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Maler wird für sein Lebenswerk geehrt

Greifswald Maler wird für sein Lebenswerk geehrt

Der Greifswalder Künstler Martin Franz trägt sich am kommenden Dienstag ins Goldene Buch der Stadt ein. Anlässlich seines 85. Geburtstag wird eine Ausstellung eröffnet.

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Der Greifswalder Künstler Martin Franz sitzt vor seiner Staffelei. Doch schon lange benutzt er sie nicht mehr. Stattdessen lässt er seinem fünfjährigen Enkelsohn die Staffelei, um sich auszuprobieren.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Im Haus von Martin Franz gibt es viel zu sehen. An der Wand hängen Gemälde, die Landschaften zeigen. Er hat sie selbst gemalt. Eine Staffelei steht mitten im Raum. Doch die nutzt Franz schon lange nicht mehr. Er ist müde, will nicht mehr malen. „Genug ist eben genug“, scherzt der Maler, in dessen Leben sich seit mehr als 60 Jahren alles um die Kunst dreht. Vor wenigen Tagen feierte er seinen 85. Geburtstag. Zu diesem Anlass wird der langjährige Greifswalder Hochschullehrer mit einer Ausstellung geehrt. Sie wird am kommenden Dienstag im St. Spiritus eröffnet. Während der Vernissage trägt sich Franz ins Goldene Buch der Stadt ein. Doch dem Künstler selbst ist das fast ein wenig unangenehm. „Ich stehe nicht so gerne im Mittelpunkt“, gibt der Rentner zu.

Als bescheidenen Mann beschreibt ihn auch Ekkehard Brunstein, Vorsitzender vom Kunstverein „Art 7“. „Martin Franz ist ein sehr humorvoller, bedächtiger Mensch, der wegen seiner Bilder in und um Greifswald verehrt wird“, sagt Brunstein, der die Ausstellung im St. Spiritus organisiert hat.

Franz wurde in Hamburg geboren, wuchs im Dritten Reich auf, musste noch in den Krieg ziehen. 1950 begann er sein Studium in Greifswald und damit seine künstlerische Laufbahn. Im Studium lernte er auch seine spätere Frau kennen, die einige Semester unter ihm studierte. Die Leidenschaft fürs Malen verband die beiden. „Meine Frau malte wirklich sehr schön und sie war sehr bescheiden.“ Aus der Ehe ging ein Sohn hervor. Letztes Jahr verstarb seine Frau. Geblieben sind Porträts von ihr, gemalt von Franz, in Öl, Acryl sowie viele Bleistiftskizzen. Auch seinen Sohn hat er viele Male gezeichnet. Bekannt wurde er jedoch mit seinen Landschaftsbildern. Die Motive suchte er in der unmittelbaren Umgebung zwischen Greifswald und der Insel Rügen. „Ich wollte immer in den Norden und die Region um Greifswald hat viele tolle Landschaften zu bieten.“

1976 eröffnete Franz seine erste Ausstellung in Göhren. Doch die Auftragsmalerei gehörte nie zu seinem Leben. Er hatte einen festen Job an der Universität, zunächst als Assistent von Professor Herbert Wegehaupt, der Franz über viele Jahre hinweg ein großes Vorbild war. „Nachdem Wegehaupt 1959 starb, wollte ich seine Werke weiterführen“, erinnert sich Franz. Mit 64 Jahren wurde er selbst zum Professor an der Universität Greifswald ernannt, malte auch die Jahre nach seinem Ruhestand weiter.

„Ich benutze sehr gern Ölfarben, aber auch Acryl. Letzteres riecht nicht so stark“, findet Franz. Woher die Faszination des Malens kommt, weiß er nicht mehr. In seiner Familie gibt es keine Malerhistorie: „Mein Vater war bei einem Zahnhygieneunternehmen angestellt. Die ersten vier oder fünf Jahre lebten wir in Hamburg, doch nachdem er die Hanseaten nicht von den Produkten überzeugen konnte, gingen wir zurück nach Dresden.“ Das Malertalent hat Franz offenbar weitergegeben: „Immer wenn mein fünfjähriger Enkel mich besuchen kommt, stürmt er gleich zur Staffelei.“ Von einem Dasein als Künstler würde Franz seinem Enkel jedoch abraten. „Heute ist es einfach anders. Mir persönlich gefällt neuere Kunst nicht. Ich wäre wahrscheinlich kein Maler geworden, wenn ich später geboren worden wäre.“

„Martin Franz — Malerei zum 85. Geburtstag“
Der Kunstverein „Art7“ präsentiert die Ausstellung, die bis zum 15. August zu sehen ist.


Die Ausstellung mit Gemälden von Martin Franz wird am 16. Juli um 19.30 Uhr im soziokulturellen Zentrum St. Spiritus eröffnet. Die Laudatio auf den Künstler hält Sylvia Dallmann.

Angela Wandt begleitet am Klavier.


Die Galerie (Lange Straße 49) ist Montag, Mittwoch, Donnerstag von 11 bis 16 Uhr, Dienstag von 13 bis 18 Uhr und Freitag von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

 

 

Christin Weikusat

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