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Greifswald Leiter für „Schwalbe“ gefordert
Vorpommern Greifswald Leiter für „Schwalbe“ gefordert
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04:44 30.08.2013
Volles Haus: Über 60 Kinder und Jugendliche aus dem Viertel Schönwalde II kommen fast täglich in die „Schwalbe“. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Das Haus ist oft voll, keine Frage. Über 50 Kinder und Jugendliche aus Schönwalde II kommen fast täglich ins Stadtteilzentrum „Schwalbe“, um Freunde zu treffen, Musik zu machen oder jemanden zu finden, der ihnen zuhört, erzählt Mitarbeiter Bengt Jacobs. Senioren spielen hier Paargolf, zig weitere Angebote ziehen Bewohner an. Und doch: „Die Situation ist nicht ideal“, sagt Pastor Rainer Laudan. Denn insgesamt sechs Vereine arbeiten in der Schwalbe — mehr neben- als miteinander. „Wir bräuchten einen Leiter, der die Arbeit aller koordiniert.“ Aber vor allem fehle ein Gesamtkonzept, das sich an den Bedürfnissen der Menschen im Viertel ausrichte, sagt der Pastor.

Laudan ist Chef des Vereins „Issa“, der im „Labyrinth“ in der Schwalbe schon seit 1991 Angebote für Kinder und Jugendliche auf die Beine stellt. Vor allem Kinder aus vielfach gebeutelten Familien will man erreichen. Schönwalde II gilt als schwieriges Viertel, überdurchschnittlich viele Familien aus Greifswald leben hier von Hartz IV.

„Das Ziel des Labyrinths ist es, diese Kinder und Jugendlichen aufzufangen, zu verhindern, dass sie automatisch bei Hartz IV landen“, sagt Rainer Laudan. Dafür flössen seit Jahren auch Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Aber im Viertel lebten eben nicht nur Jugendliche und Senioren, sondern auch die Generation dazwischen. „Die erreichen wir bisher kaum.“ Außerdem sei es nicht sinnvoll, dass jeder Verein in der Schwalbe allein vor sich hinarbeite. Laudans Forderung: Die Stadt müsste eine Stelle für einen Haus-Koodinator in der Schwalbe schaffen.

Das Problem ist bekannt. Sozialdezernent Ulf Dembski (SPD) sagt selbst: „Wir bräuchten eine solche Hausleitung. Der Issa macht diese Arbeit bisher nur so nebenbei und ehrenamtlich ein bisschen mit, auf Dauer keine Lösung.“ Vor der Kreisgebietsreform habe das Jugendamt Greifswald immerhin den Bereich der Kinder- und Jugendarbeit in der Schwalbe gesteuert. Seit der Reform fehle auch das.

Aber eine volle Stelle für einen Hausleiter, bezahlt von der Stadt? „Schwierig“, sagt Dembski. „Ich denke, es wird eher möglich sein, dass wir jemandem vom Issa ein paar Stunden pro Woche für konzeptionelle Arbeit bezahlen.“ Ein Antrag auf Erarbeitung eines entsprechenden Konzepts durchläuft derzeit die Ausschüsse der städtischen Bürgerschaft.

Aber nicht nur unter einem fehlenden Leiter leidet die Arbeit in der Schwalbe. Der Verein „Issa“, der die meisten Räume im Haus belegt, ist auch vom Geldmangel bedroht: Schon ab nächstem Jahr, bestätigt Dembski, sinken die ESF-Mittel, die das Land für die Schwalbe ausreicht, jedes Jahr um fünf Prozent. Wer diesen Verlust auffangen soll, ist noch unklar. Bisher galt: Die drei vollen Stellen im „Labyrinth“ wurden zu 50 Prozent aus ESF-Mitteln bezahlt, die anderen 50 Prozent teilten sich Stadt und Landkreis. Bis 2020 wird der Anteil der Landesmittel aber auf 15 Prozent schrumpfen, Stadt und Kreis müssten dann 85 Prozent der Personalkosten schultern.

Der Issa hat die Mittel für das kommende Jahr laut Rainer Laudan bereits beantragt. Nun könne man nur hoffen, dass der Kreis seinen Haushalt in diesem Jahr früher beschließe als im vergangenen.

„Sonst werden unsere Mitarbeiter mal wieder verunsichert. Das ist schon eine schwierige Situation.“

Vereine in der „Schwalbe“
Der „Issa“ leitet das „Labyrinth“ mit Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche. Der Verein „Zukunft im Blick“ begleitet Kinder und Jugendliche beim Weg ins Berufsleben. Die „Sozialarbeit Vorpommern“ kümmert sich um Kinder, die nicht in ihren Familien bleiben können. Der Verbund für soziale Projekte bietet Eltern Hilfen zur Erziehung. Die Volkssolidarität richtet sich an Senioren. Der Literatursalon lädt zu Lesungen ein.

Adresse: Maxim-Gorki-Straße 1

Sybille Marx

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