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Greifswald Marktplatz im Mittelpunkt der Stadtgeschichte(n)
Vorpommern Greifswald Marktplatz im Mittelpunkt der Stadtgeschichte(n)
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00:00 22.06.2016
Uwe Niebergall mit Heft „01“. Quelle: kl

Wenn kein Wochenmarkt ist, sieht der historische Marktplatz in Greifswald ziemlich kahl aus. Das war natürlich nicht immer so, wie ein Blick in die Broschüre „Greifswalder Stadtgeschichte(n)“ bestätigt. Zahlreiche historische Fotos hat der Greifswalder Hobby-Historiker Uwe Niebergall darin versammelt. „Rund um den Greifswalder Marktplatz“ heißt das „Heft 01“. 01? Das klingt nach mehr. „Das hat zwar der Grafiker festgelegt“, sagt der Autor. Aber er habe schon Ideen für Folgebände. „Der Hafen, die Altstadt, die Vorstädte, Wieck, Eldena,...“ Im nächsten Heft werde es um die Stadthalle mit dem Theatercafé gehen, kündigt er an.

Aber nun erst einmal der Markt. Erstmals erwähnt wird er im ältesten Stadtbuch von 1301. Darin wird er als Forum betitelt, lernt der Leser in Niebergalls Einleitung. „Ab 1352 wird der westliche Teil als Fischmarkt, der östliche Teil als großer Markt bezeichnet“, schreibt der Autor. „Das ist bis heute so geblieben, auch wenn zwischen 1950 und 1991 der Markt auf Antrag der Gesellschaft für ,Deutsch-sowjetische Freundschaft’ als ,Platz der Freundschaft’ bezeichnet wurde.“ Das vorliegende Heft stelle aber keine wissenschaftliche Abhandlung dar. „Vielmehr ist es ein Spaziergang über den Platz mit Erläuterungen zu den abgebildeten Fotos und zeitgenössischen Belegen.“

Und wo stammen die Fotos her? „Ich habe selbst einige Fotoalben von meiner Familie, ansonsten schaue ich, ob ich auf Flohmärkten etwas finde.“ Niebergall ist also ein Jäger und Sammler. „Mein Jagdgebiet ist die Stadtgeschichte.“ Die älteste Abbildung in dem Heft stammt aus dem Jahr 1877, die jüngste von 1988. Somit wird auch ein Teil des DDR-Alltags abgebildet, wie er sich auf dem Markt mit seinen Geschäften und in den Gaststätten abgespielt hat.

Ein besonders interessantes Foto, das ohne Übertreibung als historisches Dokument bezeichnet werden kann, ist eine Abbildung der Einweihung des Kriegerdenkmals mit Kunstbrunnen mitten auf dem Platz im Jahr 1892 mit hunderten von Leuten. Der Brunnen, an dem die Greifswalder gerne verweilten, wurde 1936 wegen der Umgestaltung des Platzes wieder entfernt.

Niebergall ist Hobbyhistoriker und freischaffender Kunstmaler und Grafiker. Seit 20 Jahren bringt er auch Kalender mit historischen Postkarten heraus. Der Jahrgang 2017 ist gerade frisch aus der Druckerei gekommen. Ab Ende nächster Woche gibt es ihn dort, wo auch das Heft erhältlich ist, nämlich bei Hugendubel, in der Rats- und Unibuchhandlung und in der Stadtinformation.

kl

Greifswalder Stadtgeschichte(n) Sölken-Verlag, ISBN: 978-3-946644-00-2

OZ

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