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Greifswald Lob und Ehre für Meister, Trainer und den Nachwuchs
Vorpommern Greifswald Lob und Ehre für Meister, Trainer und den Nachwuchs
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00:01 30.11.2017
Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) überreichte die Ehrennadeln.
Greifswald

Die Stadt hat 25 Frauen und Männer für ihr Engagement im Sport gewürdigt. Sie seien „Aushängeschilder Greifswalds“, erklärte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) während einer Feier im Rathaus. Der Stadtsportbund vergab Ehrennadeln, der Sportförderverein 1000 Euro an den Greifswalder SV 98. Die OSTSEE–ZEITUNG stellt drei der Geehrten vor.

25 Frauen und Männer wurden gewürdigt

Tausende Sportler

12500

Mitglieder zählen die 94 Sportvereine, die im Sportbund Greifswald organisiert sind.

Der größte Verein ist die Hochschulsportgemeinschaft mit 2350 Mitgliedern.

1200 Trainer, Kampf- und Schiedsrichter sowie Funktionäre arbeiten ehrenamtlich.

Stefan Denz traf einen Nerv

Stefan Denz und seine Frau merkten, dass ihr diabetischer Sohn in großen Sportgruppen nicht genug betreut wird. „Das ist keine Kritik“, sagt der 41-jährige Denz. Wenn viele Kinder miteinander trainieren, bliebe eben zu wenig Zeit für Kinder mit Beeinträchtigungen. Für sie gründete er eine Sportgruppe und traf damit einen Nerv.

Heute schwitzen bei „Leichtathletik inklusiv“ Nichtbehinderte, übergewichtige und diabetische Kinder zusammen mit Rollstuhlfahrern, Kindern mit Spastiken und Lähmungen und Schwerstbehinderten. Die 25 Kindern im Alter von 6 bis vierzehn Jahren sind eine Abteilung in der Hochschulsportgemeinschaft (HSG) Universität Greifswald. Auch Nils Krake gehört dazu. Er wurde zum Nachwuchssportler des Jahres ausgezeichnet. Doch um Leistung ginge es nicht, sondern um die „Freude am Sport“, sagt Denz.

Aber auch um Verantwortung. „Man muss wissen, wann die Kinder nicht mehr können, zum Beispiel weil sie über- oder unterzuckert sind.“ Als Medizintechniker am Uniklinikum Greifswald besuche er regelmäßig Sanitäterlehrgänge, erwarb außerdem drei Trainerlizenzen und könne so einschätzen, wie es seinen Schützlingen körperlich und geistig gehe. Für dieses umfassene Engagement - Stefan Denz kümmert sich auch um die Internetseite der Gruppe - schlug ihn die HSG für die Ehrung vor. Denz fand die Veranstaltung „ergreifend“ und freute sich über die Anerkennung.

Ani Manukyan schrieb Greifswalder Boxgeschichte

Ani Manukyan steht seit Oktober unauslöschlich in den Büchern der Greifswalder Boxgeschichte. Die 14-Jährige ist die erste deutsche Meisterin aus der Hansestadt. Sie gewann vorher internationale und nationale Wettbewerbe. Für ihre beachtlichen Erfolge und ihren Ehrgeiz verdiene sie eine Auszeichnung, sagt ihr Verein, der „Box- und Freizeitclub Greifswald“.

„Das ist schon etwas Besonderes“, sagt sie. Ein besonderer Zwischenschritt. Ani Manukyan will nämlich viel erreichen: „Mein Ziel ist es, bei Olympia Gold zu holen und Weltmeisterin zu werden“, sagt sie. Keimzelle dieser Ziele war letztendlich ihr Vater. Seine Tochter war zunächst nicht begeistert. „Er brachte mich beim Tag der offenen Tür im Boxverein vorbei. Eigentlich hatte ich keine Lust“, sagt Ani Manukyan. „Aber ich bin dabei geblieben, weil ich in diesem Einzelsport für mich selbst gewinne und das Training mir Spaß macht, auch wenn es anstrengt.“

Für das Boxen wechselte sie sogar die Schule, erzählt Vater Ashot Manukyan: „Sie ist eine gute Schülerin. Aber auf dem Gymnasium blieb zu wenig Zeit für den Sport. Deswegen geht sie mittlerweile auf die Realschule.“ Sie ist auf einem guten Weg, ihre großen aber realistischen Ziele zu verwirklichen, hieß es in der Laudatio.

Jule Plötz macht Cheerleader fit

„Ich habe mich am meisten über die Einladung zur Ehrung gefreut“, sagt Jule Plötz. Weil sie so erfuhr, dass ihr Verein sie vorgeschlagen hatte. Weil er ihre Arbeit als Trainerin wertschätzt. Die 21-Jährigruppe trainiert eine Kindertanz- und eine Cheerleadingruppe mit 25 Mädchen. Cheerleader, das sind diese tanzenden Frauen an der Seitenlinie von Footballspielen in Amerika? Das sei nicht die ganze Wahrheit. Der Sport sei viel mehr als die Seitenlinie, sagt die 21-Jährige. Sie tanzt, seit sie zehn Jahre alt ist. „Es ist eine eigenständige Disziplin.“ Mit Rollentausch: Bei ihren Auftritten würden die Footballer schon mal die Cheerleader anfeuern. Zu dem Sport gehören Menschenpyramiden, Würfe und Turnen und Tanzen. Diese Choreographien werden auf Meisterschaften gezeigt. Jule Plötz ist selbst aktiv: Mit ihrem Team holte sie bei den Deutschen Meisterschaften den achten Platz. Als Organisatorin von Auftritten und Sommercamps mache sie sich um den Nachwuchs verdient, lobt ihr Verein.

Ihm wird Jule Plötz wohl erhalten bleiben. Sie beendet im Frühjahr zwar ihr Studium, möchte aber auch für das Cheerleading hier bleiben.

Christopher Gottschalk

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