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Greifswald Mit Frisbeescheiben um den Sieg werfen
Vorpommern Greifswald Mit Frisbeescheiben um den Sieg werfen
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00:01 03.05.2016
So könnte der Golf-Disc-Parcours in Greifswald einmal aussehen. Grafik: OZ/Benjamin Barz
Greifswald

Das Schwebedeckelkombinat Tschaika e. V. kann im Stadtpark einen „Disc Golf Parcours“ einrichten. Das kündigte Tiefbau- und Grünflächenamtsleiter Fred Wixforth auf der Sitzung des Bauausschusses der Bürgerschaft an.

Das Greifswalder Schwebedeckelkombinat kann die erste Anlage Vorpommerns für diesen Sport im Stadtpark zwischen Ostseeviertel und Schönwalde II einrichten

Beim Disc Golf wird versucht, spezielle Frisbeescheiben mit möglichst wenigen Würfen in spezielle Fangkörbe zu befördern. Die Entfernungen zwischen dem Abwurfpunkt und dem Fangkorb liegen dabei in der Regel zwischen 60 und 200 Metern.

Einen festen Parcours gibt es in Mecklenburg-Vorpommern derzeit nur in Rostock. In Deutschland existieren etwa 70 Anlagen. Neben Rostock ist Eberswalde für die Greifswalder der nächste Ort mit einem festen Parcours.

„Unser Verein wurde 2010 gegründet und hat aktuell 17 Mitglieder“, erläuterte Jörg Eberts den Mitgliedern des Sozialausschusses, denen die Idee einen Tag vor der Zusammenkunft des Bauausschusses vorgestellt wurde. „Was uns für das Training und die Werbung von noch mehr Mitgliedern für unseren Verein fehlt, das ist ein fester Parcours in Greifswald. Der Stadtpark ist für so eine Anlage ideal.“ Denn auf dem Gelände zwischen dem Ostseeviertel und Schönwalde II gebe es kleine Gewässer, das Areal sei uneben. Das sind alles Punkte die für den Stadtpark als Anlage für diesen Sport sprächen. Als Abwurfpunkte für die Frisbeescheiben könnten dabei bereits vorhandene Wege genutzt werden.

Seine Turniere tragen die Greifswalder Mitglieder des Deutschen Frisbee Sport Verbandes derzeit vor allem im Griebenower Schlosspark aus. Dafür verwenden sie mobile Körbe aus Vereinsbesitz. Das Greifswalder Schwebedeckelkombinat verfügt aktuell über sechs Fangkörbe, die fest im Stadtpark installiert werden könnten. Drei mehr wären allerdings besser, meinte Eberts. Aber die Fangkörbe seien nicht billig. Etwa 300 bis 400 Euro müsse man dafür schon rechnen.

„Der Sport ist für alle Altersgruppen attraktiv“, warb Vereinsmitglied Doreen Mesing. „Man kann allein oder in der Gruppe spielen. Die Kosten sind gering. Und die Jahreszeit spielt auch keine Rolle.“

Wichtig sei eine gute Ausschilderung, um die Sicherheit für alle zu gewährleisten.

Um den geplanten Parcours im Stadtpark zu nutzen, müsse man auch nicht Vereinsmitglied sein.

„Wir wollen Sport im öffentlichen Raum in Greifswald“, unterstützte die Sozialausschussvorsitzende Mignon Schwenke (Linke) das Anliegen im Sozialausschuss. Der Stadtpark sei ein guter Ort. Der Aufwand für die Pflege des Parcours sei gering. Praktisch geht es vor allem um Abstimmung der Zeitpunkte für die ohnehin geplanten Rasenmahd.

„Wir sehen das Anliegen des Schwebedeckelkombinates sehr positiv“, sagte Sportamtsleiterin Carola Felkl. Auch das Tiefbau- und Grünflächenamt stehe der Idee sehr aufgeschlossen gegenüber. Es gibt keine grundsätzlichen Bedenken“, bestätigte Amtsleiter Fred Wixforth. Er glaube, dass der Disc Golf Parcours funktionieren werde. Nur wenn es in den Ausschüssen der Bürgerschaft Einwände gegeben hätte, würde er die Erlaubnis nicht erteilen. Diese gelte nun „bis auf Widerruf“.

Ein junger Sport mit Wurzeln in den USA

Die ersten deutschen Disc-Golf-Gruppen gibt es laut Selbstdarstellung des Dachverbandes seit 1979/80. Entstanden ist diese Sportart in den 1970er Jahren in den USA. Dort gibt es weit über 3000 Anlagen. Disc-Golf wird in den USA auch professionell mit Preisgeldern gespielt.

Der nationale deutsche Verband schätzt die Zahl seiner Aktiven auf etwa 3000. An der letzten Deutschen Meisterschaft in Kellinghusen (Schleswig-Holstein) nahmen 142 Spieler teil. Darüber hinaus gibt es Turnierserien, die unter dem Oberbegriff Germantour zusammengefasst werden.

Mitglieder des Greifswalder Schwebedeckelkombinates „Tschaika“ (russisch für Möwe) nehmen regelmäßig an Turnieren teil.

Von Eckhard Oberdörfer

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