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Greifswald Mehmel-Orgel in St. Marien wird 150 Jahre alt
Vorpommern Greifswald Mehmel-Orgel in St. Marien wird 150 Jahre alt
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00:00 08.07.2016

Eine Königin feiert Geburtstag. Sie regiert keine Länder und Völker, wohl aber jubelt man ihr zu und freut sich, sie als Teil uralten Geschlechts und dennoch höchst lebendig zu haben. Denn sie wird - als zur vielzitierten und beliebten Familie der „Königin der Instrumente“ gehörig - in diesem Jahr 150 Jahre alt. Grund genug, den Greifswalder Orgelsommer 2016 mit ihr und besonders feierlich zu eröffnen. Drei Stunden hatte man sich vorgestern dazu gegönnt und diese in vielfältigen Begegnungen mit Wort, Bild und Ton so informativ wie attraktiv gefüllt.

Pfarrer Bernd Magedanz moderierte einen Abend, der mit orgelorientiertem Grußwort (Prof. Matthias Schneider), einem Vortrag (Andreas Arnold) zur Baugeschichte und zum Bau dieser 1866 installierten Orgel sowie drei jeweils halbstündigen Orgelkonzerten zur aussagekräftigen Visitenkarte dieses historisch wertvollen, weil nahezu original erhaltenen Instruments des Stralsunder Meisters Friedrich Albert Daniel Mehmel geriet. Da waren Freude und Stolz über diesen „Schatz“ zu verspüren, aber auch die sich daraus ergebende Verpflichtung, ihn demnächst mit nicht geringem Aufwand restaurativ, also auch finanziell sichern zu müssen. Orgelfreunde können da übrigens tatkräftig mithelfen, nicht nur mit Spenden, sondern mit der Übernahme von Patenschaften für einzelne Pfeifen. Dass es sich lohnt, dieser ganz auf romantischen Klang spezialisierten alten Dame erneuernd unter die Arme zu greifen, zeigten die drei Kurzkonzerte mit der Marien-Organistin Silvia Treuer (Reger und Bach), dem Jacobi-Organisten Wilfried Koball (Bossi, Schlenker und Bach) sowie dem Domorganisten Frank Dittmer (Clerambault, Schumann und Borowski). Mithin gab es genügend Möglichkeiten, dem – so die Kenner – spieltechnisch „schwergängigen“ Instrument klangfarblich ausgesucht variable Kombinationen zu entlocken und das Gespür für eine Ausdruckswelt zu schärfen, die Zeitgenossen des 19. Jahrhunderts auch im kräftigen Vollklang als sanft und wohllautend, „zum Gemüth sprechend“, ja als „poetisch“ empfanden.

Ekkehard Ochs

OZ

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