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Greifswald Mit Bohrer und Tacker zum Generationenhaus
Vorpommern Greifswald Mit Bohrer und Tacker zum Generationenhaus
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00:01 04.01.2018
Jana Neuhaus, Saskia Schniete und Nadja Tegtmeyer (v.l.) verkleideten gestern eine Decke im Esszimmer. Alle drei Frauen arbeiten seit Langem an dem Projekt mit, wollen demnächst auch in den Wohnbereich des Hauses einziehen. Quelle: Fotos: Peter Binder

Die Kälte weht durchs Treppenhaus und in der Luft liegt Staub. Doch auf den Gesichtern der Bauleute im Kultur- und Initiativenhaus „Straze“ spiegelt sich kein Verdruss. Im Gegenteil. Saskia Schniete sendet ein strahlendes Lächeln zu Christian Pegel. Der SPD-Mann und Energieminister des Landes überbringt den Akteuren nämlich ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk: ein Zuwendungsbescheid über 140 666 Euro für Energieeinsparmaßnahmen bei der Sanierung des früheren Gesellschaftshauses „Zum Greif“. Dieses Geld ist herzlich willkommen.

Große Baufortschritte im Kultur- und Initiativenhaus Stralsunder Straße

Die Straze

5,1 Millionen Euro ist die Gesamtinvestitionssumme für das Multifunktionshaus Stralsunder Straße 10/11. Der Verein Kultur- und Initiativenhaus als Träger nutzt neben Fördermitteln und Spenden auch Bank- und Privatdarlehen. Außerdem leisten die Mitstreiter sehr viele Arbeitsstunden.

Gut vier Jahre nach dem Erwerb des Grundstücks Stralsunder Straße 10/11 sehen die Macher des Projekts jetzt Licht am Horizont. „Im April, Mai werden die ersten Leute einziehen können“, sagt Vereinssprecher Thomas Schmidt mit Vorfreude. Der Wohnbereich, der sich über drei Etagen erstreckt, biete 29 Menschen Platz und könne variabel gestaltet werden. Ob Single oder Kleinfamilie – „es ist ein Experiment für uns alle“, sagt der 54-Jährige. Und das betrifft auch die Sanierung dieses stark heruntergekommenen Gebäudes. Neben einigen Firmenaufträgen läuft hier sehr viel über Eigenleistung.

Saskia Schniete etwa ist schon seit 2011 mit dem Projekt verbandelt. Plante mit, organisiert, koordiniert und baut. „Das ganze Weihnachtsfest haben wir hier gewerkelt“, verrät die gelernte Erzieherin, die in den Kunstwerkstätten arbeitet. Mittlerweile, versichert die 33-Jährige, fühle sie sich recht sicher im Umgang mit Drucklufttacker, Bohrmaschine, Schleifer & Co.

Dasselbe können auch Jana Neuhaus (28) und Nadja Tegtmeyer (40) von sich behaupten. Fast wie die Profis bringen die Erzieherin und die Bootsbauerin eine Deckenverkleidung im künftigen Esszimmer an und haben daran auch noch Spaß. „Das Projekt ist eine runde Sache. Wir sind gemeinsam hier tätig, werden zusammen wohnen und können dann noch mit unseren Aktivitäten in die Gesellschaft hineinwirken.

Das ist einfach toll“, sagt Jana Neuhaus begeistert.

Doch bis in den Gemeinschaftsräumen Kultur- und Bildungsangebote stattfinden, ist es noch ein weiter Weg. Zwar seien im ersten Bauabschnitt Dach, Fundamente und Wände gesichert oder erneuert worden, doch der Ausbau des Gebäudeteils mit dem spätklassizistischen Emporensaal und der Galerie stehe erst bevor. Ebenso der daran anschließende Neubau für öffentliche Aktivitäten. „Diese Arbeiten wollen wir 2018 beginnen und mit den bereits bewilligten Fördermitteln stemmen“, sagt Schmidt und fügt hinzu: „Deshalb hoffen wir, jetzt bald den Zuwendungsbescheid zu bekommen.“ Der Bund würdigt das Kultur- und Initiativenhaus als „Nationales Projekt des Städtebaus“ und unterstützt es mit 600 000 Euro. Voraussetzung war, dass sich die Stadt beteiligt. Nach anfänglichen Diskussionen konnte sich die Greifswalder Bürgerschaft auch dafür erwärmen und schießt 300000 Euro zu. „Dafür sind wir sehr dankbar“, betont Schmidt und spricht von einem erfreulichen „Zuwachs an Vertrauen und Zutrauen“

in der Stadt.

Minister Pegel indes freut sich, dass es dem Verein gelingt, mehrere Fördertöpfe zu erschließen. „Damit können auch verschiedene Arbeiten bewerkstelligt werden“, sagt er. Die Mittel für die energetische Sanierung, die aus dem „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung“ stammen, seien für Dämmarbeiten sowie energieeffiziente Fenster vorgesehen.

Petra Hase

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