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Mit „Donnerbüchse“ zum Fischerfest

Greifswald Mit „Donnerbüchse“ zum Fischerfest

Die OZ testete die Fahrt des mecklenburgischen Traditionszug und ließ sich von einem Experten Eisenbahngeschichte erläutern

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Die beste Gelegenheit zu fotografieren. Der Stopp an der Salinenstraße. Fotos (5): Eckhard Oberdörfer

Greifswald. Das Pfeifen und Bimmeln des Zuges war nicht zu überhören. Die Hansestadt war am Wochenende ein Ort der Eisenbahnnostalgie. Unaufhörlich klickten Fotoapparate, wenn der Dampfzug der Pressnitztalbahn auf Fahrt vom Bahnhof zum Ladebower Hafengelände war.

OZ-Bild

Die OZ testete die Fahrt des mecklenburgischen Traditionszug und ließ sich von einem Experten Eisenbahngeschichte erläutern

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In Ladebow steht zum Fischerfest ein Teil des Regierungszuges der DDR.“Heiko Lange, Eisenbahner

Im Pendelverkehr mit einer blankgeputzten Dampflok Jahrgang 1939 und einer historischen Diesellok an den Enden. Dadurch musste der Zug keine komplizierten Wendemanöver ausführen. Die zahlreichen Fahrgäste nahmen auf den Holzbänken der fünf Wagen des mecklenburgischen Traditionszuges Platz, der aus diesem Anlass von Schwerin nach Vorpommern gefahren wurde. Der Volksmund hat ihnen den Namen „Donnerbüchsen“ verliehen, weil die aus Eisen gefertigten Wagen regelrecht dröhnen. Dass Volkes Mund die Wahrheit spricht, davon kann sich jeder Mitfahrer überzeugen. Eine Klimaanlage gibt es nicht.

Die Heizung lässt sich per Hebel einstellen.

„Vergleichbare Dieselloks wie jetzt nach Ladebow, fuhren auch auf der Strecke von Greifswald nach Lubmin“, erzählt Heiko Lange mit dem sich die OZ für diese Tour verabredet hatte. Der 48 Jahre alte Greifswalder mit Wurzeln in Dargelin bezeichnet sich selbst als Eisenbahner mit Leib und Seele. Lange ist ein lebendes Lexikon der jüngeren Eisenbahngeschichte. Die aus drei je 99,8 Meter langen Einheiten aus fünf Wagen bestehenden Zügen konnten über 1500 Menschen zum Kernkraftwerk befördern. „Es war der längste Personenzug der DDR.“ Mit Dieselantrieb fuhr Lange als Zugbegleiter schon 1991 per „Ferkeltaxe“, offiziell Triebwagen genannt, von Greifswald zum Fischerfest. 1992 war das noch einmal der Fall, dann folgte eine lange Pause, bis die Pressmitztalbahn den Wunsch vieler Greifswalder nach einer Neuauflage erfüllte.

Inzwischen hat sich der Zug mit der Dampflok an der Spitze in Bewegung gesetzt. „Hier befand sich früher eine Weiche, die von Hand bewegt werden musste“, erzählt Heiko Lange in Höhe der früheren Kliniken. „Man konnte von dieser Stelle aus nach Ladebow oder zum Speicher der Bäuerlichen Handelsgenossenschaft an der Marienstraße fahren“, erzählt der Eisenbahner. Vor der Steinbecker Brücke stoppt der Zug. Die Bedarfslichtsignalanlage an der Stralsunder Straße funktioniert. Wir können die Fahrt fortsetzen. Zeit für einen längeren Stopp an der Salinenstraße und jede Menge Motive für die Fotografen.

Im gemächlichen Tempo geht es weiter. 20 bis 30 km/h, schätzt Heiko Lange. Die Wagenübergabestation (WÜST) wird erreicht. „Hier wurden die Kesselwagen für den Hafen der Volksmarine übergeben“, erläutert Heiko Lange. Bis zu diesem Punkt fuhr die Deutsche Reichsbahn. Auf dem Ladebower Hafengeläne geht es am früheren Lokschuppen der Hafenbahn vorbei. Ganz in der Nähe steht ein Teil des Regierungszuges der DDR. Zum Fischersfest wohnen hier die Eisenbahner. Großen Komfort hatten Honecker und Co. in diesen Zügen nicht, erzählt Heiko Lange. Gezogen wurden diese Waggons übrigens nicht von der sonst viel verwendeten sowjetischen „Ludmilla“, sonderm von der „118“, einer DDR-Produktion, berichtet Lange.

Auf dem Haltepunkt auf dem Hagengelände wird viel fotografiert, einige Eisenbahnfreunde haben sogar zwei Apparate vor der Brust. Mit ganz vielen Bildern und viel Engagement für Traditionen schreiben sie unter anderem im Internet Bahngeschichte. „Wir sind eine verschworene Gemeinschaft und treffen uns immer bei solchen Ereignissenl“, sagt Mathias Gottschefsky. Es gibt noch jede Menge Informationen der Experten, bevor es gemächlich – jetzt mit der Diesellok an der Spitze – zurück zum Bahnhof geht.

Eckhard Oberdörfer

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