Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Kreis lässt zuviel Umbauten in Kleingärten zu
Vorpommern Greifswald Kreis lässt zuviel Umbauten in Kleingärten zu
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:32 14.02.2019
Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein vor dem neuen Kindergarten in Mesekenhagen Quelle: Eckhard Oberdörfer
Mesekenhagen

Zwei Versuche zur Bildung einer Großgemeinde Landhagen unter Beteiligung Mesekenhagens sind gescheitert. Aber die Gemeinde mit den Ortsteilen Mesekenhagen, Gristow, Kowall, Frätow, Groß Karrendorf, Klein Karrendorf und Kalkvitz und knapp 1000 Einwohnern ist aber laut Selbsteinschätzung zukunftsfähig und hat gerade ein millionenschweres Investitionsvorhaben abgeschlossen. OZ sprach mit Bürgermeister Geert-Christoph Seidlein über die Zukunft der Gemeinde.

  Am Montag haben die Kinder und Erzieherinnen den neuen Kindergarten bezogen. Wann ist denn die offizielle Eröffnungsfeier.

Wir planen am 8. März von 8 bis 17 Uhr einen Tag der offenen Tür und Ende Mai ein großes Fest. Außerdem werden wir die Bürger aufrufen, sich an der noch fehlenden Gestaltung der Außenanlagen zu beteiligen.

Mesekenhagen ist Träger der Kita. Warum überlässt die Gemeinde die Betreibung nicht einem freien Träger?

Es ist doch gut, wenn sich die Daseinsvorsorge einer Gemeinde nicht auf die Feuerwehr beschränkt. Als wir jetzt drei Stellen neu zu besetzen hatten, erwies sich das als Vorteil. Viele Bewerber ziehen Gemeinden einem Freien Träger vor. Dem Nachteil eines kleinen Trägers, dass Ausfälle schwerer zu ersetzen sind, wollen wir durch Kooperation mit Neuenkirchen begegnen.

Was wird denn aus dem alten Gebäude?

Neuenkirchen prüft, ob eine Verwendung als Hort für die Schule in Neuenkirchen möglich ist, denn dort fehlen Plätze. Aber dafür muss das Transportproblem gelöst werden. Alternative ist die Ausschreibung des alten Kindergartengebäudes zum Verkauf oder zur Vermietung.

Mesekenhagen kauft in diesem Jahr ein neues Feuerwehrauto. Bleibt da noch Geld für Investitionen in Straßen übrig?

Wir warten erst einmal ab, welche Auswirkungen die vom Land angekündigte Abschaffung der Straßenausbaubeiträge hat.

Gibt es Bedarf nach Bauplätzen für Eigenheime in der Gemeinde?

Ja. Da Greifswald seinen Bedarf nicht selbst decken kann, hat uns die Regionalplanung ein Kontingent für zusätzliche Häuser zugebilligt. Es gibt noch Baulücken und wir wollen kleinere Gebiete über Bebauungspläne ausweisen.

Das heißt konkret?

Wir wollen jetzt das Gelände des B-Plans für drei Eigenheime in Gristow erschließen. Das wichtigste Vorhaben ist aber die Umwandlung des in Mesekenhagen im letzten Jahrzehnt geplanten Sondergebietes für Jugend, Freizeit, Tourismus in eine Wohnfläche. Es wird für den ursprünglichen Zweck nicht mehr benötigt.

In Kalkvitz wächst die Zahl der Einwohner Mesekenhagens, weil dort immer mehr Laubenbesitzer in der Kleingartenanlage dauerhaft wohnen. Sind auch Ver- und Entsorgung und der Brandschutz gesichert?

Der Brandschutz ist es nicht. Die Gemeinde beobachtet die Entwicklung mit Sorge. Viele Lauben sind inzwischen Wohnhäuser. Man kann die Leute verstehen, die Pacht ist niedrig, die Lage schön, aber das entspricht nicht den gesetzlichen Bestimmungen für eine Kleingartenanlage. Die richtigen Kleingärtner sind inzwischen in der Minderheit.

Was will die Gemeinde dagegen tun?

Ein Problem sind die unterschiedlichen Eigentümer und Interessen, dazu gehören Greifswald und der Bund. Das andere Problem ist das Verhalten des Kreises, der für die Durchsetzung des Baurechts zuständig ist. Er genehmigt immer wieder Veränderungen an Häusern, die die Gemeinde abgelehnt hat.

Was wird eigentlich aus der einst als Ausflugsziel beliebten Gaststätte „Waldeslust“ in Gristow? Gibt es einen neuen Betreiber?

Leider nein. Gegenwärtig erfolgt der Umbau zu einer Anlage für betreutes Wohnen. Damit wird das Gebäude nicht zur Ruine.

Ist dieses Jahr endlich Baubeginn für den Ostseeküstenradweg in der Gemeinde?

Das kann ich mir nicht vorstellen. Aber es gibt eine gute Nachricht. Das dankenswerterweise von Vorpommern-Staatssekretär Philipp Dahlemann finanzierte Gutachten zu den Wurzeln der Alleebäume an der alten B 96 hat ergeben, dass der Radweg auf der Straße gebaut werden kann, ohne dass die Bäume absterben. Wir brauchen für die Zukunft Regeln, wie Straßenerhaltung und Alleebaumschutz miteinander verbunden werden können.

Wollen Sie den Baubeginn noch als Bürgermeister erleben?

Das würde ich gern und möchte darum im Mai noch einmal kandidieren. Aber zuerst gilt es, die öffentliche Zusammenkunft der Wählergemeinschaft Mesekenhagen am 22. Februar um 19 Uhr im Gasthof Holtz abzuwarten.

Der Naturerlebnispark Gristow hat einen neuen Betreiber. Was soll denn nach dem Abschluss des Insolvenzverfahrens aus dem Förderverein werden?

Ich bin für eine Auflösung, damit wird ein echter Neuanfang erleichtert.

Ist ein neuer Anlauf für eine Gemeindefusion denkbar?

Das muss die neue Gemeindevertretung entscheiden.

Sind Sie denn mit der Arbeit des Amtes Landhagen zufrieden?

Insgesamt ja, im Einzelnen dauert vieles zu lange. Das liegt unter anderem am Vergaberecht, für jeden kleinen Auftrag werden drei Angebote benötigt. Es wird immer schwerer diese zu bekommen, wenn die Firmen nie berücksichtigt werden.

Was sollte sich ändern?

Wir sollten im Amt eine Art Einkaufsgemeinschaft für Aufträge bilden, dann lohnt es sich für die Unternehmen mehr, sich zu bewerben, und wir bekommen womöglich einen Rabatt.

Man könnte auch zusätzliches Personal einstellen.

Ich bin überzeugt, dass das nicht nötig ist, wenn die richtigen Prioritäten gesetzt werden.

Eckhard Oberdörfer

Greifswald Gesichter der Hansestadt - Zurück zu den Wurzeln

Maik Lambrecht lebt und arbeitet in Greifswald. Irgendwann möchte der 28-jährige Kundenbetreuer wieder aufs Dorf ziehen.

14.02.2019

Begründet wird die deutliche Verteuerung mit dem höheren Mindestlohn und gestiegenen Kraftstoffpreisen. Zehn-Kilometer-Fahrt kostet nun 23,50 Euro. Neue Entgeltordnung ersetzt Version von 2012.

13.02.2019
Usedom Kreisstraße in Groß Ernsthof - Neuer Durchlass wird gebaut

Ein neuer Durchlass fürs Regenwasser ist der Grund für die Sperrung der Ortsdurchfahrt Groß Ernsthof. Die Arbeiten sollen am Freitag abgeschlossen sein.

13.02.2019