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Mellenthiner ist der beste Zimmerer des Landes

Mellenthin Mellenthiner ist der beste Zimmerer des Landes

Phil Louis Korts hat beim Leistungswettbewerb des Handwerks in MV den ersten Platz geholt / Nun misst sich der 19-jährige Zimmerergeselle mit Deutschlands Besten

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Traditionelle Kleidung, moderner Beruf: Stechbeitel und Klopfholz gehören zu den Werkzeugen eines Zimmerers. Phil Louis Korts hat beim Leistungswettbewerb des Handwerks gewonnen.

Quelle: Henrik Nitzsche

Mellenthin. Er hat’s voll drauf oder besser in der Hand! Mit seinem Dachstuhl hat er die Punktrichter überzeugt. Phil Louis Korts aus Mellenthin ist bester Zimmerergeselle in Mecklenburg-Vorpommern. Beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2016 hat er den ersten Platz gewonnen. Mit dem Erfolg beim Landesinnungsverband des Bauhandwerks hat sich der 19-Jährige qualifiziert – er wird am Bundeswettbewerb vom 12. bis 14. November in Mölln teilnehmen und sich mit den Besten der Besten aus Deutschland messen. „Ich fahre da hin und schaue, wie weit ich komme“, sagt Phil Louis Korts ganz cool. So ist er auch in die Prüfung in Rostock gegangen. Seine Aufgabe: In sechseinhalb Stunden muss er einen kleinen Ausschnitt von einem Dachstuhl bauen. In der vorangegangenen Theorieprüfung schlägt er sich auch gut – Lesen von Bauzeichnungen, Bestimmen von Baustoffen, Umgang mit Werkzeugen und Maschinen sowie Allgemeinwissen zählen zu den Aufgaben. „Ich hatte die Höchstpunktzahl von allen“, so Phil Louis. Am meisten freut sich der 19-Jährige, bei den Deutschen Meisterschaften nun die Nationalmannschaft der Zimmerer kennenzulernen. Ja, die gibt es.

Ich bin auf Baustellen unterwegs und habe viele Orte kennengelernt.“Phil Louis Korts (19)

„Ich will dort weitere Erfahrungen sammeln.“ Das erste Rüstzeug hat er sich während seiner Ausbildung in der Ahlbecker Firma Baugeschäft Schultz geholt. Das ist keine reine Zimmerei – Maurerarbeiten, Putz- und Stuckarbeiten oder Trockenbau gehören zum Leistungsspektrum der Firma. „Für meine handwerkliche Ausbildung war diese große Bandbreite von Vorteil. Ich bin viel auf Baustellen unterwegs gewesen und habe zahlreiche Orte kennengelernt“, blickt der Mellenthiner zurück. Er wurde in der Firma übernommen. Weil es aber ein Baugeschäft ist, kommt Phil Louis im Job nicht wie der klassische Zimmerer daher. Schwarzer Hut, schwarze Zunftweste, weiße Staude (Hemd) – zuletzt trug er das bei der Prüfung in Rostock. Im täglichen Tun auf dem Bau ist die traditionelle Kleidung von Nachteil.

„Beispielsweise bei Maurerarbeiten.“

Seine duale Ausbildung absolvierte er in der Rostocker Firma abc Bau. Dort wird die praktische Lehre im Betrieb durch Werkstattausbildung ergänzt und vertieft.

Dass er einen handwerklichen Beruf erlernt, stand für ihn mit 14 fest. Während sich Gleichaltrige auf dem Bolzplatz austobten, zog sich Phil Louis in die kleine häusliche Werkstatt zurück, um sein Faible für Hölzernes auszuleben. „Das macht den Job aus. Wenn man fertig ist, sieht man, was man geschafft hat. So geht es mir häufig, wenn ich über die Insel fahre und Häuser sehe, wo wir Dachstühle oder Carports gebaut haben. Mit dem Beruf verbinde ich auch die Zunft, mit der ich mich beschäftige.“ Stichwort Wanderschaft: Als Zimmerergeselle kann man auf die Walz gehen. Phil Louis hat seinen Charlottenburger, ein etwa 88 mal 88 Zentimeter großes Tuch, in dem der „Wanderbursche“ Wechselwäsche, Zahnbürste und Werkzeug trägt, noch nicht gepackt. „Das steht gegenwärtig nicht auf meinem Plan. Und wenn, dann will ich nach Süddeutschland. Da gibt es so schöne Fachwerkhäuser“, meint Phil Louis. Sein nächstes Projekt steht aber schon fest: Auf dem elterlichen Hof in Mellenthin will sich der 19-Jährige eine kleine Wohnung ausbauen. Die meisten Möbel, na klar, werden aus Holz sein.

Henrik Nitzsche

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