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Letzter Ansturm auf Public Viewing?

Letzter Ansturm auf Public Viewing?

Fußball-EM: Deutschland muss gegen Italien gewinnen, sonst endet das Vergnügen auf der Festspielwiese

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Bis zu 1500 Menschen sahen das Achtelfinalspiel Deutschland gegen die Slowakei auf der Jungfernwiese am Helmshäger Berg. So viele werden auch heute dort erwartet.

Quelle: okf

Greifswald Deutschland gegen Italien – nirgendwo anders in Greifswald dürfte das heutige Viertelfinalspiel der Fußball-Europameisterschaft das Publikum so teilen wie in italienischen Restaurants. Denen beschert der K.o.-Kracher mitunter volles Haus. Das „Il Ponte“ in Wieck etwa wird bis auf den letzten Platz gefüllt sein. „Wir sind ausgebucht, nichts geht mehr“, stellt ein Mitarbeiter klar.

Auch in der Pizzeria „San Remo“ in der Langen Reihe rechnet man mit mehr Besuchern als sonst. Wie im „Il Ponte“ ist das Spiel hier am Fernseher zu verfolgen. Ebenso in der Pizzeria „O sole mio“ in der Lomonossowallee (Schönwalde I). 189 Zentimeter Bildschirmdiagonale misst das TV-Gerät im „La Piazza“ am Markt. Da es nicht an einer Wand montiert ist, stellt man es hier kurzerhand auf eine Kisten auf einem Tisch. So werde jeder Gast gut gucken können. Bei trockenem Wetter draußen, bei schlechtem drinnen. Rechtzeitiges Kommen sichere Plätze, merkt eine Kellnerin an und fügt hinzu: „Am besten noch vor 20 Uhr.“

Auf Public Viewing unter freiem Himmel setzt man auch im „Pulcinella“ im Schuhhagen. Vor dem Eingang zum Kellerrestaurant stehen gewöhnlich bis zu acht Tische. Für das Fußballspiel der bisherigen EM will man heute Abend ein paar hinzustellen.

Für Renato Gerwin, Betreiber der Kneipen „Mitt'n'drin“ und „Comix“, gleicht die heutige EM-Partie in mehrfacher Weise einem Schicksalsspiel. Von seinem Ausgang machen er und Geschäftspartner Torsten Westphal abhängig, ob das von ihnen organisierte größte Public Viewing in der Stadt weitergeht oder nicht. Auf der Jungfernwiese am Helmshäger Berg haben beide mit Unterstützung der Stadtwerke und der Sparkasse Vorpommern eine Art EM-Arena aufgebaut. Die war zuletzt zum Achtelfinalspiel Deutschland – Slowakei am 26. Juni in Betrieb. Etwa 1500 Besucher habe man da gezählt. Weniger als zehn waren es beim zweiten Achtelfinalmatch des Abends, Belgien gegen Ungarn.

„Es ist eine Erfahrung, die wir bei dieser EM frühzeitig gemacht haben: Ist Deutschland nicht im Spiel, kommt keiner“, schildert Gerwin. Die Konsequenz daraus: Auf der Jungfernwiese läuft nur dann Fußball, wenn die Jungs von Jogi Löw am Ball sind. Gestern blieb die Led-Leinwand hier trotz eines Viertelfinalspiels (Wales gegen Belgien) dunkel. Heute Abend rechnen Gerwin und Co neuerlich mit bis zu 1500 Besuchern. Die haben freien Eintritt. Und können zudem kostenfrei mit einem Shuttlebus (Abfahrt 19.50 Uhr sowie 20.20 Uhr ab ZOB am Bahnhof) zum Helmshäger Berg und nach dem Spiel zurückfahren.

Für die Halbzeitpause stellen Renato Gerwin und Torsten Westphal eine kleine Überraschung in Aussicht. „Dann verlosen wir unter den Besuchern zwei deutsche EM-Originaltrikots mit einer Unterschrift des aus Greifswald stammenden Nationalspielers Toni Kroos.“ Die dürften begehrt sein, unabhängig von Sieg oder Niederlage.

Das Public Viewing

Der Ausdruck entstammt dem englischen public für „öffentlich“ und viewing für „ansehen, anschauen“. „Public Viewing“ bezeichnet heute überwiegend die öffentliche Übertragung von Großereignissen wie der Fußballeuropameisterschaft. In Deutschland kam diese Art gemeinschaftlichen Zuschauens mit der Fußball-WM 2006 auf. Damals drängten das Organisationskomitee beim Fußball-Weltverband FIFA sowie der Sportrechtevermarkter Infront auf die öffentliche Übertragung von Spielen auf Großleinwänden. Hauptgrund war die zu geringe Anzahl an Eintrittskarten.

Sven Jeske

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