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Millionensanierung am Dom: Bachwoche muss umziehen

Greifswald Millionensanierung am Dom: Bachwoche muss umziehen

Für 1,1 Millionen Euro geht die Rettung des Greifswalder Doms dieses Jahr weiter. Monatelang werden Teile der Kirche gesperrt. Ein Einschnitt, aber auch eine Chance.

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„Sehen Sie die Risse dort oben?“ Dombaukoordinator Stefan Scholz erklärt die nächsten Sanierungsschritte in der Kirche.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Der Parkplatz ist schon gesperrt, die ersten Baugerüste werden am Montag aufgestellt: Die Millionensanierung des Greifswalder Doms geht weiter — in so großen Schritten, dass es bald keiner mehr übersehen kann.

„Ein aufregendes Jahr liegt vor uns“, sagt Dombaukoordinator Stefan Scholz. Für 1,1 Millionen Euro sollen bis November die Fenster an der Nordseite der Kirche restauriert, das Dach des nördlichen Seitenschiffs neu gedeckt und stabilisierende Zuganker im Inneren der Kirche gezogen werden.

Insgesamt rund fünf Millionen Euro wird die Sicherung des Doms schlucken, das ist seit 2012 bekannt (die OZ berichtete). Im vergangenen Jahr ließen Experten dann Drohnen durch das Kirchenschiff schweben, um zu ermitteln, wie gefährlich die Risse sind, die sich an vielen Stellen durchs Mauerwerk ziehen. Ergebnis: Die neun hölzernen Querbalken hoch oben im Hauptschiff müssen mit Metallstäben verstärkt werden, damit die Kirchenwände nicht auseinander driften. „Wenn auch nur einer dieser Anker versagt, haben wir massive Probleme“, erklärt Scholz. „Das Gewölbe könnte absacken.“

Für die Gemeinde bricht wegen der Bauarbeiten ein ungewöhnliches Jahr an: Ab Februar soll jener Teil der Kirche, in dem die Orgel, der Mittelaltar und die Kanzel stehen, mit einem Bauzaun gesperrt werden, voraussichtlich bis Juni; danach gehen die Arbeiten im mittleren Teil weiter. „Für die normalen Gottesdienste ist das nicht so schlimm“, sagt Dompastor Matthias Gürtler. Die Gemeinde ziehe eben um in den jeweils freien Bereich, das fänden viele sogar reizvoll. „Aber jede Veranstaltung mit mehr als 200 Besuchern müssen wir auslagern oder absagen.“

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten wird die Musik der Bachwoche vorrangig in anderen Kirchen erklingen. Auch ein Konzert der Festspiele MV musste Gürtler abblocken. Und dann ist da noch die Konfirmation zu Pfingsten. „Wir rechnen mit 400 Besuchern und wissen noch nicht, ob wir mit ihnen zwischen den Baugerüsten sitzen dürfen.“

Die Sperrungen bieten aber auch Chancen, glaubt Gürtler. „Wir hoffen, dass die Touristen mehr spenden.“ Bisher hatten vor allem Medienberichte und die „Aktion 262“ Privatspender mobilisiert. Die größten Summen für diesen fünften Bauabschnitt kommen vom Land, vom Pommerschen Kirchenkreis, von der Krupp- und der Herrmann-Reemtsma-Stiftung. Förderer, die es voraussichtlich möglich machen, bis Ende 2017 mit der Komplettsanierung durch zu sein. „Ich habe ein gutes Gefühl“, sagt Stefan Scholz.

262 Stufen zum Ziel
Die 262 Stufen bis zur Aussichtsplattform im Domturm werden symbolisch verkauft. Wer 500 Euro spendet, bringt die Sanierung eine Stufe voran. 100 Menschen beteiligten sich bereits.

 



Sybille Marx

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