Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Mieter wollen Dusche statt Wanne
Vorpommern Greifswald Mieter wollen Dusche statt Wanne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 11.10.2017
Die WGG lässt zurzeit die Spiegelsdorfer Wende 7 sanieren und hofft, dass dort bei den künftigen Nutzern keine Wünsche offen bleiben. Quelle: Foto: Peter Binder

Eine schwellenlose Wohnung und eine bodengleiche Dusche statt einer Wanne zählen zu den häufigsten Modernisierungsmaßnahmen, die sich Mieter der Wohnungsbaugenossenschaft Greifswald (WGG) wünschen. Das ist das Ergebnis einer jüngsten Mitgliederbefragung, die das Unternehmen in diesem Jahr zum dritten Mal seit 2008 in Auftrag gab. Ruth Bördlein vom Steinbeis-Transferzentrum für Freizeit-, Tourismus- und Regionalforschung hat sich dieser Aufgabe gewidmet.

„Das wichtigste Ergebnis dieser Befragung ist für uns, dass 83 Prozent der Teilnehmer mit ihrer aktuellen Wohnsituation zufrieden sind“, sagt Vorstandsvorsitzender Jan Schneidewind. Während sich die letzte offizielle Befragung 2012 um verschiedene Wohnkonzepte drehte, habe der Fokus jetzt auf mögliche Veränderungen in der Wohnung gelegen, um dem demografischen Wandel gerecht zu werden. Sprich:

Die Wohnungsnutzer werden älter. Zugleich wollte die WGG erfahren, ob ihre Mitglieder auch bereit seien, für solche Maßnahmen tiefer in die Tasche zu greifen. „Das hat mich sehr positiv überrascht, dass zwei Drittel der Befragten äußerten: Ja, sie würden für eine Verbesserung der Wohnsituation mehr zahlen“, so Schneidewind. „Ein weiterer Teil der Befragten würde durchaus auch mehr zahlen“, ergänzt WGG-Pressesprecherin Juliane Boutalha, „äußert aber zugleich, dass es die finanzielle Situation derzeit nicht erlaubt.“

Fakt ist: Von den 1494 Umfrageteilnehmern (das sind 22 Prozent der Mitglieder) verfügen drei Viertel über ein monatliches Haushaltsbudget von maximal 2000 Euro. „Das liegt weit unter dem Bundesdurchschnitt“, kommentiert Schneidewind. Trotzdem erklärten 40 Prozent der Teilnehmer, monatlich bis zu 50 Euro mehr zahlen zu wollen, sofern sich an der Wohnung oder am Gebäude etwas verbessere. Weitere 42 Prozent könnten sich vorstellen, bis zu 20 Euro mehr zu zahlen. Aktuell geben etwa 80 Prozent der Befragten bis zu 500 Euro für die monatliche Miete aus. Beim Rest liegt der Betrag höher.

Spannend auch: Viele Mitglieder sind an wohnbegleitenden Dienstleistungen interessiert. „Ganz oben auf der Liste stehen dabei mit über 500 Nennungen Haushaltsdienstleistungen“, sagt Jan Schneidewind.

Für ihn nicht verwunderlich, schließlich gehöre eine hohe Anzahl der Mitglieder zur älteren Generation. Das spiegelt sich auch bei der Umfrage wider: Etwa 33 Prozent der Teilnehmer sind 65 Jahre und älter. Und so äußerten viele Interesse an einem in die Wohnung kommenden Friseur (über 300 Nennungen) oder einer Fußpflege (über 400 Nennungen). „Für uns Anlass zu schauen, ob wir das in Zukunft vielleicht vermitteln können“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Dasselbe gelte für einen Pflegedienst, an dem etwa 200 der Befragten Interesse äußerten. Großen Wert legten die Mitglieder auch auf kulturelle Veranstaltungen. „Aber da bieten wir ja bereits vieles an“, so WGG-Sprecherin Juliane Boutalha.

Wenn es um die Zufriedenheit mit der eigenen Wohnung gehe, sei das Bad für die meisten ein absolut wichtiger Punkt. Daher auch die Wünsche nach einer guten Ausstattung oder Optik des Bades. Knapp 50 Umfrageteilnehmer erklärten die Sanitäranlagen als „problematisch“, 40 empfinden ihre Wohnräume als zu klein, fast 40 machen einen allgemeinen Sanierungsbedarf der Wohnung aus, vier vermissen einen Fahrstuhl. Hingegen äußerten über 120 Mitglieder ihre Zufriedenheit über ihre „schöne, ruhige, sonnige Wohnung“. Fast ebenso viele finden die Wohnung als ausreichend groß.

All die Aussagen, versichert Vorstandschef Jan Schneidewind, werden in den nächsten Planungen einfließen, manches sicher schon im kommenden Jahr.

Wünsche der Befragten

Die zehn wichtigsten Maßnahmen aus Sicht der Befragten:

1. schwellenlose Wohnung

2. bodengleiche Dusche

3. Dusche statt Wanne

4. Notrufsystem

5. Fahrstuhl im Haus

6. automatische Herdabschaltung

7. erhöhtes WC

8. schwellenloser Hauszugang

9. Fahrradhaus

10. automatische Abschaltung der Beleuchtung in der Wohnung

Der Fragenkatalog wurde Anfang Juni dieses Jahres an die 6741 Mitglieder der Wohnungsbaugenossenschaft Greifswald verschickt. 1494 Mitglieder antworteten, davon 159 online.

Petra Hase

Mehr zum Thema
Grevesmühlen Das Vertriebenenlager Questin Heute: Familie Leipelt aus Tlutzen - „Den Hunger vergisst man nicht“

Im Sommer 1946 kam Familie Leipelt aus Tlutzen in das Lager nach Questin. Später wurden die drei Kinder, die Eltern und die Großmutter nach Tarnewitz umgesiedelt.

07.10.2017

Gründerzentren für Rostock und Greifswald, Tariflöhne, Werften-Bürgschaften: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erklärt, wie sie MV voranbringen will.

07.10.2017

Karl Bartos ist klassischer Musiker und hat 16 Jahre bei Kraftwerk gespielt. Dann stieg er aus. Jetzt hat er seine Autobiografie geschrieben.

10.10.2017

Auch im Tischtennis hat es Vorteile, wenn man in der eigenen Halle spielt. So wollte der Verbandsoberligist, der 1.

11.10.2017

d. Am Montagabend hatte die Geschäftsstelle des Fußballverbandes Vorpommern Greifswald den Parlamentarischen Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann, zu Gast.

11.10.2017

Sportbegeisterte mit und ohne körperliche Beeinträchtigungen haben gemeinsam gekämpft

11.10.2017
Anzeige