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Greifswald Lubmin: Millionenschaden nach der Flut
Vorpommern Greifswald Lubmin: Millionenschaden nach der Flut
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00:00 10.01.2017
Unsere Gemeinde hatte schon vor den Sturmfluten eine Strandaufspülung beantragt.Axel Vogt Lubmins Bürgermeister

Sand unter am Strand, weggespülte Zugänge, abgebrochene Dünen: Allein in Lubmin gehen die Sturmflutschäden mittlerweile in die Millionen, schätzt Seebad-Bürgermeister Axel Vogt (CDU). Den 3,5 Kilometer langen Küstenabschnitt aufzuspülen, dürfte mindestens zwei Millionen Euro kosten, schätzt er.

Sand unter im östlichen Strandabschnitt nahe der Marina Lubmin.

„Ich habe recherchiert, welche Schäden vergleichbare Küstengemeinden bei solchen Naturereignissen in der Vergangenheit erlitten und was es kostete, diese zu beheben“, erklärt Vogt seine Annahme. Man sei dabei, die Einbußen der Sturmflut von vergangener Woche zu dokumentieren und an die zuständigen Landesbehörden zu übermitteln. „Dieser Tage wird es auch ein Gespräch mit dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (Stalu) sowie den gleichfalls von der Sturmflut betroffenen Nachbargemeinden Kröslin und Loissin geben“, kündigt Vogt an. Heute beginnen Aufräumarbeiten an zwei zerstörten Strandzugängen.

Mitte 2016 hatte die Gemeinde Lubmin neuen Sand für ihren Strand beim Stalu beantragt. Die von den Sturmfluten von Anfang Oktober 2016 und Anfang Januar angerichteten Schäden lassen diesen Antrag nun noch dringlicher erscheinen. Dass Lubmin sobald neuen Sand für seinen Strand bekommt, darf trotzdem bezweifelt werden. „Auch die Ostküsten Rügens und die Usedomer Küste sind betroffen. Demnach besteht auch dort der Wunsch nach neuem Sand“, hatte Axel Vogt nach der Herbstflut im alten Jahr zu bedenken gegeben. Auch die jüngste Sturmflut ereilte nicht nur das kleine Seebad am Greifswalder Bodden. Betroffen sind Küstengemeinden im ganzen Bundesland, „insbesondere auch unsere benachbarten Inseln Usedom und Rügen“, merkt Vogt neuerlich an. Wie schnell Lubmin neuen Sand erhält, sei von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen davon, ob Sand in erforderlicher Qualität und Menge verfügbar sei. Desweiteren davon, ob Unternehmen, die zu Strandaufspülungen in der Lage sind, für Arbeiten an MVs und hier speziell Lubmins Küste gewonnen werden können. Nicht zuletzt jedoch auch davon, ob das Land hinreichend Geld locker macht.

Geht es um die Wiederherstellung ihres Strands, sind der Seebadgemeinde weitgehend die Hände gebunden. Denn laut Gesetz ist der Strand Eigentum des Landes, dem damit auch der Küstenschutz obliegt.

In Lubmin argwöhnen Bürger, dass Schwerin wohl zuerst finanziell einträgliche Urlauberhochburgen wie Rügen und Usedom mit neuem Sand versorgen wird. Der Strand von Lubmin, ohnehin im Schatten jener, könnte demnach längere Zeit unbeachtet bleiben.

„Für unseren Ort wäre das nicht gut“, schwant Joachim Jarling, einer von Hunderten, die Lubmin-Urlauber beherbergen. Im Lubminer Tourismus- und Gewerbeverein bangt man um das in den vergangenen Jahren deutlich verbesserte Image des Seebads. Vereinsvorsitzender Marco Hanke weiß um die begrenzten Möglichkeiten der Gemeinde, die Sturmflutschäden wettzumachen. „Vielleicht aber“, gibt Hanke zu bedenken, „kann man unabhängig von einer Aufspülung den Strand hier und da verbessern.“ Er erinnere sich, dass Raupen in Lubmin schon einmal Sandbänke abgetragen und den dabei gewonnenen Sand am Strand abgeschüttet haben. „Womöglich kann man auf diese Weise schmal gewordene Abschnitte wieder so verbreitern, dass Badegäste im Sommer dort liegen können.“ Er sei kein Techniker, räumt Hanke ein.

Doch in der jetzigen Situation sei jeder Gedanke willkommen.

Gemeindevertreter Klaus-Dieter Hagelberg hat auch einen: Große Findlinge im flachen Wasser könnten als Wellenbrecher fungieren und die Wirkung künftiger Sturmfluten mildern. Die letzte Aufspülung in Lubmin liegt elf Jahre zurück. 2005 wurden 200000 Kubikmeter Sand an den Strand verbracht, die beim Vertiefen der Zufahrt zum Industriehafen angefallen waren. Zwei Jahre zuvor erst hatte das Land den Lubminer Strand mit etwa 234000 Kubikmeter Fein- und Mittelsanden ausgebaut. Das Material stammte aus dem Auslaufkanal des früheren Kernkraftwerks und war, so legten es damalige Messungen nahe, unbedenklich.

Sven Jeske

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