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06:48 17.03.2017
Die Stadtbibliothek „Hans Fallada“ wird längst nicht mehr nur als Ausleihe genutzt. Viele Greifswalder betrachten das Haus als Treffpunkt zum Lesen, Klönen, Spielen oder Diskutieren. Hans-Martin Harder nahm sich gestern Vormittag Zeit zum Zeitungsstudium. Quelle: Foto: Peter Binder

Ein kleines Zopfmädchen auf dem grünen Sofa, ganz vertieft in ein dickes Fantasiebuch, zwei spielende Teenager in der Computerspielschule, staunende Knirpse bei der Vorleserunde oder plaudernde Senioren in einer Ausstellungseröffnung ... das Leben in der Greifswalder Bibliothek ist so bunt wie unser Alltag.

Genau das soll eine Fotoausstellung dokumentieren, die im Herbst in der Stadtbibliothek „Hans Fallada“ gezeigt wird. „Aus Anlass unseres 120. Jubiläums rufen wir zu einem Fotowettbewerb auf“, sagt Leiterin Anja Mirasch und hofft auf viele unterschiedliche Einsendungen. Ab sofort können die schönsten Aufnahmen zum Thema „Treffpunkt Stadtbibliothek“ digital an stadtbibliothek@greifswald.de geschickt werden. Eine Jury soll dann die besten Motive auswählen, in einer Schau werden sie präsentiert.

Dieses Projekt ist nur eines von vielen im Jubiläumsjahr der Bibliothek. „Wir wollen den runden Geburtstag gemeinsam mit den Greifswaldern feiern und haben deshalb zahlreiche Lesungen, unterhaltsame Vorträge, Kinderprogramme und Ausstellungen organisiert“, kündigt Anja Mirasch an. Ziel sei es gewesen, 2017 „besondere Autoren“ einzuladen, erklärt sie und nennt stellvertretend die Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg und die Kinderbuchautorinnen Maja Nielsen und Annette Herzog.

Fest steht: Auch im 120. Jahr hat die Stadtbibliothek nichts von ihrem Renommee eingebüßt. Im Gegenteil. Aus der einstigen Ausleihe mit anderthalbstündigen Öffnungszeiten im Gründungsjahr 1897 hat sich ein Ort der Gemeinschaft entwickelt. Hier herrscht stetes Kommen und Gehen. „Unser Haus gehört zu den beliebtesten Kultureinrichtungen der Stadt. Zwölf Prozent aller Einwohner sind bei uns angemeldet. Das ist ein Spitzenwert in Mecklenburg-Vorpommern“, verdeutlicht die Bibliotheksleiterin. Fast 30 Prozent der aktuell 6654 Nutzer seien Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 15 Jahren. „Dazu hat die systematische Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen in den vergangenen Jahren beigetragen“, wertschätzt sie das Engagement ihres Teams.

Zudem stellte sich das Haus immer neuen Herausforderungen, war einer der Vorreiter im Land bei der Nutzung digitaler Medien. Heute können Wissbegierige aus fast 60000 e-Medien auswählen: Bücher, Spiele, Musik und anderes mehr kann in den heimischen Wänden ganz bequem aus dem Internet heruntergeladen werden. „Die Zahl der virtuellen Entleihungen hat sich 2016 im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt und stieg auf rund 26 000“, sagt Anja Mirasch. Besonders erfreulich: Nicht nur junge Nutzer greifen auf dieses relativ neue Angebot zurück, wie die monatliche e-Book-Sprechstunde in Kooperation mit dem Bürgerhafen Greifswald zeigt. Auch immer mehr Senioren entdecken die moderne Technik für sich. Allerdings ist die Nutzung der e-Medien im Vergleich zur herkömmlichen Entleihung doch noch gering: Ihr Anteil betrug 2016 gerademal sechs Prozent.

Heißt also: Der Gang in die Knopfstraße 18-20 lohnt sich immer noch, denn hier warten über 70000 Bücher, Zeitschriften , CDs, Filme und Spiele ... zum Anfassen, Stöbern und Ausleihen. Und dann wären da ja auch noch die Veranstaltungen. 341 standen allein im vorigen Jahr zur Auswahl.

Programm zum Jubiläumsjahr

1897 eröffnete der Gemeinnützige Verein in Greifswald die Volks-

bücherei. Ihr 120. Jubiläum will die Stadtbib- liothek „Hans Fallada“ mit vielfältigen Veranstaltungen begehen. Zu den Höhepunkten gehören folgende Lesungen:

23. März: Walter Baumgartner liest unter dem Titel „Keusche Liebes- Brunst“ barocke Hochzeitsgedichte, musikalisch begleitet von Peter Tenhaef.

26. April: Kristina Andres präsentiert neue Abenteuer von Mucker und Rosine: „Die Rache des ollen Fuchses“.

9. Mai: Die in Kopenhagen lebende Kinderbuchautorin Annette Herzog liest innerhalb des Kulturfestivals Nordischer Klang. Zwei Tage später lädt das Haus zu Bildervorträgen über Grönland und Färöer ein. Außerdem wird der Autor Jóanes Nielsen erwartet.

15. September: Die Bibliothek beteiligt sich an der Kulturnacht.

7. Oktober: Ausstellungseröffnung des Fotowettbewerbs „Treffpunkt Stadtbibliothek“.

25. Oktober: Die Literaturkritikerin Annemarie Stoltenberg stellt Neuerscheinungen vor.

Infos/Teilnahmebedingungen zum Fotowettbewerb: www.stadtbibliothek.greifswald.de

Petra Hase

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