Singen, Tanzen und Beten.

Für dieses Treffen, das „Ruth-Programm“ als auch für den „Swop Shop“, einen Laden, in dem Müll gegen Lebensmittel und Schulmaterialien getauscht wird, verteilt Anna-Lena Strübing mit Kleinkindern Werbezettel im Viertel. Die Menschen sollen erkennen, welche Möglichkeiten sich in der Wohnsiedlung auftun. „Gegenseitige Wertschätzung, Akzeptanz und faires Verhalten“ zu fördern, sind Ziele der Freiwilligen. Zusammen mit zwei weiteren Freiwilligen aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen muss sie Ideen finden, wenn jeden zweiten Freitag ein Ausflug mit den Kindern ansteht, den die Freiwilligen planen und durchführen. Während der Ferien wird diese Aufgabe umfangreicher, wenn mehrtägige Programme erstellt werden.

„Für die Finanzierung der Ausflüge sind wir zuständig“, sagt Anna-Lena Strübing. „Es ist traditionell bedingt, dass die Freiwilligen lernen, Spenden zu sammeln und somit auch einen großen Teil an Verantwortung haben“, erläutert sie. Mosaic selbst ist eine Non-Profit-Organisation, die sich komplett über Spenden finanziert. „Wir wollen den Kindern natürlich auch mal etwas Besonderes bieten, wie einen Ausflug in den Zoo nach Johannesburg oder ein Eis in der Innenstadt zu essen“, ergänzt sie. Momentan verkauft sie mit den Kindern dafür gespendete Kleidung.

Während die Einnahmen aus den Kleiderverkäufen einen Teil der Kosten decken, wünschen sich die Freiwilligen weitere Spenden. Die könnten die „Freude und die Lernfortschritte bei jedem Kind“ fördern, „die sie auch nach unserem Freiwilligenjahr weiterbringen werden“, sagt Anna-Lena Strübing.

Während sie selbst täglich hilft, gewinnt sie auch persönliche Erfahrungen. Neben dem sozialen Engagement motivierte sie das Leben in einer vollkommen fremden Kultur, nach Südafrika zu gehen.

Anna-Lena Strübing reiste bereits in Europa viel. Nun suchte sie etwas Neues, einen „positiven Kulturschock“, der sie dazu zwingen würde, eine „Eigenständigkeit in der Ferne zu entwickeln“ und ihre Grenzen zu überschreiten.

Dienst

Das Deutsch-Südafrikanische Jugendwerk (DSJW) ist eine Entsendeorganisation, die Freiwilligendienste und Praktika in Südafrika und dem benachbarten Namibia vermittelt.

Seit 1993 wurden rund 1450 Freiwillige ins südliche Afrika geschickt. Eingesetzt werden sie für soziale Aufgaben.

Das DSJW ist eine anerkannte Entsendeorganisation des Bundesministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ).

10000 Euro kostet ein einjähriger Auslandsaufenthalt. 7500 Euro übernimmt das BMZ, den Rest bringt die Entsendeorganisation auf. Sie bittet die Freiwilligen dafür um Spenden.

Weitere Informationen unter: dsjw.de oder weltwärts.de

Christopher Gottschalk

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