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Greifswald Lehmkies mit Schlaglöchern von Prerow bis Zingst
Vorpommern Greifswald Lehmkies mit Schlaglöchern von Prerow bis Zingst
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00:00 12.06.2017
Prerow

1927 begann der Bau der Darßchaussee. Nach einigen Unterbrechungen war die Neubaustrecke von Prerow nach Born im April 1930 fertiggestellt. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten baute der Reichsarbeitsdienst 1933/34 den Weg von Zingst nach Prerow aus. Wegen der begrenzten Finanzmittel von 35000 Mark entstand zwischen Bahngleis und Seedeich lediglich eine 3,5 Meter breite Lehmkies-Chaussee. Die tiefen und zahlreich vorhandenen Schlaglöcher wurden mit Schlacke verfüllt.

Ein Elch auf der schmalen Chaussee von Prerow nach Zingst.

Nach einigem Hin und Her erfolgte am 1. Mai 1934 die Freigabe der Lehmkieschaussee für Großfahrzeuge. Daraufhin wurde erstmalig auch eine Buslinie eingeführt. Das Kreisbauamt erhob bei einer Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h keine Bedenken, hielt jedoch einen Autobusverkehr über Winter für unmöglich. Schon nach kurzer Zeit war der Weg wegen des nassen Untergrunds ebenso ausgefahren wie in den Jahren zuvor. Der minderwertige Zustand der Straße sorgte immer wieder für eine Einstellung des Busverkehrs.

Um die desolate Straßensituation endgültig zu beseitigen, fand am 23. August 1938 in der Geschäftsstelle der Stralsunder Handelskammer eine „Zusammenkunft aller Anlieger des Weges Zingst-Prerow“

statt. Alle Anwesenden legten ihre Standpunkte offen. Abschließend einigten sich die Teilnehmer auf einen erneuten Ausbau des Weges. Bei der Art der Herstellung wurde sich vor allem an der benachbarten Fischlandchaussee orientiert, weil man sie bei ähnlich schwierigen Bodenverhältnissen erbaut hatte. Nur in fester Ausführung würde sie als eine Verlängerung der Reichsstraße 195 gelten.

Um den Status einer Reichsstraße zu erfüllen, war jedoch eine Chausseebreite von 7,50 Metern erforderlich. Wegen notwendiger Einsparungen sah der ausgearbeitete Entwurf nur eine Betonchaussee von sechs Metern Breite vor, die etwa 600000 Mark kosten sollte. Über die Höhe der finanziellen Beteiligungen verhandelten die Anlieger noch einige Jahre weiter.

Mit Beginn des Krieges 1939 wünschte Pommerns Gauleiter die baldige Inangriffnahme der Arbeiten, zu denen seiner Meinung nach nun Kriegsgefangene herangezogen werden sollten. Im Februar 1943 teilte das Landratsamt die Zurückstellung der Angelegenheit mit.

Bernd Goltings

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