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Meeresschutz und Sicherheit im Blick

Stralsund Meeresschutz und Sicherheit im Blick

Im Stralsunder Hafen werden Schiffe regelmäßig auf Herz und Nieren geprüft / Beamte der Wasserschutzpolizei legen den Fokus bei den Kontrollen auf Umweltschutz

Stralsund. Ein Labyrinth aus Gängen, unzählige Türen zu Kajüten und verwinkelte Stiegen. Und davon gibt es auf dem 90 Meter langen Schiff „Wilson Farsund“ einige. Eine Treppe führt hinab in Richtung Maschinenraum, aus dem einem warme Luft und Lärm entgegen schlagen.

Dort zeigt Valery Ergle, Chefingenieur auf dem Frachter, Polizeikommissarin Michaela Korn, dass die Separationsanlage, die Öl und Wasser an Bord trennt, einwandfrei funktioniert. Trotz des hohen Lärmpegels klappt die Verständigung. „Am meisten macht es Spaß, mit den Ingenieuren zusammenzuarbeiten“, sagt Michaela Korn von der Wasserschutzpolizei. „Oft ist der Maschinenraum deren ganzer Stolz und sie zeigen gern, ob und wie etwas funktioniert.“

Gemeinsam mit ihrem Kollegen, Polizeihauptmeister Karsten Lück, kontrolliert sie die „Wilson Farsund“, die im Stralsunder Hafen festgemacht hat, um Getreide zu laden. Mit dem Kapitän Maxim Poniavin sind noch weitere sieben Crewmitglieder an Bord, alle aus Russland. „Das ist die Ausnahme“, sagt Karsten Lück. „Meistens haben wir Kapitäne aus den skandinavischen Ländern oder aus Russland, aber die Besatzung kommt oft von den Philippinen.“

Stück für Stück arbeiten sich die Beamten mit dem Ingenieur durch das Herzstück des Schiffes, das im Jahr 2012 gebaut wurde und unter der Flagge Barbados‘ fährt. Das Hauptaugenmerk bei der Kontrolle liegt auf dem Meeresschutz. In erster Linie bedeutet das, Tanks und deren Peilstände zu kontrollieren und Proben zu nehmen. Etwa vom Gasöl, mit dem das Schiff fährt. „Schweröl ist in der Ostsee verboten“, erklärt Michaela Korn. Eine Probe des Gasöls soll ergeben, ob der Schwefelgehalt in dem Treibstoff die zulässige Grenzmarke überschreitet. Und dabei geht es um kleinste Stellen nach dem Komma. Denn auf einer der verplombten Proben, die von der letzten Betankung mitgeführt werden müssen, ist der Wert zu ungenau angegeben.

„Das ist nicht die Schuld des Kapitäns oder der Crew, sondern des Lieferanten“, sagt die Polizistin. „Das werden wir an das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie weitergeben, und das wird sich dann darum kümmern müssen.“ Genau unter die Lupe genommen werden außerdem die Tanks, in denen Ölrückstände gesammelt werden, und die sogenannte Abwasserbehandlungsanlage, also der Fäkalientank.

„Wir schauen, ob die Anlage wirklich in Betrieb ist und nichts einfach ins Meer gepumpt wird, ob Chlor als Desinfektion zugeführt wird und die Seeventile geschlossen sind“, erklärt Karsten Lück.

Abseits der praktischen Kontrolle im Maschinenraum haben die Beamten jede Menge Zertifikate zu inspizieren. Einen Hefter nach dem anderen bringt der 47-jährige Kapitän in sein kleines Büro. Schon nach kurzer Zeit türmen sich die Ordner. Zertifikate und Unterlagen gibt es für alles. Akribisch etwa hat Valery Ergle die Peilstände aus den Tanks dokumentiert. In einem anderen Heft sind chronologisch sämtliche Häfen aufgeführt, die die „Wilson Farsund“ anlief. Maxim Poniavin zeigt Papier auf Papier. Auf einem ist zu lesen, wie viele Leute an Bord sein dürfen, auf dem nächsten, wie viele es tatsächlich sind und wer derzeit zur Crew gehört. Diese wiederum muss ebenfalls jede Menge Papiere und Zeugnisse nachweisen können...

„Das ist zwar aufwändig, aber notwendig“, sagt Michaela Korn. Durch die Beamten der Inspektion Stralsund wurden im vergangenen Jahr 67 Schiffe im Bereich des Hafens kontrolliert, nach denen 30 Ordnungswidrigkeitsverfahren und zwei Strafverfahren eingeleitet wurden. Die „Wilson Farsund“ gehört nicht dazu. „Im Großen und Ganzen war alles in Ordnung“, sagt Michaela Korn nach über vierstündiger Kontrolle.

 



Miriam Weber

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