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Greifswald Mehlmühle und Brotfabrik
Vorpommern Greifswald Mehlmühle und Brotfabrik
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00:01 17.05.2016
Historische Postkarte der Anlagen. Quelle: Stadtarchiv Greifswald

Gleich hinter der Bahnlinie steht an der Gützkower Landstraße ein Ensemble, das an den wirtschaftlichen Aufschwung Greifswalds nach dem Bahnanschluss 1863 erinnert.

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1864 begann die Lebensmittelproduktion in der Gützkower Landstraße

Bereits ein Jahr später gingen Bäckerei und Mühle Paul Ueckers in Betrieb. Der heutige Besitzer, der Holzrestaurator und Bootsbauer Erik Seidel, hat die Bäckerei Gützkower Landstraße 6 mit viel Liebe zum Detail saniert und erhalten gebliebene Details der Ausstattung gerettet. Dazu gehören sogar die Messingventile der Zentralheizung, die Anfang der 1930er Jahre eingebaut wurde.

Den Zaun zur Straße von 1912 stellte Seidel wieder her. Unterstützt von zwei Kunstgeschichtsstudenten, die hier ein Praktikum absolvierten, hat Seidel sehr viel zur Geschichte des Grundstücks herausgefunden. Die letzte der Gründerfamilie, Lilly Uecker, wohnte übrigens bis 2002 im Haus.

Das Wohnhaus neben der bestehenden Mühle wurde 1876 errichtet und erhielt 1907 sein heutiges Aussehen. Immer mehr Gebäude entstanden. Nach Seidels Recherchen wurden 1897 das neue Backhaus, 1901 die Scheune sowie 1905 Mühle und Maschinenhaus errichtet. Zwei Jahre später folgten die später umgebaute Bäckerei und 1908 ein neuer Stall. Die Motormühle steht nicht mehr. „Die Ueckers hatten einen Kuh- und einen Pferdestall“, berichtet Seidel. Dazu kamen ein großer Garten und eine Koppel für die Tiere. Der Schweinestall wurde wohl 1907 dem neuen Backhaus geopfert. „Nach Auskunft der Kinder von Magnus Uecker wurden bis 1945 Brot und Mehl produziert, nach dem Krieg dann nur noch Mehl. Bis 1963 stehen die Mehlmühle und die Brotfabrik im Fernsprechbuch“, erzählt Erik Seidel. Noch Ende der 1970er Jahre soll in der Gützkower Landstraße Brot verkauft worden sein. Zu diesem Zeitpunkt hatte bereits der Volkseigene Betrieb (VEB) Kraftfuttermischwerk Wolgast das Grundstück Gützkower Landstraße 6 übernommen.

Dieser nutzte auch die ab 1904 gebauten vier großen, zum Teil fünfgeschossigen Getreidespeicher Gützkower Landstraße 7/8. 1916 kam das Kontorhaus im Heimatschutzstil hinzu.

Nach der Wende zog sich der Getreidehändler (jetzt Pommerscher Landhandel GmbH) auf die gegenüberliegende Seite der Gützkower Landstraße zurück. Die Speicher wurden nicht mehr gebraucht, sie dienen heute Wohnzwecken. eob

OZ

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