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Greifswald Mehr Chancen für Beatmungspatienten

Unimedizin und BDH-Klinik in Greifswald starten bundesweit einmalige Kooperation

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Schwester Peggy arbeitet auf der neuen Station in der BDH-Klinik. Im Hintergrund Oberarzt Dr. Christian Warnke.

Quelle: Fotos: Peter Binder

Greifswald. Atemnot macht Angst und kann bei unklarer Ursache Panik verursachen. Wie schlimm ist es da erst, wenn Menschen aufgrund einer schweren Erkrankung lange Zeit an Luftknappheit leiden und schließlich sogar beatmet werden müssen. Eine Rückkehr zum normalen Leben kann nur gelingen, wenn die Patienten langsam, aber stetig von der Beatmung entwöhnt und für alltägliche Belastungen daheim fit gemacht werden.

 

OZ-Bild

Schon jetzt sehen wir, wie die Patienten davon profitieren.“Prof. Thomas Platz, BDH-Klinikchef

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Ärzte in sogenannten Weaningzentren haben sich genau darauf spezialisiert. Das Problem: Die Bettenkapazitäten sind begrenzt, reichen oft nicht aus. In Greifswald entstand jetzt aufgrund der Kooperation der Universitätsmedizin mit dem Neurologischen Rehabilitationszentrum und Querschnittgelähmtenzentrum (BDH-Klinik) ein bundesweit bisher einzigartiges Zentrum für Beatmungsmedizin. „Es kombiniert das Know How der Unimedizin in der intensivmedizinischen Versorgung mit dem unserer Klinik in der Frührehabilitation“, verdeutlicht BDH-Klinikdirektor Professor Thomas Platz.

Weaning von neurologischen Patienten hat es an der BDH-Klinik, die 1998 eröffnet wurde, schon immer gegeben. Doch durch die Kooperation von Internisten und Anästhesisten der Unimedizin sei es möglich, darüber hinaus auch Patienten mit anderen Erkrankungen aufzunehmen beziehungsweise sie teilweise auch früher von der Unimedizin zu übernehmen. Ziel sei es, so Oberarzt Dr. Christian Warnke, sie so frühzeitig wie möglich zu rehabilitieren. „Menschen mit Luftnot bewegen sich wenig oder kaum noch. In der Folge wird die Muskulatur schlecht“, sagt Warnke. Bei schlaffer Muskulatur wiederum verschlechtere sich die Atmung weiter. „Ein Teufelskreis, aus dem wir die Patienten herausholen müssen“, so der Internist. Bewegung sei dabei das A und O. Und genau darauf sei die BDH-Klinik mit ihren Therapien spezialisiert. „Dadurch erwarten wir eine nochmals deutliche Verbesserung unserer Ergebnisse bei der Behandlung unserer Beatmungspatienten“, sagt Professor Ralf Ewert, Leiter des Weaningzentrums an der Unimedizin, das 16 Betten vorhält. Ewert ist einer der Mitinitiatoren der Kooperation.

Um die notwendigen Voraussetzungen für die Kooperation der Experten beider Häuser zu schaffen, investierte der BDH-Bundesverband Rehabilitation als Träger der BDH-Klinik seit vergangenem Jahr knapp zwei Millionen Euro in die räumliche und medizintechnische Modernisierung einer Station. Die Bettenkapazität für Beatmungspatienten wurde von acht auf 16 erhöht. Damit können erstmals nicht nur schwerst schädelhirngeschädigte Patienten versorgt werden, sondern auch andere Menschen – etwa nach einer Herzinsuffizienz, einem Schlaganfall oder einer Lungenerkrankung. Die ersten Fälle gab es bereits. „Selbst in dieser kurzen Zeit und bei der bisher überschaubaren Anzahl an Patienten sehen wir, wie sehr diese profitieren“, erklärt Chefarzt Prof. Platz.

Dr. Warnke, bislang zu 100 Prozent Oberarzt am Uniklinikum, fiel es deshalb nicht schwer, sich für einen Wechsel an die BDH-Klinik zu entscheiden. „Ich bin fest von unserem Konzept hier überzeugt“, sagt er. Wobei ihn die Unimedizin nicht ganz verlor: Warnke führt auch künftig die ambulante Beatmungssprechstunde am Klinikum fort. Darauf beschränkt sich die Kooperation jedoch nicht. „Zwei weitere Internisten, zwei Anästhesisten und ein Atmungstherapeut der Unimedizin arbeiten in Rotation ebenfalls an der BDH-Klinik“, so Warnke. Diese Zeiten gelten für die Fachleute zugleich als Weiterbildung.

Petra Hase

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