Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Mauern für Freiräume in der Stadt
Vorpommern Greifswald Mauern für Freiräume in der Stadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:53 09.02.2015
Mit Mauern protestierten Greifswalder gegen den Abriss der Brinke. Quelle: Annemarie Bierstedt
Greifswald

Etwa 40 Greifswalder folgten am Sonnabendnachmittag einem Aufruf der Initiative „Brinke 16/17 erhalten“. Sie legten mit Ziegeln einen rund 30 Quadratmeter großen Gebäudegrundriss auf dem Markt. Anschließend möblierten die Teilnehmer dieses symbolische Haus. Damit wollten die Teilnehmer zeigen, dass sie ihre Vorstellung einer sozialen Stadtentwicklung selbst in die Hand nehmen können und erste Grundsteine für kulturelle Freiräume legen, wie es in der Ankündigung hieß.

Mit der Aktion wollte die Initiative zeigen, dass ihre Idee auch nach dem Abriss des Vorstadthausensembles Brinkstraße 16/17 lebt. „Wir haben ein Gebäude errichtet, das symbolisch für kulturelle, ökologische und soziale Freiräume steht“, so Mitorganisator Jan Ole Schulz. Genau das sei das Ziel der Initiative für die Brinkstraße 16/17 gewesen.

Das ehemals besetzte, rund 150 Jahre alte Haus in der Greifswalder Brinkstraße war Anfang der Woche abgerissen worden. Ende November hatte die Polizei das Gebäude von Hausbesetzern geräumt, nachdem das Amtsgericht dem Eigentümer Recht gegeben hatte. Auch der Protest der Bürgerinitiative konnte den Abriss nicht verhindern. Der Eigentümer, ein Demminer Bauunternehmer, will an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus errichten. In der Nacht zu Freitag waren das Amtsgericht, das NDR-Gebäude und zwei weitere Häuser mit dem Spruch „Brinke lebt“ beschmiert worden.



Eckhard Oberdörfer