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Greifswald „Mensch Opa, dein Bauch ist ja weg!“
Vorpommern Greifswald „Mensch Opa, dein Bauch ist ja weg!“
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00:00 22.03.2017

Burkhard Krenz ist verdammt glücklich. In nur fünf Monaten verlor der 59-Jährige 42 Kilogramm Körpergewicht! Statt 157 bringt er heute 115 Kilo auf die Waage. „Das ganze Leben ist ein Schicksal. Vieles ist nicht zu beeinflussen“, sagt er. Dennoch sei am Ende sei jeder seines Glückes Schmied. „Mit meinen fast 60 Lebensjahren fragte ich mich also: Schaffe ich es, so viel abzunehmen?“

Dünn sei er noch nie gewesen. Seine Gene machten ihn zu einem der stabil Gebauten, sagt er. Doch gefährlich wurde es mit Anfang 40, als er sehr viel zunahm und dann über 150 Kilogramm wog. Dabei war er „kein Chipsfresser“ oder Schokoladenliebhaber. Hausmannskost wie Eisbein oder seine Leibspeisen Kohlroulade und Kohlrüben sowie anderes Gemüse kamen auf den Tisch. Dennoch nahmen die Fettpolster weiter zu. Seine Bewegungsfähigkeit im Alltag war eingeschränkt. Ein Unfall, bei dem Burkhard Krenz sekundenlang an einem unter Strom stehenden Kabel hing, führte zu einer Herzmuskelschwäche. Das lebenswichtige Organ pumpte fortan mit weniger Leistung. Er litt unter der Krankheit und dem Übergewicht. Die Zeit für Sport, den er sowieso nur begrenzt ausüben kann, fehlte ihm. „Mein Spiegelbild missfiel mir. Ich spürte, wie meine Mitmenschen mich verurteilten, wenn ich in der Öffentlichkeit ein Eis aß oder ins Restaurant ging. Es musste sich etwas ändern“, blickt Krenz zurück.

Doch weder Fasten noch eine Ernährungsberatung funktionierten. „Ich verlor zwar an Gewicht, aber nach kurzer Zeit war es wieder da“, sagt Burkhard Krenz. Ihn traf der berühmte Jojo-Effekt, bei dem kurzfristige Erfolge im Alltag nicht überleben können, weil ein problematisches Verhalten gleich bleibt.

Dieses Problem löste Krenz erst, als eine Bekannte ihn auf die Stoffwechselkur Sanguinum aufmerksam machte. Heidi Reihl bietet sie in ihren Praxen in Greifswald und Templin (Brandenburg) an.

Gewichtsabnahme sei nur erfolgreich, wenn der Patient langfristig sein reduziertes Gewicht hält. Dazu müssen die Ernährung und der Lebensstil dauerhaft geändert werden, sagt die Naturheilpraktikerin.

„Dabei ist das Tempo bei jedem individuell“, erklärt sie. „Ziel ist nicht das Idealgewicht, sondern das Wohlfühlgewicht.“ Reihl geht es um die Reduzierung des Fettes, ohne dabei Muskelmasse abzubauen: Mehr Bewegung, mehr Selbstgekochtes, weniger Fertigprodukte und gezuckerte Getränke. So könnten Blutdruck und Zuckerwerte verbessert werden.

Bereits in der ersten Kurwoche verlor Burkhard Krenz vier Kilogramm. Wöchentlich wurde kontrolliert, wie sein Gewicht und sein Essverhalten sich entwickeln. Nach weiteren fünf Monaten waren über 40 Kilo weg. „So einen Erfolg hatte ich in meinem Leben noch nicht“, urteilt er.

„Alleine kann das kaum jemand schaffen“, gibt Burkhard Krenz zu. Seine Frau, die beiden Töchter und Freunde unterstützten íhn bei dem Bemühen, dauerhaft Gewicht zu verlieren. Seine Frau machte ihm Mut und bereitete das Essen zu. Zum Frühstück gibt es Obst, Gemüse und Vollkornstullen oder Knäckebrot. „Manchmal muss man auch einfach einmal in den Arm genommen werden“, erzählt er. „Wer das bestreitet, ist gefühlskalt.“

Sein Fazit über sein schlankeres Dasein lautet: „Mein Leben hat mehr Sinn und mehr Freude.“ So geht er längere Strecken mit dem Familienhund spazieren. Vor der Gewichtsreduktion nahm er sich häufig einen Krückstock und einen tragbaren Sitz mit, weil er die Bewegung nur über einen kurzen Zeitraum durchhielt. Er kann auch wieder mit seinem Enkel toben, der einmal erstaunt ausrief: „Mensch Opa, dein Bauch ist ja weg!“

Dorffeste und Feiern fielen vor wenigen Monaten noch seiner Lustlosigkeit zum Opfer. Der Gang dorthin wäre mit Anstrengung und Schmerzen verbunden gewesen. Jetzt ist die spontane Bereitschaft zurück, Feiern zu besuchen, Ausflüge mit seiner Frau zu unternehmen oder ohne verurteilende Blicke ein Eis im Straßencafé zu genießen. Die 115 Kilo sind nicht das Ende: „Ich übertreibe es nicht, bewege mich regelmäßig und will in Zukunft weiter abnehmen“, sagt er.

Christopher Gottschalk

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