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Greifswald Lösung im Buslinienstreit: Alles umsteigen, bitte!
Vorpommern Greifswald Lösung im Buslinienstreit: Alles umsteigen, bitte!
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00:06 10.10.2017
Diese Bilder aus dem August, da Busse am Grenzübergang zwischen Ahlbeck und Swinemünde kontrolliert und festgehalten wurden, sollen schon bald vorbei sein. Eine Arbeitsgruppe hat kurz- und langfristige Lösungsvarianten erarbeitet. Quelle: Foto: Hannes Ewert

Endlich: Im Zwist um die ausgesetzte, deutsch-polnische Buslinie bahnt sich offenbar eine Lösung an. Nach insgesamt sechs Gesprächsrunden in Gruppen sowie mit einzelnen Partnern steht jetzt eine vorläufig abschließende Verständigung der beiden Busunternehmen Komunikacja Autobusowa (KA) und Usedomer Bäderbahn (UBB) sowie der Stadt Swinemünde bevor. Gegenstand sei eine kurzfristige Lösung des Anfang August entstandenen Problems, keinen grenzüberschreitenden Busverkehr anbieten zu können.

Schlichter Peter Heise, Ex-Geschäftsführer der Pomerania: Deutsch-polnische Arbeitsgruppe arbeitet an Vertragsgestaltung

Peter Heise (71), Ex-Geschäftsführer der Kommunalgemeinschaft Europaregion Pomerania, steuert als Schlichter auf eine Einigung zu, die womöglich noch im Herbst vertraglich sanktioniert wird. „Sie sieht vor, dass Busse beider Unternehmen auf ihrem jeweiligen Territorium fahren und sich an der Grenze treffen, wo die Passagiere umsteigen.“ Heise, dem im Bemühen als Mediator von Heringsdorfs Ex-Bürgermeister Klaus Kottwittenburg (61) assistiert wurde, sieht darin zwar keine optimale Lösung, wäre aber froh, ein Zwischenziel erreicht zu haben. Ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe sei für den 13. Oktober anberaumt. Dabei sollen unter anderem finanzielle Fragen sowie die Tourenpläne besprochen werden. Erziele man Einigkeit, sei die Vertragsunterzeichnung Formsache.

Teil zwei der avisierten deutsch-polnischen Lösung sei längerfristiger Natur. Bestandteil soll eine gemeinsame Leitstelle für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) inklusive elektronischer Systeme und personeller Absicherung sein. Außerdem wolle man Investitionen vorbereiten, die eine zukunftsfähige Usedomer Verkehrslösung gewährleisten. Stichworte: Elektro- und Wasserstoffbusse, Ladestationen, getrennte Busspuren und Bustaschen auf Inselstraßen für den ÖPNV, ja vielleicht sogar ein kostenloses Fahren via Usedom-Card. „Das setzt jedoch die Einigkeit der Inselgemeinden und des Landes MV voraus“, betont Heiße. Und Kottwittenborg ergänzt: „Nahezu alles lässt sich machen, wenn man nur will.“

Zwischen den Zeilen hörbar wird allerdings ein Zweifel daran, ob die bisherige Umgehensweise beider Seiten miteinander die unter Nachbarn und Freunden angebrachte gewesen sei. Heise war von Bahnvorstand Ronald Pofalla und Joachim Trettin (DB-Konzernbeauftragter für MV und Brandenburg) im Sommer gebeten worden, im eskalierten Streit zwischen UBB und KA zu intervenieren. Auch, um politischen Sprengstoff daraus abzulassen. Der Konflikt hatte dazu geführt, dass der grenzüberschreitende Busverkehr, für den die UBB das Recht erworben hatte, wegen Protesten der polnischen Seite zum Erliegen kam. Ihr Antrag war aus Formgründen auf Ablehnung gestoßen. Später schaukelten sich beide Seiten dermaßen hoch, dass die Hilfe Dritter notwendig wurde (die OZ berichtete).

Eine gute Chance, mit der längerfristigen Lösung ab 2021/2022 investiv zu werden, rechnen sich Heise und Kottwittenborg auch deshalb aus, weil die Schweriner Regierung sich stärker für die Entwicklung Vorpommerns einsetzen will und wohl auch muss. UBB-Chef Boße wollte sich gestern zur Verhandlungssituation „grundsätzlich“ nicht äußern.

Steffen Adler

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