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Greifswald Mehr Stellen für die Fischerschule
Vorpommern Greifswald Mehr Stellen für die Fischerschule
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00:00 14.04.2016

Die Stadt will eine neue Integrierte Gesamtschule „Erwin Fischer“ als Modellschule der Inklusion mit bundesweiter Ausstrahlung bauen. Vom Wirtschaftsministerium MV kommt Lob und aller Voraussicht nach auch eine 75-prozentige Förderung für dieses 18-Millionen-Euro-Projekt. Ob das auch für einen seit Januar 2016 favorisierten Sporthallenbau zutrifft, ist allerdings noch unklar.

Insgesamt 25 Millionen

Der Neubau der Fischerschule ist seit Herbst 2014 gesetztes Ziel der Bürgerschaft. Seit Anfang dieses Jahres gehört auch der Neubau der Sporthalle mit zum Vorhaben. Das würde die Kosten auf 25,2 Millionen Euro erhöhen. Ursprünglich wurde das Volumen inklusive Sporthallensanierung auf 18,2 Millionen Euro geschätzt.

Das Bildungsministerium bewilligt jedenfalls zusätzlich eine Sonderpädagogen- und eine Erzieherstelle. „Das habe ich Schulleiterin Heike Kagel zugesagt“, erklärt Minister Mathias Brodkorb (SPD). „Ich bin ihr für ihr Engagement für die Inklusion dankbar. Gut, dass es solche Schulleiterinnen in Mecklenburg-Vorpommern gibt." Dass sich Greifswald und Kagel für die Integration von Menschen mit Handicap engagierten, freue ihn. Grundsätzlich seien die Schulträger dafür zuständig, die räumlichen Voraussetzungen für die Inklusion zu schaffen. Doch Wirtschafts-, Innen- und Landwirtschaftsministerium hielten Fördermittel in zweistelliger Millionenhöhe für solche Projekte bereit, betont Mathias Brodkorb.

Aber gibt es genug Lehrer? Nils Kleemann, Leiter der Montessorischule, fragt sich das nach dem Studium der Lehrerbedarfsprognose 2016 bis 2030. Demach bestehe allein an staatliche Schulen ein Defizit von 48 Grundschullehrern, wenn alle Referendare in MV blieben. Und die 70 allgemeinbildenden Schulen in freier Trägerschaft fehlten ganz. In integrativen Klassen sollten nach Empfehlungen maximal 24 Jungen und Mädchen unterrichtet werden, mehr gehe zu Lasten der Qualität, betont Kleemann. Und in Greifswald wollen die Stadt und das Institut für Lernen und Leben sogar neue Grundschulen bauen (die OZ berichtete).

„Wir berücksichtigen die Inklusion bei der Lehrerbedarfsplanung“, entgegnet Brodkorb. Weil es von der Immatrikulation bis zum Arbeitsbeginn in der Schule aber acht Jahre dauere, biete das Land künftig auch noch einen berufsbegleitenden zweijährigen Studiengang Sonderpädagogik für je 25 Lehrer an. Die nächsten fünf Jahre soll er in Rostock laufen. „Wir haben die Privatschulen im Blick und in den letzten Jahren die Zahl der Referendarstellen erhöht. Künftig werden es 881 sein“, erklärt Brodkorb. Eingegangen in die Planungen seien sowohl die Zahl der Lehrer, die Rentner werden, als auch die steigenden Schülerzahlen und eine Fluktuation von rund 150 Pädagogen jährlich. Das entspreche Erfahrungen der Vergangenheit.

Anders als früher bekomme jeder Referendariatsbewerber heute eine Stelle. „Während MV Hochschulplätze nach Bedarf anbietet, studieren in anderen Bundesländern deutlich mehr Studenten das Lehramt, als dort benötigt werden“, berichtet der Minister. Da MV jetzt verbeamte, seien die Stellen im Land lukrativ. „Etwa die Hälfte aller neuen Lehrer bei uns kommt aus anderen Bundesländern, zum Teil auch aus Polen.“ Darum fürchte er keinen Pädagogenmangel im nächsten Jahrzehnt.

Von Eckhard Oberdörfer

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