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Greifswald Marsch des Lebens macht Station in Greifswald
Vorpommern Greifswald Marsch des Lebens macht Station in Greifswald
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16:45 12.02.2019
Beim Marsch des Lebens zwischen Anklam und Greifswald machten rund 30 Menschen mit. Ziel war es, ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Die zweite Etappe führt weiter nach Stralsund. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald/Anklam

Durchgeforen, aber glücklich erreichten die zehn „Marsch des Lebens“-Teilnehmer gestern Nachmittag das Greifswalder Stadtzentrum. Insgesamt dreißig Menschen hatten sich auf den rund 30 Kilometer langen Weg von Anklam in die Hansestadt gemacht, um ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. Gewandert wurde in Teams, jede Gruppe legte eine Etappe von rund dreizehn Kilometern zurück. „Ganz schön kalt“, befand Lukas Kind. Der 24-jährige wohnt in Leipzig ist extra für den Marsch des Lebens nach Vorpommern gereist. „Für mich hat das Thema Antisemitismus einen persönlichen Bezug, es ist mit meiner Familiengeschichte verknüpft“, sagt er. „Mein Urgroßvater hat zwischen 1937 und 45 in Stettin gelebt und war dort ein hoher Beamter in der Landwirtschaftskammer. Er wusste von den Deportationen.“ Zunächst habe Lukas Kind das Thema von sich geschoben, gedacht, das sei ja alles Vergangenheit. „Dann habe ich mich mehr und mehr mit der Verfolgung der Juden und dem Staat Israel auseinandergesetzt. Ich habe beschlossen, mich aktiv gegen das Vergessen einzusetzen.“

Antisemitismus nehme deutschlandweit leider wieder zu, sagt Organisator Lorenz Sandhofe von der Ueckermünder Freikirche Arche. „Im vergangenen Jahr hat es am 9. November Aufmärsche rechter Gruppen in Vorpommern gegeben, unter anderem auch in Greifswald und Stralsund“, so Sandhofe. „Das passt einfach nicht.“ Vor allem in Stettin habe es früher ein reges jüdisches Leben gegeben, aber auch in Anklam, Greifswald und Stralsund haben viele Juden gewohnt. „Wir möchten mit unserem Marsch die Erinnerung daran wachhalten und mahnen, dass es nie wieder so dunkle Zeiten geben darf wie in Dritten Reich.“ Mitmarschiert ist zum Beispiel auch Kathrin Kasper aus Stralsund . „Während wir gelaufen sind haben wir auch darüber gesprochen, dass hier in Vorpommern die ersten Deportationen von Juden stattgefunden haben, als Testlauf quasi, um zu sehen wie die Bevölkerung reagiert“, sagt die 43-Jährige. „Antisemitismus ist ein wichtiges Thema. Man kann nicht einfach sagen, jetzt hören wir auf, darüber nachzudenken und beschäftigen uns mit dem Tourismus.“

Heute um 9 Uhr gibt es eine kleine Veranstaltung auf der Marktrückseite am Gedenkstein für das jüdische Gebetshaus, bei der es eine geschichtliche Einführung über das jüdische Leben in Greifswald und Informationen über die Initiative „Marsch des Lebens“ gibt. Die Idee zu diesen Wanderungen gegen das Vergessen, stammt von Jobst und Charlotte Bittner aus Tübingen. Seit dem Beginn der Bewegung im Jahr 2007 haben bisher Märsche in 20 Nationen und über 350 Städten und Ortschaften stattgefunden. Heute Vormittag zieht der Tross dann weiter nach Stralsund, wo um 17 Uhr ein weiterer Marsch des Lebens stattfindet. Treffpunkt ist am Neuen Markt Ecke Langenstraße. Anschließend gibt es eine Abschlussfeier im EFG in der Fährstraße 11. Als Sprecher auf der Veranstaltung werden unter anderem der Landesrabbiner Yuriy Kadnykov und der Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann erwartet.

Anne Ziebarth

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